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"Einseitige Entscheidung" Das sagt Xavier Naidoo zur ESC-Absage


Überraschend hat der NDR die Teilnahme von Xavier Naidoo beim ESC zurückgezogen. Die Entscheidung ging offenbar allein vom Sender aus. In einem Statement äußerte sich der Sänger auf Facebook.

Der NDR hat die angekündigte Teilnahme von Xavier Naidoo am Eurovision Song Contest überraschend zurückgezogen.  "Es war klar, dass er polarisiert, aber die Wucht der Reaktionen hat uns überrascht. Wir haben das falsch eingeschätzt", sagte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber.

Die Entscheidung ging offenbar alleine vom Sender und nicht vom Sänger selbst aus. Auf Facebook äußerte sich Naidoo kurz nach Bekanntwerden der Absage und sprach von einer "einseitigen Entscheidung" der ARD.

Hier die Mitteilung Naidoos im Wortlaut:

"Vor einigen Monaten ist die ARD auf mich zugekommen und hat mich gebeten, im nächsten Jahr für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Stockholm anzutreten.

Das war der alleinige Vorschlag der ARD. Ich habe nach reichlicher Überlegung schließlich zugesagt, weil dieser Wettbewerb ein ganz besonderes Ereignis für mich gewesen wäre. Wenn sich nun kurz nach unserer vertraglichen Einigung mit dem NDR und dem Abschluss aller Vorbereitungen die Planungen der ARD durch einseitige Entscheidung geändert haben, dann ist das ok für mich. Meine Leidenschaft für die Musik und mein Einsatz für Liebe, Freiheit, Toleranz und Miteinander wird hierdurch nicht gebremst."

Vor einigen Monaten ist die ARD auf mich zugekommen und hat mich gebeten, im nächsten Jahr für Deutschland beim...

Posted by Xavier Naidoo on Samstag, 21. November 2015

Die einseitige Absage legt die Vermutung nahe, dass der öffentliche Druck auf den Sender zu groß geworden ist. Dieser hatte sich ohne Zuschauerbeteiligung und ohne deutschen Vorentscheid zu einer Direktnominierung Naidoos entschlossen. Das Publikum hätte lediglich in einer Show im Februar den Song fürs ESC-Finale bestimmen sollen.

Zweite ESC-Pleite in Folge

Für den NDR ist die Absage die zweite ESC-Pleite in Folge. Für den Contest in Wien in diesem Jahr war ursprünglich Andreas Kümmert aus der deutschen Vorentscheidung "Unser Star für Österreich" als Sieger hervorgegangen. Der Sänger zog seine Teilnahme jedoch noch in der Show zurück. Daraufhin durfte die Zweitplatzierte Ann-Sophie nach Wien fahren, belegte dort allerdings mit null Punkten den letzten Platz.

Wie der Teilnehmer fürs ESC-Finale am 16. Mai in Stockholm nun ermittelt werden soll, ist derzeit unklar. Wie der NDR bekannt gab, solle dazu schnellstmöglich eine Entscheidung getroffen werden. 

mai

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