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Peacock und Paramount+ Netflix, Disney+ und Prime Video erhalten 2022 unangenehme Konkurrenz

Fernbedienung vor Programm mehrerer Streaminganbieter.
Immer mehr US-amerikanische Filmstudios drängen mit ihren exklusiven Streamingangeboten auf den deutschen Markt (Symbolbild)
© Jean-Michel Niester / Picture Alliance
Seit dem Start von Disney+ vor zwei Jahren verlieren die Streaminganbieter Netflix und Prime Video immer mehr Rechte für Exklusivinhalte. Durch Paramount+ und Peacock werden in diesem Jahr weitere Filme und Serien verschwinden.

Durch Netflix und Prime Video kam der Streaming-Trend vor einigen Jahren endgültig auch nach Deutschland. Neben eigenen Produktionen wie "House of Cards", "Stranger Things" (Netflix) und "Tom Clancy's Jack Ryan" (Amazon) konnten Kund:innen auf den Plattformen auch immer wieder US-amerikanische Spielfilme und Serien von anderen Produktionsfirmen schauen. Mittlerweile sind diese allerdings immer seltener im Programm zu finden.

Viele der großen amerikanischen Produktionsfirmen haben den Erfolg von Streaming erkannt und in den letzten Jahren eigene Angebote geschaffen. Nach Disney+ starten in diesem Jahr auch Peacock und Paramount+ in Deutschland. Beide werden in das Angebot des Bezahlsenders Sky integriert.

Filmstudios starten eigene Streamingangebote

Bereits im Sommer vergangenen Jahres plante NBC Universal, seinen Streamingdienst Peacock auf den deutschen Markt zu bringen. Diese Ankündigung wurde zwar nie eingehalten, das Branchenmagazin "Golem" berichtet allerdings nun, dass Peacock wohl noch in diesem Jahr an den Start gehen wird. Der Streamingdienst beinhaltet in den USA etwa 1740 Filme und 570 Serien des Hollywoodstudios Universal Pictures. In den Vereinigten Staaten ist sowohl ein Abonnement mit Werbeschaltung für fünf US-Dollar sowie eine werbefreie Version für zehn US-Dollar verfügbar. Ob auch in Deutschland zwei Modelle angeboten werden, ist bisher nicht bekannt.

Das Studio Paramount ist da bereits einen Schritt weiter. Bei seinem Angebot Paramount+ steht schon fest, dass es auch hier eine zweigleisige Vermarktung geben wird. In den Vereinigten Staaten sind derzeit 2140 Filme und 586 Serien im Angebot enthalten. Der Streamingdienst startet bereits Anfang 2022 als Einzelangebot. Kund:innen, die bereits über ein "Cinema"-Paket von Sky verfügen, bekommen Paramount+ kostenlos zur Verfügung gestellt.  

Konkurrenz für Netflix und Prime Video

Der Start von zwei neuen Streamingdiensten könnte zu einer ernsthaften Bedrohung für Netflix und Amazon werden. Zwar setzen beide vermehrt auf Eigenproduktionen, allerdings lässt sich damit bei weitem nicht der Wegfall von lizenzierten Filmen und Serien aus mehreren Jahrzehnten Kino- und TV-Geschichten ausgleichen.

Seitdem Disney+ auch in Deutschland exklusiv beliebte Blockbuster wie "Star Wars" und die "Avengers" sowie seine klassischen Zeichentrickfilme zeigt, wird das Programm von Netflix und Amazon schließlich bereits jetzt nachweislich dünner. Während viele Lizenzen bei den Branchenriesen auslaufen, erweitert Disney sein Programm nahezu wöchentlich. Aktuell werden auf Disney+ mehr als 1540 Spielfilme und 420 Serien angeboten.

Der große Vorteil der Produktionsfirmen ist ihre Exklusivität. Wer einen Film im Kino verpasst hat, kann diesen oft wenige Wochen später auf Disney+ abrufen. Einige Kino-Blockbuster können inzwischen sogar parallel zur großen Leinwand auch dem Laptop verfolgt werden. Dazu zählten in der jungen Vergangenheit sowohl die großen Marvel-Filme "Black Widow" und "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings", aber auch der am 12. Januar 2022 erscheinende "Eternals".

Kund:innen benötigen verschiedene Abos

Obwohl Peacock und Paramount+ nicht einmal angekommen sind, warten viele Serienliebhaber seit Jahren auf den Start eines weiteren US-Streaminganbieters: HBO Max. Das Angebot des Filmstudios Warner Bros. ist bereits seit Herbst in sechs europäischen Ländern abrufbar, 14 weitere sollen in diesem Jahr folgen. In Deutschland besitzt Sky die Rechte allerdings exklusiv bis 2026. Wer "Game of Thrones" schauen möchte, ist daher wohl auch weiterhin auf ein technisch eher rückständiges Angebot angewiesen.

Doch selbst wenn der neue Warner-Chef Jason Kila einen Weg aus dem Vertrag findet, dürfte eine weitere Fragmentierung des Streaming-Marktes bei vielen Film-Fans nicht gerade auf Begeisterung stoßen. Schließlich bleibt es fraglich, ob Nutzer:innen trotz kürzerer Wartezeiten, verlässlichen Releases und mehr Content in besserer Qualität, dazu bereit sein werden, mehrere Abonnements gleichzeitig zu bezahlen.  

Quellen:Golem, Justwatch


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