Welcher Begriff wird "Unwort des Jahres" 2025? Mehr als 2.600 Einsendungen hat die aus vier Sprachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie einer Journalistin bestehende Jury gesichtet, an diesem Dienstag (9.00 Uhr) gibt sie ihre Entscheidung in Marburg bekannt.
Auch dieses Mal spiegeln die vorgeschlagenen Begriffe politische Debatten des vergangenen Jahres - darunter ist beispielsweise "Asylwende" sowie der von US-Präsident Donald Trump häufig genutzte Ausdruck "Deal". Hinzu kommt der Begriff "Drecksarbeit", den Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in einem TV-Interview im Zusammenhang mit dem zwölftägigen Krieg Israels gegen den Iran verwendet hatte.
Auch vorgeschlagen: "Stadtbild"
Den ebenfalls vorgeschlagenen Ausdruck "Stadtbild" hatte auch Merz verwendet: Im Oktober sagte er, die Bundesregierung korrigiere frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik und mache Fortschritte, "aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem". Wen er meinte, war zunächst offen geblieben. Später konkretisierte Merz, Probleme machten jene Migranten, die keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus hätten, nicht arbeiteten und sich nicht an die in Deutschland geltende Regeln hielten.
Mit mehr als 2.600 gingen zum Fristablauf Ende 2025 weniger Einsendungen für die "Unwort"-Kür ein als 2024 - damals waren es 3.172 Einsendungen. Das "Unwort des Jahres" wird seit 1991 bestimmt. Interessierte können dafür jeweils bis zum Ende eines Jahres Vorschläge einreichen.
Infrage kommen Formulierungen, die aus Sicht der Jury gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistisch, verschleiernd oder irreführend sind. Mit der Aktion soll für einen angemessenen Umgang mit Sprache sensibilisiert werden. "Unwort des Jahres" 2024 war "Biodeutsch".