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TV-Tipp 10.12.: "Away We Go - Auf nach Irgendwo": Verwandte kann man sich nicht aussuchen. Oder doch?

"Skyfall"-Regisseur Sam Mendes schickt ein Paar, das ein Baby erwartet, auf eine sehr lustige und erkenntnisreiche Reise durch die Staaten. "Away We Go" ist unser TV-Tipp des Tages.

Burt (John Krasinski) und Veronica (Maya Rudolph) haben Spaß mit einem Herzschlagmonitor. Die Flugbereiterin ist nicht begeistert

Burt (John Krasinski) und Veronica (Maya Rudolph) haben Spaß mit einem Herzschlagmonitor. Die Flugbereiterin ist nicht begeistert

"Away We Go"
22.45 Uhr, rbb
KOMÖDIE Bevor Sam Mendes mit "Skyfall" den erfolgreichsten Bond-Film aller Zeiten drehte, backte er bewusst kleine Brötchen: "Away We Go - Auf nach Irgendwo" sieht aus, als habe der Regisseur von "American Beauty", "Road to Perdition" und "Jarhead" Urlaub im Land des Independent-Kinos gemacht. Das Ergebnis ist ein wundervoller kleiner Film, der sich ganz auf seine tollen Hauptdarsteller und seine entspannt erzählte Geschichte verlässt.

Burt und Veronica sind ein grundsympathisches, leicht verpeiltes Paar, das sich auf die Geburt seines ersten Kindes vorbereiten will. Ihre abgerockte Bude in einer amerikanischen Kleinstadt ist nicht der perfekte Ort, um Nachwuchs großzuziehen. Und als dann noch Burts Eltern, die als Großeltern eigentlich fest für die Brutpflege eingeplant waren, verkünden, nach Belgien auszuwandern, suchen die werdenden Eltern einen besseren Platz für die Familiengründung. Sie klappern alle ihre Freunde und Verwandten mit Kindern im ganzen Land ab. Die verschiedenen Familienmodelle, die sie dabei kennenlernen, sind nicht immer hilfreich, sondern bisweilen sehr skurril - aber immer gut für eine Lektion über das Leben.

Filme über das Chaos des Kinderkriegens gibt es viele, doch wenige sind so lustig, so traurig und dabei so unhysterisch wie "Away We Go". John Krasinski und Maya Rudolph sind eine Wucht als Burt und Veronica. Ihre Beziehung ist kitschfrei, angenehm unromantisch und solide wie ein Fels. Das gibt es nicht häufig in US-Komödien. Deswegen: "Away We Go" gucken. Auch wenn gerade kein Nachwuchs unterwegs ist.

Ein Tipp von #link;http://twitter.com/rlfsndr"Ralf Sander#, stern-Redakteur.


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"The Tree of Life"
20.15 Uhr, Arte
EPOS mit Brad Pitt und Jessica Chastain. Der Mensch, heißt es zu Beginn, muss sich entscheiden zwischen dem Weg der Natur und dem Weg der Gnade. Jack (Sean Penn) konnte das nie. Seine Suche nach Erlösung paart Regisseur Terrence Malick mit sakralem Pathos und echter Magie. (bis 22.30)

"Der Name der Rose"
23.15 Uhr, Hessen

KLOSTERKRIMI Alle Jahre wieder zu Advent klärt Franziskanermönch William von Baskerville (Sean Connery) samt Novize (Christian Slater) mysteriöse Morde in der Benediktinerabtei. – Abgeklärte Männer in düsteren Labyrinthen. Und auch die Kulisse: immer wieder sehenswert. (bis 1.20)

"I am Divine"
20.15 Uhr, Einsfestival

PORTRÄT Vor 25 Jahren starb der Schauspieler und Sänger Harris Glenn Milstead, der als Dragqueen Divine Aufsehen erregte und zur Muse des Undergroundfilmers John Waters wurde. Eine späte Huldigung mit vielen Ausschnitten aus Filmen und Liveauftritten. (bis 21.40)