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TV-Programm: "Babylon Berlin" statt "Tatort": ARD plant kleine Revolution

"Tatort"-Fans müssen ganz tapfer sein: Ende September läuft anstelle ihres Krimis die Serie "Babylon Berlin". Für die ARD ein ungewöhnlicher Schritt.

"Babylon Berlin"

Eine der Schlüsselszenen in "Babylon Berlin": Sängerin Psycho Nikoros (Severija Janušauskaitė) singt im Nachtclub "Moka Efti" den hypnotischen Song "Zu Asche, zu Staub". Dieses Hörbuch ist bei Audible als Download erhältlich.

DPA

Die ARD beschreitet im Herbst neue Wege und schlachtet eine Heilige Kuh: Seit Jahrzehnten ist der Sonntagabend dem "Tatort" oder "Polizeiruf 110" vorbehalten. Allenfalls König Fußball darf vereinzelt daran rütteln. Selbst in der Sommerpause bekommen die Zuschauer ihren "Tatort" - dann als Wiederholung.

Doch am 30. September wagt die ARD etwas Ungewöhnliches: Anstelle des Sonntagskrimis laufen ab 20.15 Uhr zwei Folgen der 16-teiligen TV-Serie "Babylon Berlin". Die weiteren jeweils 45 Minuten lange Episoden werden ebenfalls in Doppelfolgen ausgestrahlt. Dann jedoch - mit Rücksicht auf die "Tatort"-Zuschauer - an Donnerstagen. Das Finale läuft am 8. November.

"Babylon Berlin" ist eine Romanverfilmung

Damit setzt die ARD einen unkonventionellen Weg fort, der sich bereits in der Finanzierung dieser international anerkannten Produktion abgezeichnet hatte: Die Verfilmung von Volker Kutschers historischem Kriminalroman "Der nasse Fisch" wurde zusammen mit dem Pay-TV-Kanal Sky umgesetzt. Das hatte es bislang noch nicht gegeben. 

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Babylon Berlin

Es gilt als die teuerste deutsche Serie aller Zeiten: An diesem Freitag feiert "Babylon Berlin" auf Sky seine Premiere. 40 Millionen Euro sollen die 16 auf den Bestsellern von Volker Kutscher basierenden Folgen gekostet haben. Um das zu stemmen, haben sich ganz neue Allianzen gebildet: So arbeitete die öffentlich-rechtliche ARD erstmals mit dem Pay-TV-Sender Sky zusammen. Für Drehbuch und Regie waren Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries verantwortlich.

Auf Sky wurde die Serie bereits im vergangenen Herbst ausgestrahlt und stieß dort auf große Zuschauerresonanz. Auch bei den Kritikern heimste die Verfilmung viel Lob ein, dazu gewann sie bereits zahlreiche Auszeichnungen. Darunter den Deutschen Fernsehpreis, den Bayerischen Fernsehpreis, die Goldene Kamera sowie den renommierten Grimme-Preis.

Sonntags bleibt "Tatort"-Platz

Die Krimiserie spielt im Berlin der 20er Jahre. Im Mittelpunkt steht der Kommissar Gereon Rath (Volker Bruch), der sich aus dem Rheinland in die Hauptstadt hat versetzen lassen, um einen Erpressungsfall aufzuklären. Auf dem Präsidium lernt er die junge Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) kennen, die ihm bei den Ermittlungen hilft. Buch und Regie stammen von Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries. 

Als Reaktion auf das veränderte Sehverhalten von Serienguckern stellt die ARD die Folgen jeweils 48 Stunden vor der TV-Ausstrahlung in ihrer Mediathek bereit. Kein Serienjunkie wird also gezwungen, am Sonntag um 20.15 Uhr vor dem Fernseher zu sitzen. Das bleibt auch weiterhin den "Tatort"-Fans vorbehalten.

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