"William – Schicksalsjahre eines Thronfolgers"
"Es gibt keinen König William ohne Königin Kate": Doku zeigt Englands Thronfolger als Familienmensch

  • von Elisa Eberle
Wie tickt Prinz William? Und wie beeinflussten Traumata wie der frühe Tod seiner Mutter sein heutiges Handeln? Diesen Fragen möchte die dreiteilige ARD-Doku "William – Schicksalsjahre eines Thronfolgers" auf den Grund gehen.
Wie tickt Prinz William? Und wie beeinflussten Traumata wie der frühe Tod seiner Mutter sein heutiges Handeln? Diesen Fragen möchte die dreiteilige ARD-Doku "William – Schicksalsjahre eines Thronfolgers" auf den Grund gehen.
© 2026 Justin Tallis-WPA Pool/Getty Images

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Prinz William war gerade einmal 15 Jahre alt, als seine Mutter, Prinzessin Diana auf der Flucht vor Paparazzi bei einem Autounfall starb. Wie dieses traumatische Erlebnis sein Handeln als Familienvater und künftiger König beeinflusste, zeigen Claire Walding und Andreas Fauser in der dreiteiligen Doku "William – Schicksalsjahre eines Thronfolgers".

Es gab Zeiten, da lief es für das britische Königshaus bei Weitem besser als heute. Im Frühjahr 2011 etwa, als Prinz William und die Bürgerliche Catherine Middleton mit ihrer Märchenhochzeit verzückten und die angestaubte Monarchie ein Stück weit in Richtung Zukunft wiesen. 15 Jahre später ist der Glanz von damals längst vergessen: Mit dem Rückzug seines Bruders, Prinz Harry, dem Tod seiner geliebten Großmutter, Queen Elizabeth II., und den zwei Krebsdiagnosen für seinen Vater König Charles III. und seine Ehefrau musste nicht zuletzt Prinz William zahlreiche persönliche Schicksalsschläge ertragen. Wie ihn all das zu dem Menschen machte, der er heute ist, zeigen Claire Walding und Andreas Fauser in "William – Schicksalsjahre eines Thronfolgers". Die dreiteilige Dokumentation ist ab Freitag, 29. Mai, in der ARD Mediathek zu sehen. Das Erste zeigt einen 60-minütigen Zusammenschnitt in der Primetime am Montag.

Es ist bereits das vierte Mal, dass die britische Autorin und Filmemacherin hinter die Fassade des britischen Königshauses blickt: In "Die Queen – Schicksalsjahre einer Königin" porträtierte sie die Langzeit-Monarchin kurz vor deren Platin-Thronjubiläum 2022. Es folgten die Filme "Charles – Schicksalsjahre eines Königs" (2023) und "Harry – Schicksalsjahre eines Prinzen" (2024). Auch diesmal geht es ihr vordergründig darum, den Menschen William zu beleuchten, wie sie im gemeinsamen Statement mit Co-Autor Andreas Fauser betont: "Wir legen Prinz William gewissermaßen auf die Couch. Nicht, um ihn zu diagnostizieren, sondern um zu verstehen, welche Spuren ein Leben hinterlässt, das so früh von Verlust, Trennung und Erwartung geprägt worden ist."

William als engster Vertrauter seiner Mutter

Die Rede ist natürlich vom frühen Tod seiner Mutter: William war gerade einmal 15 Jahre alt, als Prinzessin Diana auf der Flucht vor Paparazzi bei einem Autounfall starb. Es war das tragische Ende einer Zeit, die für den Teenager alles andere als leicht gewesen sein muss. Die Medien, so erinnert die Doku, schlachteten die Trennung von Prinz Charles und Prinzessin Diana in den 1990-ern genüsslich aus. William, so sagt es der ehemalige Royal-Korrespondent der BBC, Wesley Kerr, im Film, wurde damals zu Dianas Vertrautem: "Er wusste, was in ihrem komplizierten und bewegten Leben vor sich ging."

Es ist nicht das einzige Mal in den dreimal 25 Minuten, in denen das Publikum auch Mitleid mit dem Jungen hat. Williams späteres Handeln und Auftreten aus emotionaler Sicht zu beleuchten und ihren Einfluss auf sein heutiges Handeln zu erklären, ist mit Abstand die größte Stärke des Films. So waren es nicht zuletzt die mediale Hetzjagd auf seine Mutter und ein ähnlicher Versuch bei seiner damaligen Freundin Kate Middleton, die William dem Vernehmen nach dazubrachten, den offiziellen Instagram-Account seiner Familie mit von Kate geschossenen Fotos zu bestücken und die Presse somit weitestgehend aus dem Leben seiner drei Kinder Prinz George, Prinzessin Charlotte und Prinz Louis rauszuhalten.

"Eine diplomatische Geheimwaffe"

Die wiedergegebenen Fakten und Anekdoten aus dem Lebenslauf des heute 43-Jährigen von seiner Geburt bis in die Gegenwart dürften auch weniger informierten Royal-Fans inzwischen bekannt sein. Spannend ist hingegen manche Einordnung der im Dreiteiler interviewten Expertinnen und Experten. Die Journalistin und frühere London-Korrespondentin der ARD, Annette Dittert etwa bezeichnet das britische Königshaus als "eine diplomatische Geheimwaffe" der britischen Regierung, insbesondere mit Blick auf das derzeit angespannte Verhältnis zu den USA. Donald Trump, das weiß man, liebt alles, was glänzt und glitzert. Und so lag es beim Staatsbankett in Windsor Castle nicht zuletzt an Prinzessin Kate den US-Präsidenten zu umgarnen.

Überhaupt ist Kate ab dem zweiten Teil der Doku die heimliche Hauptfigur. Schließlich wird William vor allem als überzeugter Familienmensch gezeigt. Oder, um es mit den Worten der Journalistin und Historikerin Tessa Dunlop zu sagen: "Es gibt keinen König William ohne Königin Kate. Sie ist der Blitzableiter, sie ist der Goldstaub." Gut möglich also, dass die nächste Doku über royale "Schicksalsjahre" der künftigen Königin von Großbritannien und Nordirland gewidmet sein könnte.

William – Schicksalsjahre eines Thronfolgers – Mo. 01.06. – ARD: 20.15 Uhr

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