HOME
TV-Kritik

"Let's Dance": Dschungelqueen Evelyn, Pocher und Becker sind am Start – aber ein Gehörloser stiehlt allen die Show

Dürfen sie bitten? Benjamin Piwko tanzt, ohne die Musik hören zu können. Kerstin Ott tanzt als Frau mit einer Frau. Da fällt es selbst Evelyn Burdecki, Oliver Pocher und Babs Becker schwer, mitzuhalten. Und dann mischt da noch eine Frohnatur namens "Mocki" die Runde auf.

von Simone Deckner

"Let's Dance"

Die "Let's Dance"-Jury bestehend aus Jorge González, Motsi Mabuse und Joachim Llambi

Da ist sie wieder, Damen und Herren: Die vermutlich einzige Reality-Show im deutschen Fernsehen, die für Promis mehr als Sendezeit und Aufmerksamkeit bringt: Rebecca Mir gewann hier schon einem neuen (okay, gebrauchten) Ehemann. Moritz A. Sachs alias "Klausi Beimer" verlor durch das intensive Training 20 Kilo Gewicht. Was zählt, ist auf dem Parkett. Oder wie es Joachim Llambi, der Zuchtmeister aller prominenter Zementhüften und Zitteraale in der "Let‘s Dance" Auftaktshow auf RTL etwas zu bildlich ausdrückte: "Ihr müsst euch hier wirklich den Arsch aufreißen – wir wollen euer Innerstes sehen!"

Oliver Pocher legte nach kurzer Aufwärmphase lieber erst mal seine gemütliche Waschbärwampe frei. "Das ist auch ein Zeichen gegen Bodyshaming", behauptete er. Dann riss er einen plumpen Witz über den sehr schlanken Lukas Rieger, seines Zeichens YouTube-Teeniestar und Influencer. Seine Motivation für die Teilnahme: "Ich will die Eltern meiner Fans erreichen. Die sollen denken, der ist doch ganz cool", so der 19-Jährige. Man sieht es schon vor seinem inneren Auge: handysüchtige 14-Jährige, ratlose Eltern und der schwerhörige Opa sitzen gemeinsam auf dem Sofa, alle quält nur eine Frage: Was mache ich hier nur?


"Let's Dance": Gefühlsrausch und Laberanfälle

Ungefähr vor 100 Jahren saß auch Thomas Rath (Ex-"GNTM"-Juror) immer mit seiner Oma auf dem Sofa und guckte die Übertragungen von Tanzturnieren. Man hatte ja damals nichts, im Fernsehen gab es zum Beispiel bloß vier Programme. Ob Rath die ganze Staffel emotional durchhält, ist fraglich. "Ich will auf eine Reise in mein Inneres gehen", sagte er mit verklärtem Blick. Nach seinem ersten Tanz geriet er in einen Gefühlsrausch, als habe ihm gerade jemand den Oscar für sein Lebenswerk überreicht. "Ich genieße jede Sekunde, vielen Dank!" Voll im Gefühlstaumel, vergaß er kurzzeitig, dass er in dieser Show ja gar nicht als Juror eingekauft wurde und übernahm den Job von Victoria Swarovski. Die stand mit offenem Mikro und Mund im "Tanzhimmel" und musste darauf warten, auch mal zu Wort zu kommen.

Apropos Labertaschen: Wer geglaubt hatte, mit der amtierenden Dschungelkönigin Evelyn Burdecki sei in dieser Staffel die Quasselstrippen-Quote schon mehr als erfüllt – think again! Auftritt: eine Frau, die sich "Mocki" nennt. "Die meisten kennen misch nich", stellte sich Sabrina Mockenhaupt mit breitem Dialekt vor, sie ist Siegerländerin. Sie sei Langstreckenläuferin, habe so alles gewonnen, was man als Läuferin eben so gewinnen kann. Tanzen sei hingegen nicht so ihrs: "Isch beweg misch ja eher wie so enn Bauer", palaverte sie. Der Kerl, der mit ihr tanze, müsse vor allem eins können: "Mich ein bisschen sexy hinbekommen". Jurorin Motsi Mabuse sah jedoch Potenzial in der Kodderschnauze: "Mocki, du hast Lust am Spaß zu tanzen", urteilte sie fachmännisch wie gewohnt. Auch mit einem anderen, selbsternannten "Grobmotoriker", namentlich Handballer Pascal Hens, ging die Jury noch milde um: Als Zwei-Meter-Mann habe er seine Sache "gar nicht mal so übel" gemacht. Hens, Spitzname Pommes: "Ich bin heiß wie Frittenfett – Fritten, Pommes, verstehste?"

Barbara Becker trifft auf Oliver Pocher

Heiß wurde es auch Barbara Becker ("Boris Becker, der berühmte Tennisspieler, ist ja Vater meiner Kinder") beim Cha Cha Cha. Sie mache "nachts ja sonst andere Sachen", gab sie völlig außer Atem an. Womöglich überlegen, wie genau sie mit Oliver Pocher kommunizieren soll? Der war ja bekanntermaßen mit Alessandra Meyer-Wölden, einer anderen Ex von Boris, zusammen. 2016 tanzte "Sandy" auch schon bei "Let‘s Dance". Es gibt im deutschen TV einfach kein Entkommen vor Prominenz.

Kerstin Ott tanzt mit einer Frau

Wobei nicht bei allen der 14 Promi-Tänzern sofort klar war, woher man sie kennen sollte. "Man kennt mich aus den ganzen Schmonzettenfilmen", übernahm Schauspieler Jan Hartmann dankenswerterweise die Antwort. Kerstin Ott hatte mit "Die immer lacht" mal einen Hit und sorgte für die erste Premiere des Abends: Als Frau tanzte sie mit einer Frau. "Kleidchen, hohe Schuhe – das würde bei mir sehr dämlich aussehen", sagte Ott und durfte in einem Einspieler erklären, dass sie privat ja auch mit einer Frau zusammen sei. Das Wort homosexuell fiel trotzdem nicht. "Wir sind hier Diversity", freute sich Jorge González. "Sicher, dass du noch immer mit einer Frau tanzen willst?", hakte Daniel Hartwich mehrmals bei Ott nach – so ganz scheint das mit der Diversity bei ihm noch nicht angekommen zu sein. Motsi Mabuse riet Ott, sie müsse sich "locker machen", aber trotzdem "die Führung übernehmen." Ott, selbstbewusst: "Ich laufe zwar langsam ins Ziel, aber ich komme immer an."

Benjamin Piwko überrascht alle

Für die zweite Premiere sorgte der gehörlose Kampfkunst-Trainer und Schauspieler Benjamin Piwko. Musik nimmt er nur als Druckwellen in seinem Bauch wahr. Die Kommunikation mit seinen Tanzpartnerinnen klappte trotzdem problemlos. Piwko: "Ich erarbeite mir alle Bewegungen über die Augen". Nach den Tänzen übersetzt Gebärdendolmetscher Kenneth live im Studio. Er mache bei "Let‘s Dance" mit, weil er "beide Welten miteinander verbinden will: die Welt der Hörenden und der Gehörlosen", sagt Piwko. Von der Jury gab es für seinen schwungvollen Wiener Walzer viele Punkte – auch die Zuschauer waren beeindruckt. Sie wählten den smarten Piwko als Kandidat für das Direktticket aus. Er ist damit nächste Woche vorm Ausscheiden geschützt – nicht, dass er diese Schützenhilfe überhaupt nötig gehabt hätte.

Dieser Artikel wurde aktualisiert. In der vorigen Version wurde Sabrina Mockenhaupt fälschlicherweise als "Ruhrpottschnauze" bezeichnet. Mockenhaupt ist Siegerländerin. 

Die prominenten Kandidaten von "Let's Dance" bei RTL stehen in Rottönen gekleidet auf einem Gruppenbild zusammen
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(