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"Let's Dance": So kam es zum vermeintlichen Stimmenkauf bei Barbara Meier

Der Vorgang schlug hohe Wellen: In einer internen Mail rief eine Firma dazu auf, für Barbara Meier bei "Let's Dance" anzurufen. Zufällig sitzt ihr Verlobter im Aufsichtsrat.

Barbara Meier bei "Let's Dance"

Barbara Meier mit ihrem Tanzpartner Sergiu Luca bei "Let's Dance"

MG RTL D

Die RTL-Show "Let's Dance" ist eine harmlose Sache, sollte man meinen. Da schwingen ein paar Prominente das Tanzbein, die Zuschauer entscheiden per Telefonvoting, wer weiterkommt - und alle haben einen schönen Abend. 

Doch das am Freitagabend gesendete Halbfinale hat im Nachgang Schlagzeilen produziert, die eher an Wahlfälschung als an TV-Unterhaltung denken lassen, in vielen Medien ist von "Stimmenkauf" die Rede. 

Barbara Meiers Verlobter sitzt im Aufsichtsrat

Das war geschehen: Die "Bild"-Zeitung hatte am Sonntag eine interne Mail von dem Maklerpool Jung, DMS & Cie veröffentlicht, in der die Empfänger dazu aufgerufen wurden, für Barbara Meier zu stimmen. Es gab auch einen finanziellen Anreiz: "Die fünf fleißigsten Anrufer erhalten jeweils 1000 Euro", hieß es in dem elektronischen Schreiben. Die Firma ist eine Tochter des Finanzdienstleisters JDC Group. Dort sitzt ein gewisser Klemens Hallmann im Aufsichtsrat - Barbara Meiers Verlobter.

Laut "Bild" hat der Finanzdienstleister JDC Group, der nach eigenen Angaben über 16.000 Vertriebspartner verfügt, die Mail an sein Maklernetzwerk versendet. Auf stern-Anfrage sagt dagegen der Vorstandsvorsitzende der JDC Group, Dr. Sebastian Grabmaier, sie sei lediglich "an ein paar Hundert Geschäftspartner versandt" worden.

Doch was war der Grund für die Mail? "Eigentlich war es nur als nette Geste zur Verlobung gedacht. Dass daraus nun so großer Wirbel wegen eines vermeintlichen 'Stimmenkaufs' geworden ist, tut uns leid, überrascht uns aber auch, da wir wegen des kleinen Verteilerkreises ausschließen konnten, das Voting bei einer RTL-Sendung beeinflussen zu können", sagt Grabmaier.

Keine Auswirkungen auf das "Let's Dance"-Ergebnis

Tatsächlich dürfte der durch die Mail ausgeübte Einfluss gering gewesen sein. "Bisher können wir sagen, dass wir beim Voting der letzten Wochen insgesamt keine Auffälligkeiten erkennen konnten", sagte ein RTL-Sprecher dem stern.

Barbara Meier selbst zeigte sich wenig erfreut über die Schlagzeilen. In einem Instagram-Posting weist sie den Vorwurf des Stimmenkaufs von sich. "Eine Firma wollte mich lediglich unterstützen. Prinzipiell finde ich das genauso nett und süß wie meine beste Freundin, die anbietet ihre Gummibärchen mit allen zu teilen, die für mich anrufen."

Meier stellte aber auch klar, dass ein Gewinnspiel viel zu weit gehe. "Denn ich möchte, dass die Zuschauer für uns anrufen, weil sie unsere Tänze toll fanden und nicht, weil es irgendwo eine Prämie zu gewinnen gab."

Das sieht auch der Vorstandsvorsitzende der JDC Group so: Gegenüber dem stern schließt Sebastian Grabmaier aus, dass es eine ähnliche Unterstützer-Aktion zum "Let's Dance"-Finale am kommenden Freitag geben werde. "Wir lernen aus unseren Fehlern."