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Serie "MaPa" in der ARD-Mediathek Traurig und berührend: Die Leiden eines alleinerziehenden Witwers

"Mapa"
In der Miniserie "MaPa" findet sich Metin (Max Mauff) plötzlich als alleinerziehender Vater wieder - und muss mit der Trauer um seine verstorbene Freundin klarkommen.
© Carolin Weinkopf/Joyn / DPA
Nach dem Tod seiner Freundin ist Metin plötzlich alleinerziehend. Die Miniserie "MaPa" begleitet den jungen Vater durch den schweren Alltag - balanciert die Trauer aber mit Humor.

Für die meisten Menschen ist der 30. Geburtstag ein Freudentag. Es gibt Glückwünsche, Geschenke und in der Regel eine zünftige Party mit den Freunden. 

Nicht so bei Metin (Max Mauff). Er wir um 6 Uhr durch den Anruf seiner Mutter geweckt. Dann beginnt ein langer, stressiger Tag für den alleinerziehenden Vater. Mit Windelwechseln, Spielplatz, Einkäufen und viel Einsamkeit. Und als er abends müde nach Hause kommt, zwingen ihn seine Freunde zum Ausgehen.

Ach je, mag jetzt mancher denken, eine Serie darüber, wie ein Mann das tun muss, was Millionen Frauen leisten? Doch das ist nicht das Thema von "MaPa", der Miniserie, die im vergangenen April auf der Streamingplattform Joyn+ Premiere feierte und nun in der ARD-Mediathek zu sehen sein wird. Denn der gerade 30 gewordene Metin ist nicht einfach ein alleinerziehender Vater - er hat kürzlich seine Partnerin verloren. So muss er nicht nur jeden Tag von Neuem aufstehen und den Tag bewältigen, was nach einem solchen Verlust schwer genug ist - er muss auch noch ein guter Vater sein und seinem Kind Lebensfreude vermitteln.

"MaPa" ist traurig und komisch zugleich

So ist "MaPa" zunächst unglaublich traurig. Die Handlung wird dabei immer wieder unterbrochen von Rückblenden in glückliche Zeiten zu dritt. Doch immer wenn es zu traurig wird, geschieht etwas Absurdes oder Komisches, das den Zuschauer zum Schmunzeln bringt. 

Bei schwarzhumorigen Komödien verwendet man oft die Redewendung, es bleibe einem das Lachen im Halse stecken. Hier ist es genau anders herum: Es handelt sich um eine Tragödie, die immer rechtzeitig die Kurve kriegt, bevor sie ins Rührselige abgleitet.

Eine deutsche "Sadcom"

"Sadcom" heißt dieses noch recht junge Genre, das im englischsprachigen Raum bereits einige hervorragende Beispiele hervorgebracht hat, etwa die Netflix-Serie "After Life" von Ricky Gervais. "Mapa" ist nun der geglückte Versuch, diese Kategorie nach Deutschland zu übertragen.

Auch wenn noch nicht jeder Gag zündet und die Geschichte zwischendurch dann doch einmal zu stark auf die Tränendrüse drückt - die von Alex Lindh erdachte Miniserie lohnt sich auf jeden Fall. Denn sie zeigt glaubwürdig und wahrhaftig wie kaum eine andere deutsche Produktion, wie sich Trauer anfühlt.

Zudem wurde mit Max Mauff ein toller Hauptdarsteller verpflichtet, der so wunderbar traurig und verloren aus der Wäsche schaut, dass man ihn permanent knuddeln möchte. 

Alle sechs Folgen von "MaPa" sind ab Montag, 19. April, in der ARD-Mediathek verfügbar.


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