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"Promi Big Brother" Einst gewann sie Wimbledon - jetzt geht Claudia Kohde-Kilsch in den TV-Knast

Claudia Kohde-Kilsch
Claudia Kohde-Kilsch nimmt an der Sat.1-Show "Promi Big Brother" teil.
© Picture-Alliance/ Marc Rehbeck / SAT.1
Wenn am Freitag die Sat.1-Show "Promi Big Brother" beginnt, ist auch Claudia Kohde-Kilsch dabei. Damit ist die einstige Wimbledon-Siegerin in den Niederungen des Trash-TV angekommen. Wie konnte das nur passieren?

Im Sommer 1987 stand Claudia Kohde-Kilsch auf dem Zenit ihrer Karriere: Im Juli krönte sie sich an der Seite ihrer Doppelpartnerin Helena Suková zur Wimbledon-Siegerin. Einen Monat später gewann sie zusammen mit Steffi Graf den Federation Cup - so etwas wie die Mannschafts-WM im Damentennis. 1988 holte sie bei den Olympischen Spielen mit Graf zudem die Bronzemedaille im Doppel.

Als die Saarländerin Mitte der 90er Jahre ihre Karriere beendete, blickte sie auf sechs Turniersiege im Einzel und 25 im Doppel zurück. Eine stolze Bilanz. Umso überraschender dürfte für viele Tennis-Fans die Meldung gewesen sein, dass Claudia Kohde-Kilsch in der am kommenden Freitag beginnenden Trash-TV-Show "Promi Big Brother" mitwirken wird. Bei dem Format werden 16 Prominente für drei Wochen in ein Haus eingesperrt - und dabei rund um die Uhr von Kameras beobachtet. 

Auch David Odonkor war bei "Promi Big Brother"

Kohde-Kilsch ist nicht die erste Spitzensportlerin, die an dieser Show teilnimmt: 2015 ließ sich der frühere Fußball-Nationalspieler David Odonkor einsperren. Im Dschungelcamp saßen bereits der einstige Werder-Profi Ailton und Ex-Hochspringer Carlo Thränhardt und der vormalige Schwimm-Weltmeister Thomas Rupprath.

Wie so oft bei Spitzensportlern verlief auch bei Kohde-Kilsch der Übergang vom Sportlerdasein ins private Leben nicht ganz so erfolgreich. 2011 musste die Tennisspielerin Insolvenz anmelden. Sie hatte zuvor ihren Stiefvater und damaligen Manager Jürgen Kilsch beschuldigt, große Teile ihres Vermögens veruntreut zu haben. Die Vorwürfe konnten nie restlos geklärt werden, der Prozess wurde 2004 mit dem Tod des Stiefvaters eingestellt.

Claudia Kohde-Kilsch ging in die Politik

Dafür machte Claudia Kohde-Kilsch nun Karriere in der Politik: 2012 wurde sie Pressesprecherin der saarländischen Landtagsfraktion von der Linken. 2014 wurde sie dann in den Stadtrat ihrer Heimat Saarbrücken gewählt und schaffte 2019 die Wiederwahl. Im gleichen Jahr erklärte sie jedoch ihren Austritt aus der Fraktion und schloss sich der SPD-Fraktion an.

Nun wagt die 56-Jährige wieder den Schritt in eine größere Öffentlichkeit: Sie zieht ins "Promi Big Brother"-Haus. Viele mögen unken, sie mache des vor allem wegen des Geldes. Kohde-Kilsch stellt es anders dar: Sie sei Reality-Show-Fan, verriet sie Sat.1 und sagte: "Beim Zuschauen habe ich mir immer vorgestellt, wie es wohl ist, selbst dabei zu sein." An die großen Erfolge des Jahres 1987 wird sie mit ihrer Teilnahme nicht anknüpfen. Aber vielleicht bekommt Claudia Kohde-Kilsch eine Antwort auf ihre Frage.


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