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Trash-TV "Sommerhaus der Stars": Warum man Lisha keine Plattform geben sollte

Lou und Lisha im "Sommerhaus der Stars"
Lou und Lisha im "Sommerhaus der Stars"
© TV Now
Im "Sommerhaus der Stars" hat sich mal wieder das Niveau verabschiedet. Nicht, dass es sonst allzu präsent war. Aber nach der letzten Folge muss man sich als Zuschauer schon fragen: Muss man diesen Menschen ein Publikum geben?

Trash-TV ist nicht dazu da, die intellektuelle Elite eines Landes an einem Ort zu sammeln, damit sie sich gegenseitig mit ihrer Weisheit und ihrem Wissen befruchtet. So viel ist klar. Dass das Niveau in Formaten wie dem "Sommerhaus der Stars" oder "Promis unter Palmen" ein nur selten existenter Player ist, ebenso. Doch gleichzeitig ist es manchmal wichtig, eine Grenze zu ziehen.

"Sommerhaus der Stars": Keine Plattform für Lisha und Lou

Am vergangenen Sonntagabend wäre es spätestens soweit gewesen. In den letzten 20 Minuten der Sommerhaus-Folge nahm sich Youtuberin Lisha erneut Ex-Bachelor-Kandidatin Eva Benetatou vor. Worum es ging und wieso zwischen den beiden Frauen erneut Streit ausbrach, ist irrelevant. Es ist unwichtig, welche Laus Lisha über die Leber gelaufen ist, was Eva ihrer Meinung nach verbockt hat - die Art und Weise, wie die Berlinerin verbal austeilte, war nichts weiter als bösartig und asozial. 

Sie beschimpfte Eva nicht nur als "hässlich", sondern brüllte ihre Feindin an, sie solle "die Fresse halten"; sagte, die anderen seien "behindert" und "psychisch gestört". Und während sich Lisha und ihr Freund Lou auf Instagram damit schmücken, "straight outta Gosse" zu sein, sollte man nach den Szenen doch wirklich die Frage stellen, ob man die Gosse unbedingt zur Prime Time am Sonntagabend im Fernsehen zeigen muss.  

Der Schnitt ist schuld

Auf ihrem Instagram-Profil schießen die Berliner seit Tagen gegen RTL, behaupten, der Schnitt der Sendung sei schuld. Natürlich ist der Schnitt ein gerne genutztes Mittel, um Fernsehsendungen mehr Dramatik zu schenken. Wörter können den Kandidaten allerdings nicht in den Mund gelegt werden. Was Lisha sagt, darüber entscheidet sie selber. Ihr Freund Lou läuft derweil wie ein angeschossener Wackeldackel hinter ihr her und man ahnt, dass er durchaus sympathisch sein könnte, wäre er nicht ein Teil dieses bösartigen Duos.  

RTL griff insofern ein, als dass die schlimmsten Schimpfwörter Lishas weggepiept wurden. Doch gesagt hat sie diese trotzdem.

Wie reagiert man auf die Eskalation?

Seit jeher wird nach Trash-TV-Sendungen die Frage laut, wie Sender reagieren sollen, wenn die Kandidaten die ohnehin schon laschen Moral-Grenzen überschreiten. Nach der viel diskutierten Mobbing-Folge bei "Promis unter Palmen" im Frühjahr war der Konsens, Sat.1 hätte mehr machen können, ja, sogar müssen. 

Und auch jetzt ist es nur schwer mit anzusehen, wie Lisha ungehindert pöbeln kann, Behinderungen und psychische Krankheiten als Schimpfwörter benutzt und dafür von manchen Bewohnern sogar noch Beifall bekommt. Da die Zuschauer beim Sommerhaus nicht als regulierende Instanz auftreten können um die Gossen-Youtuberin rauszuwählen, liegt die Verantwortung erneut beim Sender. Und der sollte sagen: Dieser Frau geben wir keine Plattform (das sollte für alle zukünftigen Formate ebenso gelten). 

Nach ihren verbalen Tiefschlägen hätte Lisha noch am Abend disqualifiziert werden müssen. Keine Sendezeit der pöbelnden Meute. So ein Verhalten darf nicht legitimiert werden.


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