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"Wetten, dass..?" auf Mallorca Gottschalk und die Dauerwelle


Bei seiner letzten "Wetten, dass..?"-Sendung von Mallorca bot Thomas Gottschalk noch einmal die traditionelle Mischung der Show auf: krude Sofagespräche, Bierzelt-Wetten, schöne Frauen und Status Quo. Dem enthemmten Publikum in der Stierkampfarena von Palma war's egal.

Geht er nun? Geht er nicht? Und wenn ja, wann? Und dann, wird sein Nachfolger wirklich Jörg Pilawa?

Es gab und gibt in diesen Tagen viele Fragen rund um Thomas Gottschalk, den deutschen "TV-Dinosaurier". Doch bei seiner wohl definitiv letzten "Wetten, dass...?"-Show aus der Stierkampfarena von Mallorca konnte oder wollte der 61-Jährige nicht lange über Abschied reden.

Die Besetzung war traditionell bunt gemischt: Neben den US-Stars Cameron Diaz, Jennifer Lopez und Kevin James bot Gottschalk altbekanntes Personal auf: Heidi Klum und Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel, dazu die RTL- „Superstars“ Pietro Lombardi und Sarah Engels mit "DSDS“-Chef Dieter Bohlen. Als musikalische Gäste schraddelten - zum gefühlt 532sten Mal - die Bierzelt-Rocker von Status Quo. Alles ganz nach Thommys Geschmack.

Gottschalk wehrt alle Dankes-Hymnen ab

Die Sendung selbst verlief dann auch ohne Pannen, aber auch ohne große Höhepunkte. Viele Wetten, spannend, aber nicht spektakulär, scheiterten an der letzten Hürde. Die amerikanischen Stars lieferten ihren Part routiniert freundlich ab, Dieter Bohlen wirkte seltsam zurückhaltend, Heidi Klum trug High Heels und Sebastian Vettel verirrte sich ab und an in Altherren-Zoten, die man bisher nur von Gottschalk kannte.

Der Showmaster selbst genoss sichtlich den Trubel der Veranstaltung, wirkte konzentrierter als manches Mal zuvor und ließ sich auch durch die teilweise immensen Tonprobleme nicht stören. An seiner Seite Michelle Hunziker, die scheinbar schon in jungen Jahren immer mehr die Rolle der treusorgenden italienischen Mama für sich entdeckt.

Eine Sendung wie aus dem doch schon arg angestaubten "Wetten, dass..?"-Lehrbuch also, nur das aufgedrehte Publikum erlaubte sich ein wenig Anarcho-Spaß und drehte bei der obligatorischen La-Ola-Welle so viele Extrarunden, dass es den Moderator an die Grenzen der Fassung brachte.

Erst ganz zum Schluss wurde es ein wenig wehmütig. Altmeister Frank Elstner versuchte vergeblich, Gottschalk das Geheimnis seines Nachfolgers zu entlocken. Das Publikum drehte nochmal kurz auf, aber Gottschalk selbst war es, der alle Dankes- und Abschiedshymnen abwürgte. So, als wollte er partout nicht Abschied nehmen, von der Sendung, die ihn groß gemacht hatte.

Im Herbst wird noch genug Zeit sein, Ciao zu sagen, dann gibt es gleich noch drei "Best-of-Special"-Sendungen. Die Dauerwelle geht also weiter. Ob das wirklich für alle Beteiligten Freude bedeutet, wird sich zeigen.

P.S. Eine ausführliche Kritik der Show finden Sie ab Sonntagmorgen hier auf stern.de

rk

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