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TV-Kritik

ARD-Dokumentation: AfD wollte Bundesregierung "jagen" - was ist daraus geworden?

"Wir werden sie jagen!", drohte AfD-Chef Alexander Gauland nach der Bundestagswahl 2018 der Bundesregierung. Eine ARD-Doku zeigt, ob der Partei ihr Vorhaben bisher gelungen ist.

Es fing so harmlos an mit der im Bundestag vor gut einem halben Jahr. Ein bisschen Chaos beim Bezug der neuen Büros, ein paar Selfies aus dem Plenarsaal, ein wenig fremdeln mit der neuen Rolle im Hohen Haus.

Ganz dicht dran waren dabei die Kameras der ARD-Filmemacherinnen Marie-Kristin Boese und Karin Dohr, die die Partei während ihrer ersten sechs Monate im begleiteten. Für ihre Dokumentation "Protest und Provokation" konnten sie hinter die Kulissen des Parlamentsbetriebs blicken. Man könnte meinen, es ist fast ein Wunder, dass der von "Zwangsgebühren" finanzierte Sender so dicht ran durfte an die Weidels und Gaulands.

Chronologie der AfD-Skandale und -Tabubrüche

Doch die zoomt im Verlauf des Films immer weiter auf, der Blick hinter die Kulissen muss einer Chronologie dieses ersten halben Jahres der AfD im Bundestag weichen. Im Zeitraffer wird der Zuschauer erneut Zeuge der Skandale und Tabubrüche, die die Republik seit dem Einzug der Partei ins Parlament heimsuchten.

Das klingt dann alles gar nicht mehr so harmlos, die 45 Minuten zeigen, in welcher Geschwindigkeit sich der politische Stil im Bundestag verändert hat: das Frauke-Petry-Aus, die Nominierung des Islamkritikers Albrecht Glaser als Parlamentsvizepräsident, der nächtlich herbeigeführte Hammelsprung, die Angriffe gegen den Journalisten Deniz Yücel, die Wahl dreier umstrittener Ausschussvorsitzender, das würdelose Verhalten der Fraktion während der Holocaust-Gedenkstunde und so weiter und so fort. Wie schnell die Zeit vergeht.

"Der Ton ist rau geworden im Bundestag", stellen die Macher fest. "Protest und " im Schnelldurchlauf. Parteichef Alexander Gauland darf darlegen, dass es der AfD mehr nütze als schade, in die Opferrolle gedrängt zu werden. Ansonsten kommt die Konfrontation der AfD-Protagonisten mit ihrer Strategie leider zu kurz.

Die Bewertung müssen dann andere übernehmen. FDP-Mann Wolfgang Kubicki zum Beispiel, der fordert, die AfD auch einmal mit Nichtbeachtung zu strafen. Oder SPD-Bundestagsvize Thomas Oppermann, der die Partei mit Sachargumenten stellen will.

Die "Jagd" fiel bislang aus

Das klappte im vergangenen Jahr überraschend gut. Der Film zeigt, dass sich die anderen Parteien auf die AfD eingestellt haben, sie auflaufen lassen, ihre Themenarmut aufzeigen. Die von ausgerufene "Jagd" auf die Bundesregierung ist bislang jedenfalls ausgeblieben.

So ist für den Zuschauer am Ende des Films zumindest klar, worum es der AfD offenbar geht: Sie sucht die große Bühne im Bundestag, um für Schlagzeilen zu sorgen. "Es reicht er AfD, dass sie präsent ist, um destruktiv wirken zu können", urteilt Historiker Volker Weiß. "Sie untergräbt systematisch die Grundlagen der Zivilgesellschaft."

Das ist das Erfolgs- und Überlebenskonzept der Partei - allein um das einmal mehr zu erkennen, lohnt es sich, die Doku anzusehen.

"Protest und Provokation - Die AfD im Bundestag" ist in der ARD-Mediathek zum Nachschauen abrufbar.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo