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ARD-Hauptversammlung: Jauch muss Werbung mit NDR abstimmen

Als Nachfolger von Sabine Christiansen muss Günther Jauch seine Werbeverträge mit dem NRD abstimmen. Darüber sind sich die ARD-Intendanten am Ende ihrer Hauptversammlung einig. Der DJV fürchtet indes um Glaubwürdigkeit.

Günther Jauch muss als künftiger Moderator der politischen ARD-Talkshow am Sonntagabend seine Werbeverträge mit der Rundfunkanstalt abstimmen. "Wenn Günther Jauch werben will, kann er das nicht machen, wenn er gerade Lust hat; er wird sich da mit dem NDR kurzschließen müssen", sagte der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber am Mittwoch zum Abschluss der ARD-Hauptversammlung in München. "Aber ob es überhaupt so weit kommt, bezweifle ich." Fortsetzen kann der 50- jährige Moderator auch seine Tätigkeit für RTL. Programmdirektor Günter Struve würde Jauch aber nach 2007 gerne stärker in die ARD einbinden und erklärte, er könne sich weitere journalistische Formate mit ihm vorstellen.

Jauch moderiert bei RTL die Rateshow "Wer wird Millionär?" und die Magazinsendung stern TV. Im September 2007 wird er die Nachfolge von Sabine Christiansen antreten. Seine Verpflichtung war vor allem im Hinblick auf seine Werbeaktivitäten und sein RTL-Engagement heftig diskutiert worden. Bei den Eckpunkten zu Jauchs ARD-Tätigkeit seien die Intendanten sehr einmütig gewesen, sagte Gruber, der aber keine Einzelheiten nennen wollte, da es noch keinen Vertrag gebe. Jauch habe aber noch einmal zugesagt, auf die Interessen der ARD Rücksicht zu nehmen. Er glaube nicht, dass es zu diesen öffentlich diskutierten Problemen kommen werde. Einen Zeitpunkt für den Vertragsschluss nannte Gruber nicht.

DJV kritisiert die Entscheidung

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) in Berlin kritisierte die Entscheidung, Werbeauftritte zuzulassen. "Wenn der Moderator einer politischen Talkshow seinen Namen für Werbebotschaften hergibt, ist das mit journalistischen Prinzipien nicht vereinbar", sagte der DJV- Bundesvorsitzende Michael Konken. Dabei gehe es sowohl um das Image der ARD als auch um die journalistische Unabhängigkeit und die Glaubwürdigkeit des Moderators eines viel beachteten Polittalks.

Harald Schmidt bleibt für zwei Jahre an zwei Abenden

Entschieden haben sich die ARD-Intendanten im Fall Harald Schmidt: Seine Show soll nun doch nicht auf einen Abend pro Woche beschränkt werden. In Übereinstimmung mit Schmidt werde es bei zwei Abenden bleiben, sagte ARD-Programmdirektor Günter Struve, der diese Entscheidung bedauerte. Ein einstündiger Auftritt an einem Abend wäre näher an den berühmten US-Vorbildern Jay Leno und David Letterman gewesen und hätte eine neue Dramaturgie erfordert, sagte er. Schmidt, der 2005 nach einer einjährigen "kreativen Pause" vom privaten Fernsehsender Sat 1 ins öffentlich-rechtliche Fernsehen wechselte, soll weitere zwei Jahre bis 2008 bei der ARD bleiben.

Weiter verhandeln will die ARD über die Fernsehübertragung der Deutschland-Tour. Dabei soll es vor allem um Kosten und Sendezeiten für die Ausstrahlung der größten deutschen Radrundfahrt gehen, die in diesem Sommer wegen des Verdachts auf mehrere Doping-Fälle, unter anderem bei Telekom-Star Jan Ullrich, in Verruf geraten war. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und die deutsche Radrennställe hätten in den vergangenen Monaten sehr aktiv gegen Doping gekämpft, sagte der designierte ARD-Vorsitzende Fritz Raff vom Saarländischen Rundfunk. Deshalb gebe es keinen Anlass, sich vom Radsport zu verabschieden.

Zu keinem Ergebnis kamen die Intendanten auch bei der Frage der Rundfunkgebühren. Derzeit würden alle Modelle durchgerechnet und auf ihre rechtliche Basis überprüft, sagte Raff. Der 58-Jährige sagte, in seiner einjährigen Amtszeit als ARD-Vorsitzender wolle er die Kultur stärker ins Gespräch zu bringen.