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"Bares für Rares" "Ich bin hart geblieben" - dieser Verkäufer macht im Händlerraum alles richtig

Bares für Rares: Colmar Schulte-Goltz, Horst Lichter, Dieter Sondhauß
Drei Männer und ein Schaf bei "Bares für Rares": Colmar Schulte-Goltz und Horst Lichter staunen über das Gemälde von Dieter Sondhauß.
© ZDF
Die richtige Taktik entscheidet bei "Bares für Rares" oft über den Preis. Im Händlerraum geben viele zu früh klein bei. Doch an diesem Verkäufer beißen sich die Händler die Zähne aus.

Jahrelang hing das Schaf im Wohnzimmer seiner Mutter: Dieter Sondhauß aus Overath kommt mit einem Gemälde zu "Bares für Rares". "Das ist bei uns, seitdem ich denken kann", sagt der 67-Jährige über das Bild, doch in seine Wohnung passe es nicht. Deshalb möchte er sich davon trennen. "Ich habe keine Ahnung, was es wert ist", sagt der Verkäufer. Experte Colmar Schulte-Goltz kann helfen.

"Das ist fantastisch gemalt", lobt der "Bares für Rares"-Sachverständige das Bild mit dem Schaf und dem großen Goldrahmen. Die Darstellung sei fast fotografisch. "Das ist hohe Kunst", sagt Schulte-Goltz. Das Gemälde, das in Öl auf Mahagoni gemalt wurde, stamme vom flämischen Maler Eugène Verboeckhoven und sei aufs Jahr 1846 zu datieren. "Der Künstler ist bekannt dafür, dass er seelenvolle Bilder mit Tieren gemacht hat", erklärt der Experte. Selbst Horst Lichter ist begeistert: "Es ist das erste Mal, dass ich den Drang verspüre, mir ein Schaf aufzuhängen."

"Bares für Rares"-Experte überrascht mit Schätzung

Verkäufer Sondhauß wünscht sich einen vierstelligen Betrag für das Gemälde. Experte Schulte-Goltz liegt mit seinem Schätzpreis weit darüber. "Es ist eine Freude, das Bild sehen zu dürfen", sagt er begeistert und nennt 1500 bis 1800 Euro als realistisch. Doch wie sieht es mit den Schafsfreunden im Händlerraum aus?

"Also ich mag Schafe", sagt Julian Schmitz-Avila, als er das Gemälde sieht. "Schön gemalt", findet auch Markus Wildhagen. Doch das erste Gebot gibt Thorsden Schlößner mit 300 Euro ab. Christian Vechtel erhöht auf 500, Wildhagen auf 600 Euro. "Da sind wir noch weit von der Expertise entfernt", wirft Verkäufer Sondhauß taktisch klug ein. Selbst bei 1000 Euro von Schmitz-Avila bleibt er gelassen. "Da muss schon noch was kommen." Schafs-Fan Schmitz-Avila gibt zu: "Ich hätte es wirklich gerne. Leider merkt man mir das an." Er bietet 1100 Euro an, doch der Verkäufer bleibt knallhart, will 1200 Euro dafür. Auch auf die 1150 Euro steigt Sondhauß nicht ein und bleibt cool. Schmitz-Avila gibt nach und schlägt ein. "Das hättest du nicht gedacht, dass du heute noch ein Schaf kaufst", scherzt Markus Wildhagen.

Verkäufer Sondhauß hat sich als guter Verhandler entpuppt. "Ich bin hart geblieben", sagt er über sich selbst. Mit Erfolg.

mai

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