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"Boris Becker - Der Spieler": Boris Becker bringt Privatinsolvenz ins Spiel

Kurz vor seinem 50. Geburtstag hat die ARD Boris Becker eine Doku gewidmet. Darin äußert sich die Tennislegende über seine finanzielle Situation - und deutet die Bereitschaft zu einer unkonventionellen Lösung an.

TV-Doku "Boris Becker - Der Spieler"

Szene aus der TV-Doku "Boris Becker - Der Spieler": Bei seinem Besuch in Monte Carlo trifft Becker vor dem Palast auf Prinz Albert von Monaco

Boris Becker zählt noch immer zu den größten deutschen Sportlegenden. Anlässlich seines 50. Geburtstages hat die mit der Dokumentation "Boris Becker - Der Spieler" einen Blick auf sein Leben geworfen. Der Film zeichnet noch einmal den atemberaubenden Aufstieg des jungen Leimeners bis zum Wimbledon-Sieg am 7. Juli 1985 nach. "Boris Becker wurde nicht in Leimen geboren. Boris Becker wurde in London geboren. An diesem Tag", sagt Beckers früherer Manager Ion Tiriac in der Dokumentation. "Und ganz Deutschland hat ihn adoptiert." 

Boris Becker wehrt sich gegen diese Vereinnahmung. Er sieht ein Missverständnis: "Ich war noch nie euer Boris", sagt er heute. Ein Missverständnis, das er nie auflösen konnte. Denn die Nation begleitete Becker fortan auf Schritt und Tritt. Ergötzte sich an seinen sportlichen Erfolgen ebenso wie an seinem Privatleben sowie den seit Sommer 2017 kursierenden Berichten über finanzielle Probleme.

Boris Becker über die Finanzen

In der Doku nimmt Becker dazu ausgiebig Stellung - erstmals vor der Kamera. Seiner in Zeitungsinterviews mit der "NZZ" und der "Gala" verfolgten Strategie, die Probleme herunterzuspielen, bleibt er treu. "Ich bin zahlungsfähig. Ich bin nicht pleite. Mein Leben geht normal weiter" - das ist auch jetzt seine öffentliche Haltung. Doch erstmals deutet Becker einen Ausweg aus seiner finanziellen Situation an, der seinen Gläubigern wohl nicht gefallen dürfte: Er bringt den Schritt in die Privatinsolvenz als eine Möglichkeit ins Spiel. Nach einem Jahr wäre er dem britischen Insolvenzrecht zufolge dann alle Schulden los.

Ob er diesen Weg wirklich beschreiten wird? Die Doku heißt "Boris Becker - Der Spieler" - ein sehr passender Titel. Denn das beschreibt seine Natur - auf dem Tennisplatz wie auch in finanziellen Dingen. Wir dürfen gespannt sein auf seinen nächsten Aufschlag.

Die ARD zeigt "Boris Becker - Der Spieler" am Montag, 20. November, um 20.15 Uhr.

che
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo