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ZDF entschuldigt sich für Hemdenfarbe: Braunhemd-Gate im "Morgenmagazin"

Darf man wie Jochen Breyer im Fernsehen mit einem braunen Hemd auftreten? Auf keinen Fall, meint das ZDF - und entschuldigte sich prompt für den Fauxpas. Gut so, die Welt ist viel zu braun.

Eine Glosse von Carsten Heidböhmer

Steht das braune Hemd für eine braune Gesinnung? Eine absurde Frage - und doch haben sich Zuschauer beim ZDF über die Kleidung von Moderator Jochen Breyer beschwert.

Steht das braune Hemd für eine braune Gesinnung? Eine absurde Frage - und doch haben sich Zuschauer beim ZDF über die Kleidung von Moderator Jochen Breyer beschwert.

Die wichtigste Botschaft zuerst: Das Hemd, das Jochen Breyer am Montag im "Morgenmagazin" trug, war gar nicht braun - es war olivgrün! Mit dieser Mitteilung konnte das ZDF einen der größten Skandale der deutschen Fernsehgeschichte aus der Welt schaffen, seit Katrin Müller-Hohenstein das Wort "Reichsparteitag" verwendet hat. Denn einige Zuschauer hatten sich am Dienstagmorgen verwundert die Augen gerieben. Es sah so aus, als habe Breyer, Moderator des ZDF-"Morgenmagazins", ein braunes Hemd getragen. Und das, obwohl wir doch alle wissen, dass ein gewisser Adolf Hitler in Braunau am Inn geboren wurde. Wie, mag sich so mancher gedacht haben, kann das ZDF so taktlos, so geschichtsvergessen sein? Und so gingen bei dem Mainzer Sender Beschwerden ein, zumal Breyer, 31, in diesem braun aussehenden Etwas, über das Thema Hooligans sprach. Und sind darunter etwa nicht braune Gesinnungsgenossen? Hat dieses junge Moderatorenbürschchen etwa nicht im Geschichtsunterricht aufgepasst?

Das ZDF reagierte sofort. Nicht umsonst ist es der Sender, bei dem Guido Knopp der deutschen Fernsehnation den "Führer" näher gebracht hat: seine Frauen, seine Tiere, seine Komponisten - und seine Lieblingsfarben. Das ZDF also tat das einzig Richtige: Es entschuldigte sich auf seiner Facebook-Seite. Dafür, dass der Eindruck entstanden sei, das Hemd von Jochen Breyer könne braun sein.

Auch per Twitter sagte das ZDF noch einmal "Sorry".

Gut gemacht. So entschärft man einen Konflikt. Der erste Schritt wäre also getan: Die Farbe Braun ist für ZDF-Moderatoren künftig verboten. Aus Sicherheitsgründen auch Olivgrün, da es für Braun gehalten werden kann. Doch es gibt noch so viel mehr Braun in dieser Welt, das ausgemerzt werden müsste: Schokolade wird künftig verboten, Nutella gleich mit dazu, ist ja eh beides ungesund. Gut, zahllose Wohnzimmergarnituren in deutschen Wohnzimmern müssten dran glauben. Aber wenn die Konjunktur angekurbelt wird, haben alle was davon. Und, St. Pauli-Fans, ihr müsst jetzt ganz tapfer sein: Sucht euch einen neuen Verein. Braun geht gar nicht.

Den Facebook-Beitrag des ZDF haben inzwischen übrigens mehr als 1600 Menschen kommentiert. Die meisten regen sich über die Entschuldigung auf. Dabei will der Mainzer Sender doch nur die Welt verschönern! Versteh einer die Menschen.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo