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Castingshows "GNTM" und "DSDS" Der totgerittene Gaul


Kein Drama, kaum Höhepunkte, miese Quoten: Die aktuelle Staffel von "GNTM" ist ähnlich gefloppt wie "DSDS". Die Castingformate sind tot - und können auch durch Änderungen nicht reanimiert werden.
Ein Kommentar von Carsten Heidböhmer

Der Abschluss geriet dann doch versöhnlich: Mit Lovelyn Enebechi konnte Heidi Klum eine strahlende Siegerin präsentieren - und endlich einmal spielte auch das Publikum mit. 3,72 Millionen Menschen, das waren mehr Zuschauer als bei der Finalsendung des Vorjahres. Ändern konnte es jedoch nichts: Die achte Staffel von "Germany's next Topmodel" hatte die schlechtesten Quoten seit Bestehen des Formats. Seit 2009 geht es mit den Zuschauerwerten kontinuierlich bergab - ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht.

ProSieben wird darauf reagieren wie immer in den letzten Jahren: Es werden mal wieder Juroren ausgetauscht, ein paar Kleinigkeiten am Konzept modifiziert - und auf geht's in die nächste Runde voller Langeweile. Nur eine Option zieht niemand in Erwägung: das Format einzustellen. Im Gegenteil: Er kürzlich sagte Heidi Klum, sie könne die Show noch locker zehn Jahre machen. Eine Aussage, die eher wie eine Drohung als eine Verheißung klingt.

Auch "DSDS" ist am Boden

Ein ganz ähnliches Bild zeigte sich bei der kürzlich beendeten zehnten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" auf RTL. Auch hier stürzte die Castingshow nach Jahren rückläufiger Quoten auf einen neuen Tiefstwert.

Wie reagiert der Sender auf den dramatischen Zuschauerschwund? Programmchef Tom Sänger kündigte an, das Konzept ändern zu wollen. Blöd nur, dass er genau das bereits ein Jahr zuvor versprochen hatte, als gerade die neunte Staffel mit desaströsen Quoten zuende gegangen war. Es werde "kein Stein auf dem anderen bleiben", kündigte Poptitan Dieter Bohlen damals an. Gefruchtet hat all das nicht. Deswegen soll jetzt aber wirklich alles anderes werden. Nun ja.

Das Herz hat aufgehört zu schlagen

Der Grund, weshalb die konzeptionellen Änderungen der letzten Jahre nicht gefruchtet haben, liegt auf der Hand: Die Castingformate "DSDS" und "GNTM" sind ausgelutscht. Egal wieviele Juroren man austauscht, wieviele Blöcke man überarbeitet - einen tot gerittenen Gaul kann man nicht wieder zum Leben erwecken.

Dass RTL und ProSieben dennoch an den Formaten festhalten, hat einen einfachen Grund: Trotz der seit Jahren anhaltenden Quotenmisere liegen die beiden Sendungen in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen noch immer über dem Senderschnitt. Und solange das so ist, werden sie den Gaul weiterreiten - auch wenn das Herz schon längst aufgehört hat zu schlagen.


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