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Christina Stürmer bei "Sing meinen Song" Ohne fremde Brüste, dafür mit eigenem Kopf


Man muss sie einfach liebhaben: Bei "Sing meinen Song" stand diese Woche die Österreicherin Christina Stürmer im Mittelpunkt. Es wurde getrunken, gesungen - und geweint.
Von Sarah Stendel

Es ist ein Phänomen der Show "Sing meinen Song", dass es nach der Sendung unmöglich ist, einen der Teilnehmer nicht zu mögen. Auch wenn man den Naidoo eigentlich schrecklich findet, bei Songs von Pur zusammenzuckt und von den anderen noch nie etwas gehört hat: Am Ende haben sich die Singenden in Südafrika immer lieb - und der Zuschauer sie irgendwie auch.

Das war schon in der vergangenen Staffel so, als plötzlich halb Deutschland die Volksmusik von Andreas Gabalier neu für sich entdeckte. Und das funktioniert auch beim zweiten Mal. Diese Woche stand Christina "Christl" Stürmer aus Ober-Österreich im Mittelpunkt von Xavier Naidoos prominenter Sing-Runde. Sie trägt Jeans und T-Shirt, trinkt Bier und hat sich mit den Prinzen angefreundet. Außerdem hat sie Geburtstag, deshalb geht alles noch flauschiger zu, als sowieso schon.

Sie sagte nein zur Busen-OP

Dabei fliegen Stürmer dank ihrem Dialekt, ihrem Strahlen und der ungekünstelten Art sowieso leicht die Herzen zu. Seit über zehn Jahren macht sie Musik, angefangen hat sie als Teilnehmerin der Castingshow "Starmania". Dort landete sie zwar nur auf dem zweiten Platz - mit ihrer ersten Single "Ich lebe" aber gleich einen Hit. "Komm aus dir raus, vergiss den Buchladen", hatten die Juroren zuvor noch scharf die zurückhaltende Art der gelernten Buchhändlerin kritisiert. "Die wollten mir den Busen vergrößern lassen, da war für mich Stopp", erzählt die Sängerin in der Anschluss-Sendung "Die Christina-Stürmer-Story". Diese hatte übrigens einen Staffelbestwert, was die Quoten angeht - Stürmer muss man einfach liebhaben. Auch, weil sie ihren eigenen Kopf hat.

Den Musiker-Kollegen erzählt sie bei Wein und Bier in Südafrika, wie sie die Schule abgebrochen und ihre Mutter damit zur Verzweiflung getrieben, wie sie sich bei Manager und Plattenfirma durchgesetzt hat. Und damit auch mal falsch lag: 2009 floppte ein Album. "Darüber bin ich bis heute nicht weggekommen", sagt Christina Stürmer. Zum Traurigsein ist aber keine Zeit: Rocker Daniel Wirtz covert ihren Hit "Ich kriege nie genug" und springt in beherzter Stage-Diving-Manier zu den Promis auf die Couch.

Und dann wird geheult

Aber sogar die immer fröhliche Österreicherin hat was zum Weinen im Repertoire, das sich Xavier Naidoo zielsicher ausgesucht hat. "Mitten unterm Jahr" heißt die Ballade und es geht um den überraschenden Tod von Stürmers Oma. Denn es wäre keine Folge "Sing meinen Song", wenn nicht doch noch Tränen fließen würden. Stürmer wischt sie sich verschämt aus den Augen.

"Sie strahlt einen an, absolut liebenswürdig. Das allerwichtigste ist, dass man mit sich selbst im Reinen ist", schwäbelt Hartmut Engler dazu. Und irgendwie möchte man danach mit einer Packung Seitenbacher-Müsli im Arm ins Bett gehen und sich diese Ballade über die Oma von der Christl, die der Naidoo so schön gesungen hat, nochmal anhören. So etwas schafft wirklich nur "Sing meinen Song".


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