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"Sing meinen Song - das Tauschkonzert": Heulen mit Andreas Gabalier

Volksmusik ist veraltet und verlogen? Wer bei "Sing meinen Song" den Österreicher Andreas Gabalier erlebt, wird eines Besseren belehrt - Promi-Tränen von Xavier Naidoo und Sarah Connor inklusive.

Von Sarah Stendel

Schon bevor Xavier Naidoo ans Mikro tritt, fließen bei "Sing meinen Song - das Tauschkonzert" die Tränen. Diese Woche sind die Hits von Volksmusiker Andreas Gabalier an der Reihe und Naidoo hat sich die Ballade "Amoi seg' ma uns wieder" ausgesucht.

Beim Original bringt Andreas Gabalier regelmäßig ganze Konzert-Arenen zum Schweigen. Es ist ein Lied, das er für seinen Vater und seine jüngere Schwester geschrieben hat, die beide Selbstmord begangen haben. "Wie machst du das bloß?", fragt Sarah Connor unter Tränen fassunglos, als Gabalier davon erzählt.

Dann singt Naidoo in seiner typischen Tonalität und in perfektem Dialekt: "Amoi seg' ma uns wieder / Amoi schau i a von obm zua / Auf meine oitn Tag leg i mi dankend nieder / Und moch für olle Zeitn meine Augen zua". Und plötzlich gibt es weder für ihn noch für Andreas Gabalier kein Halten mehr. "Ich hab seit sechs Jahren nicht mehr um meine kleine Schwester und meinen Papa geweint", gesteht Gabalier. Jetzt fließen die Tränen dafür umso mehr.

Dass es ausgerechnet einen Volksmusik-Star braucht, um der Vox-Sendung zum Quoten-Rekord und großen Emotionen zu verhelfen, ist bemerkenswert. Eigentlich gilt die Volksmusikszene als veraltet und verlogen, als kalkulierte Gute-Laune-Maschinerie, die Rentnern das Geld aus den Taschen zieht und Einschaltquoten garantieren soll.

Doch Andreas Gabalier, 29 Jahre jung und selbsternannter "Volks-Rock'n'Roller", macht das, was einer Helene Fischer so offensichtlich fehlt: Musik, die von Herzen kommt. Der Österreicher singt und spricht ohne Rechtfertigung breiten steierischen Dialekt, erzählt ausgiebig von daheim und spielt seine Lieder so, wie sie ihm gefallen. Das erinnert mal an Schlager, mal an Alpenrock im Stil von Hubert von Goisern und mal geht auch ein Ton daneben - aber immer wirkt es so, als ob Gabalier unglaublichen Spaß daran hat.

Gerührt bedankt er sich bei Sarah Connor, Sandra Nasic, Sasha, Roger Cicero und Gregor Meyle nach jedem Cover-Song. "Das ist für mich die schönste Fernsehsendung, die ich je miterleben durfte", sagt Andreas Gabalier in die Kamera und man glaubt ihm die überschwänglichen Worte.