HOME

Die Welt in Listen: TV-Serien aus der Nostalgie-Schatulle

Für die einen Kitsch, für die anderen Kult: das "Forsthaus Falkenau" wird eingemottet. Ein guter Zeitpunkt für stern.de, sich an Serien zu erinnern, die man gern wieder entstauben würde.

1. "Männerwirtschaft"

"Es gibt ja so einige Serien aus der Kindheit und Jugend, an die man sich mit nostalgischem Seufzen erinnert. Dann schaut man mal eine Folge und muss feststellen: Reicht auch erstmal wieder für die nächsten Jahre. Eine Ausnahme, die den Test der Zeit mit links besteht: 'Männerwirtschaft', der US-Klassiker aus den späten 60ern, frühen 70ern. Als Kind habe ich die beiden Schrullen schon innig geliebt und auch heute sind Tony Randall und Jack Klugman als WG-Kumpels Felix Unger (räumt gern auf) und Oscar Madison (eher nicht so gern) unerreicht. Dialoge, Schauspielerei, Nebenrollen – ein Geniestreich, der die Zeit überdauert. Neal Heftis wunderbares 'The Odd Couple'-Titelmelodie und das formidabel montierte Splitscreen-Intro machen den Deckel und lassen schon beim Vorspann grinsen."
Ingo Scheel, freier Autor für stern.de

2. "Friends"

"Wenn das Ende der Serie 'Friends' doch so endgültig gewesen wäre wie die vielen Enden der On-Off-Beziehung von Ross und Rachel. Ich vermisse die beiden - genauso wie das neurotische Gezeter von Monica, die Smelly Cat-Songs von Phoebe, Chandlers Thanksgiving-Geschichten und sogar Joeys beinahe-charmantes 'Na, wie geht's denn so'. Die zehn Staffeln der 90er-Sitcom 'Friends' haben mir mit ihrer Mischung aus Drama und Comedy viele wunderbare Serienabende, -morgende und -mittage beschert. Dieser neumodische Abklatsch 'How I Met Your Mother' ist eben längst nicht das Gleiche."
Julia Rieke, Social-Media-Managerin bei stern.de

3. "Captain Future"

"Der Held meiner Kindheit? 'Captain Future'! Was habe ich diese japanische Zeichentrick-Serie geliebt! (Wie sehr? So sehr.) Ich habe später auch einen Großteil der Pulp-Fiction-Romane von Edmond Hamilton gelesen, die die Basis für die Serie bilden. Und musste feststellen: Das alles ist Science-Fiction der schlichteren Art. Aber mit neun war mir das egal: Zeitreisen, Gehirne in fliegenden Dosen, Geistestransplantationen zwischen Menschen und Amphibien. Und dazu die fantastische Titelmusik von Christian Bruhn … Menno, ich will auch eine eigene Basis auf dem Mond!"
Ralf Sander, Digital-Redakteur

4. "Percy Stuart" und "Fame"

"Ich habe nur so eine rudimentäre Resterinnerung an 'Percy Stuart' – aber ich weiß, dass das damals im Kindergarten das Nonplusultra war. Cooler als Claus Wilcke war keiner! Schlimme Vorstellung. Auch unvergessen: 'Fame', die Serie, nicht der Kinofilm. Frauen in scharfen Gymnastikanzügen. Ich war 14! Muss ich noch mehr sagen?"
Volker Königkrämer, Nachrichten-Redakteur bei stern.de

5. "Gilmore Girls"

"'Die Gilmore Girls'! Warum? Weil mir die beiden Hauptfiguren, die alleinerziehende Mutter Lorelai Gilmore und ihre Tochter Rory, sehr ans Herz gewachsen waren. Die Mutter: chaotisch, schräg, liebenswert. Die Tochter: strebsam, ordentlich, liebenswert. Sie schlagen sich gemeinsam durchs Leben, begleitet von anderen tollen Charakteren, die teilweise ebenfalls sehr schräg sind. Eine sehr schöne Geschichte mit Dialogen, die ihresgleichen suchen. Glücklicherweise habe ich alle Staffeln auf DVD – wenn das Gefühl des Vermissens zu stark wird, lege ich einfach eine DVD ein."
Ulrike Klode, Teamleiterin Unterhaltung bei stern.de

6. Die ZDF-Weihnachtsserie

"Ich wünsche mir die ZDF-Weihnachtsserie zurück. Wie schön war das damals, als ich im Skiurlaub 1987 erstmals an dieser Institution der deutschen Weihnachtszeit teilnehmen durfte. Ab der ersten Folge war ich großer Fan von 'Anna' und war vermutlich auch ein bisschen verknallt in Patrik Bach, der gefühlt in jeder Weihnachtsserie auftauchte. Jeden Tag vom Skifahren nach Hause kommen, sich mit heißem Kakao aufs Sofa kuscheln und 50 Minuten lang gebannt auf den Fernseher konzentrieren. Das schafft heute kaum eine Serie bei mir, weil man nebenbei noch twittern, lesen oder aufräumen kann. Auch in den Nach-Anna-Jahren war ich großer Weihnachtsserien-Fan. 'Nonni und Manni' - meine Skandinavienliebe wurde vermutlich damals entfacht, 'Laura und Luis' - das ZDF sensibilisierte mich für die Ausbeutung von Kindern Jahre bevor ich akkordeonspielenden Jungen in U-Bahnen begegnete und 'Ron und Tanja' - Wiedervereinigung und Rassismusproblematik unterm Tannenbaum, mehr kann man nicht verlangen von einer Serie, die 'zwischen den Jahren' läuft. Und dieses kuschelige Gefühl meiner Kindheitstage hätte ich gern zurück. Zumindest für sechs mal 50 Minuten am Jahresende."
Swantje Dake, Teamleiterin Nachrichten bei stern.de

7. "MacGyver"

"Dass ich MacGyver immer toll fand, lag nicht nur an seiner Frisur. Zwei Tropfen Spüli, eine Büroklammer, ein Kaugummipapier und Klebeband - mehr brauchte Richard Dean Anderson nicht, um sich von Mitte der 1980er bis Anfang der 1990er aus schier aussichtslosen Notlagen zu befreien, Bomben zu entschärfen und psychopathische Auftragskiller zu erledigen. Ganz ohne Waffengewalt, aber mit Köpfchen. Fernsehgewordenes Yps-Heft und Inspiration für viele heute angesagter Lifehacks. Am Ende siegte immer der große Blonde mit den coolen Tricks."
Jessica Wagener, freie Autorin für stern.de

8. "ALF"

"Auch wenn einige der Gags schon damals in die Kategorie Fips-Asmussen-Kalauer gefallen sind, würde ich mich über ein Revival der Serie 'ALF' freuen. Denn so schön dummdreist und naiv, aber dennoch auf eine gewisse Art und Weise allwissend wie er sein Leben auf der Erde und in der Tanner’schen Familie kommentierte, konnte es wohl nur jemand, der uralt und zudem nicht von dieser Welt war. ('Wenn einer hinterher der Dumme ist, war er es meist vorher schon. Selten dumme Menschen sind nicht selten, nur dumm.') Statt mit Einschaltquotenmessungen (Staffel 2, Folge 5) oder Lebensversicherungen (Staffel 1, Folge 16 und 17) könnte sich ALF doch auch heute noch mit Themen der Gegenwart auseinandersetzen. Man stelle sich vor: ALF entwickelt eine Youtube-Abhängigkeit (Stichwort: cat-content), leakt brisante Informationen, die er zufällig im All aufgeschnappt hat oder liefert sich einen Tweef mit Boris Becker. Ich freue mich schon drauf!"
Andrea Suhn, Social-Media-Managerin bei stern.de

ins
Themen in diesem Artikel