Bierflaschen, Deoroller, Aubergine, was haben Notfall-Ärzte nicht schon alles aus Hinterteilen zurück ans Tageslicht befördert. Wie so etwas abläuft, oder zumindest so ähnlich, das konnte man am Vorabend beim Auftakt des Dschungelcamps miterleben, aber der Reihe nach. Es war der erste Tag für das Dutzend Camp-Kombattanten und es ging schneller zur Sache, als man 'Murwillumbah' sagen kann. Schon beim ersten Kennenlernen steckte Patrick Romer dem gebeutelten Gil, dass er so einiges gehört hatte – leider nichts Gutes. Das wohlgemerkt sagt jener Typ, der einst mit der misogynen Sense durchs "Sommerhaus der Stars" ging. Wer in der Scheune sitzt, sollte nicht mit der Mistgabel schmeißen, oder wie hieß das gleich?
Die ersten Eindrücke der Einzöglinge im traditionellen Schnelldurchlauf: Gil Ofarim klang stimmlich so, als hätte er kurz zuvor noch Mantras für eine Entspannungs-App eingesprochen. Er selbst dagegen latent angespannt, kein Wunder, wenn man gleich so angeromert wird. Der Bauersmann wiederum war gekleidet, als hätte er sich in einem Bienenzüchter-Laden für ein Militaria-Treffen eingekleidet, womit er wiederum gut zum Security-Trupp des Camps passte, die heuer aussahen, als hätten sie eben noch in Minneapolis für Ordnung gesorgt.
Bräunungsspray als Luxusgegenstand fürs Dschungelcamp
Dass Stephen und Nicole beim Kennenlernen Simone zunächst für Samira hielten, fiel kaum ins Gewicht. Warum sollte es den Bewohnern besser ergehen als den Zuschauern, man muss sich halt erstmal ein wenig kennenlernen. Besser bekannt dagegen Mirja du Mont, die Cowboyhüte einfach tragen kann und selbst beim Exen von püriertem Ziegenmagen noch gut aussieht. Von Hardy Krüger jr. gab es schon eine erste kleine Alkoholbeichte. Immer ein Vorteil, wenn man keiner Verschwiegenheitsklausel unterliegt, wie eben Gil, der doch einiges zu erzählen hätte, wenn er denn dürfte.
Gegenwind gab es für ihn auch gleich noch von Umut Rakin. "Ich geb‘ dir aus Respekt die Hand, auch wenn ich scheiße finde, was du gemacht hast", begrüßte der Reality-Recke den Sänger, der im Verlauf der Sendung kryptische Andeutungen machte, als gäbe es da draußen noch eine andere Wahrheit, als die gemeinhin bekannte. Man wird sehen, wie das mit der Klausel weitergeht. Apropos Umut: Der brachte Bräunungsspray als Luxusgegenstand mit ins Camp – klingt, als würde man mit einem Wasser ins Schwimmbad, aber was soll’s. Alles besser, als diese bedruckten Kissen.
Ariel tappte gleich mal in eine klassische Dschungelfalle ganz anderer Art: Vollmundig erklären, dass man alles kann – und dann gleich multipel scheitern, beim Feuermachen, beim Krokodilherz-Mampfen. Wenn das man gut geht. Zugute halten muss man ihr, dass sie den Bungee-Sprung mit einer Selbstverständlichkeit absolvierte, als wäre es das Ein-Meter-Brett im Freibad von Oer-Erkenschwick. Schnell eingelebt hatten sich Nicole Belstler Boettcher und Hubert Fella, die unaufgeregt ihr Tagesgeschäft aufnahmen, Hühnerinnereien und Kamel-Anus mit einer Leichtigkeit verdrückten, als hätten sie gerade mehrere Wochen gefastet.
"Als hätte mir eine Kuh in den Mund geschissen"
Zwischen Eva und Samira knisterte es bereits, wir erinnern uns (oder vielleicht auch nicht): Eva hatte mit dem Freund von Samira geknattert und es öffentlich gemacht. Im Lager nun werden die beiden ausreichend Zeit, das Kriegsbeil zu begraben – oder eben nicht. Bleibt Reality- und Malle-Recke Stephen Dürr, der bei der Premiere für Glanzlichter sorgte. Am skurrilsten wohl die Nummer beim Einkleiden: Als der Trupp schon fast bereit war, Richtung Lager zu marschieren, gestand Stephen völlig ohne Not, dass er etwas geschmuggelt hätte. "It's in the Ritze of my Po", stammelte Stephen und förderte aus dem Hinterbacken-Bereich ein Haarband zutage, dass er sich auch gleich noch über den Schädel zog: "Das ist ganz trocken und sauber!" Proktologen aller Länder, vereinigt euch, so etwas Verstörendes hat es in der langen Geschichte des Dschungelcamps noch nicht gegeben. Wobei – hatte Yeliz Koc im Vorjahr nicht versucht, eine E-Zigarette im Schlüppi ins Camp zu schmuggeln? Und wie, oder besser gesagt, wo genau hatte Giulia Siegel eigentlich im Jahr zuvor das Säckchen mit den Gewürzen geschmuggelt? Fragen über Fragen. Dass Stephen dann auch blankzog und sich erstmal abduschte, passte bestens in Bild. Schmuggelgate. Pimmelate. Da gate noch was! Hubert gefiel es jedenfalls. "Ein toller Körper, alles schön rasiert!". Und jetzt alle: For he is jolly good Fella …
Man ist jetzt schon neugierig, wie es weitergeht, wann die Konflikte zum ersten Mal so richtig aufbrechen, unser Tipp: am zweiten Tag. Dass das Camp zum ersten Mal seit langer Zeit wieder zweigeteilt ist, mit dem Mini-Ableger Snake Rock als Außenstelle, wo Hubert, Stephen, Samira, Nicole und Simone, von den anderen isoliert, darben müssen, dürfte zusätzlich für Nervenkitzel sorgen. Dass von diesen Kandidaten einiges zu erwarten ist, zeigte sich jedenfalls schon bei den ersten Prüfungen, nicht nur das Bungee-Jumping wurde in weiten Teilen souverän absolviert, auch die All-you-can-eat-Runde "Die Unfair-Räter", machte, nun ja, Appetit auf mehr. Allen Mirja, die das lukullische Vergnügen überaus bildhaft auf den Punkt brachte: "Als hätte mir eine Kuh in den Mund geschissen". In diesem Sinne: Wohl bekomm’s. Vorsicht mit dem Haarband. In die nächste Prüfung müssen Hubert und Alleskönnerin Ariel. Wir bleiben dran.
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