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Dschungelcamp 2013, Tag 13: Am Mittwoch flog das Sams

Der Dschungel frisst seine Kinder. Während Patrick Nuo mit Krokodilen tauchte, entschied sich der Zickenkrieg im Camp nach Punkten: Die Zuschauer zeigten Georgina die rote Karte. Schade.

Von Jens Wiesner

Schlechte Nachrichten für alle Fans des gepflegten Catfights: Der mit Spannung erwartete Showdown zwischen Georgina Fleur und Fiona Erdmann fällt ins Wasser. Kein Schlammringen um die Dschungelkrone, keine blutigen Fingernagelkratzer, kein Kreischen im Hochfrequenzbereich. Statt die Kontrahentinnen ihre Differenzen in einem ehrlichen Kampf austragen zu lassen (Kann man im Dschungelcamp eigentlich 'mal kurz vor die Tür gehen'?), entschied das Publikum - und zwar gegen Georgina. Sieg nach Punkten statt "Fight Club". Mööp.

Der gemeine Zuschauer ist halt ein undankbarer Gesell'. War es nicht Georgina, die gerade erst eine Gruselnacht mit allerlei Getier und Patrick im Baumhaus verbringen musste? Und die im Austausch für ihre Tapferkeit ein ausgewogenes Continental Breakfast organisiert hatte? Im Camp quollen die Augen jedenfalls über, als die Dame mit den Betty-Boop-Gedächtniswimpern einen prall gefüllten Picknickkorb zurück ans Lagerfeuer trug. Gierig bissen Mann, Frau und Olivia in die Stullen, dass die Butter nur so spritzte und jede Trümmerfrau verschämt zur Seite geblickt hätte.

Miss "Sams eliminieren" sorgte sich derweil um ihr Image außerhalb des Dschungeltheaters. In welchem Licht würden sie die findigen Cutter von RTL darstellen? "Ich möchte nicht, dass nachher Sachen gezeigt werden, für die sich mein Mann vielleicht schämt", klagte sie ihr Leid Claudelle Deckert. Die legte den Kopf zur Seite und lauschte verständnisvoll. Vielleicht stellte sie auch auf Durchzug. Was kann man schon von einer Serien-Schauspielerin erwarten, die nicht nur beim Alter, sondern auch beim eigenen Vornamen flunkert? Fantastischer Investigativjournalismus, übrigens. Danke, "Bild".

Der schöne Mann und das Krokodil

Olivia Jones versuchte dagegen weiter, auf Tuchfühlung mit Patrick Nuo zu gehen. Ihr eisernes Ziel bis zum finalen Samstag: Dem Sängerknaben einmal richtig die Klöten durchkneten. Einen Griff in die richtige Richtung gab es an Tag 13 schon mal: Behende wie eine thailändische Masseurin trippelte sie auf Nuos Rücken herum. Dem wäre ein weiblicher Fuß zwar lieber gewesen, aber in der Not und im Dschungel nimmt man halt, was man kriegen kann. Ein Happy Ending gab's dann aber doch nicht. Vielleicht morgen, Olivia.

Frisch durchgeknetet durfte Nuo nun Schwimmkünste und Lungenvolumen beweisen: Für die neueste Dschungelprüfung musste der Mann mit dem schönen Gesicht in einen Pool mit allerlei Getier tauchen und unter fünf Hauben Sterne mit dem Mund einsammeln. Tauchen mit Krokodil statt Schiffbruch mit Tiger. Aber bevor es in die Tiefen ging, hieß es: Hemd ausziehen für die weiblichen Fans. Die Zietlow hatte ihren Wunsch kaum formuliert, da stand der Patrick schon mit blanker Brust da, setzte sein schönstes Soap-Lächeln auf und sprang in die Fluten. Schön, wenn man sich seines Körpers so sicher ist. Doch den Looks sollten auch Taten folgen: "Haubentaucher" Nuo kämpfte sich ehrgeizig wie sonst nur Stefan Raab von Stern zu Stern, ignorierte Flusskrebse, Mini-Warane und Schlammkrabben und sollte die Uhr um ganze zwei Minuten schlagen. Sieg auf ganzer Linie für den Anti-Gottschalk. Das Krokodil war unterdessen verstört in die hinterste Ecke des Pools geflüchtet. Muss ein homophobes Männchen gewesen sein.

Ein Penis macht noch keinen Witz

Doch die gute Laune im Camp währte nicht lange: Weil Georgina mehrfach gegen die heiligen Dschungel-Gebote verstoßen hatte, setzte es Kollektivstrafe. Auf Blitze vom Himmel und echte Sippenhaft wurde verzichtet, dafür mussten sich die Dschungelcamper von sieben "Luxusgegenständen" trennen. Man kennt das aus Kindertagen. Wer allzu böse war, dem wurde von Mutti der Gameboy abgezogen. Und zumindest die Abteilung für Product Placement dürfte zufrieden genickt haben, als Lipgloss, Haargel, Nagellack und Parfüm den Besitzer wechselten.

Die Enttäuschung des Tages lieferte dagegen Joey Heindle. Von Olivia wollte der sich eigentlich als Frau zurechtmachen lassen und am Lagerfeuer für knisternde Erotik sorgen. Doch der groß angekündigte Auftritt von "Joanna Tiputana" fiel ins Wasser. Der Benjamin des Camps kniff, weil er um seinen Schniedelwutz fürchtete: "Ich werd' den bestimmt nicht auspacken, der bleibt in meiner Hose drin - für immer!" Von dieser Einstellung könnte sich Moderatore Hartwich übrigens noch eine Scheibe abschneiden. Lieber Daniel, die zehnte Wiederholung allein macht einen schlechten Witz noch nicht zum Running Gag. Mach's wie Joey - und lass den Penis stecken.

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