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Lisa Fitz im Dschungelcamp: "Meine Abenteuerlust ist mit mir durchgegangen"

Die meisten kennen sie als politisch engagierte Kabarettistin. Umso mehr überraschte sie mit ihrer Teilnahme an der RTL-Ekelshow "Ich bin ein Star - holt mich hier raus". stern.de sprach 2005 mit Lisa Fitz über ihre Zeit im Dschungelcamp - und die heftigen Reaktionen darauf.

Singt, schauspielert, schreibt Bücher und ist mit ganzer Seele Kabarettistin: Lisa Fitz

Singt, schauspielert, schreibt Bücher und ist mit ganzer Seele Kabarettistin: Lisa Fitz

Frau Fitz, Sie haben in der ersten Staffel des Dschungelcamps mitgemacht. Ihre Teilnahme hat für viel Wirbel gesorgt. Der Saarländische Rundfunk hat daraufhin Ihre Sendung "SR-Gesellschaftsabend" abgesetzt.

Die Sendung habe ich erst zweimal gemacht, und sie wäre nur sechs Mal im Jahr gewesen. Das hätte nur einen Bruchteil meiner Tätigkeit ausgemacht. Es ist schon erstaunlich, wie die Medien das damals aufgeblasen haben. Der Programmdirektor des SR wusste übrigens darüber Bescheid, nur der Intendant anscheinend nicht. Und anstatt sich mit mir abzusprechen, haben sie die Trennung einfach so bekannt gegeben.

Waren Sie rückblickend überrascht, welche Wellen Ihre Teilnahme an der Sendung geschlagen hat?

Ja natürlich. Ich bin da nur reingegangen, weil meine Abenteuerlust mit mir durchgegangen ist. RTL hat etwas von Australien und Dschungel erzählt, und ich habe nur gesagt: "Ui, toll, ja!" Dann habe ich gehört, wer mitspielt, und habe mir gedacht, das müsste man eigentlich absagen. Schließlich war aber die Abenteuerlust stärker.
Von den Journalisten hätte ich mir aber mehr Nachsicht gewünscht. Dass man die Kirche im Dorf lässt und sich sagt, die Frau hat 25 Jahre feinstes Kabarett gemacht - und wenn man dann mal eine Made isst, verfliegt ja nicht gleich die Intelligenz. Darüber war ich mich eigentlich mehr erschrocken als über alles andere: Wie schnell manche Journalisten bei der Hand waren, einen runterzustiefeln.

War das für Sie das erste Mal, dass Sie die Medien gegen sich hatten?

Ja, das war das erste Mal - und das hat mich sehr erschreckt! Das ist so richtig deutsch. Die Engländer nehmen das mit humorvollerer Distanz: Ach ja gut, das ist Unsinn. Lisa, das machst du aber nicht noch mal. Hinterher kann man immer leicht reden. Aber ich wusste ja nicht, was für einen Hype das erzeugt. Das war ja die erste Staffel. Jetzt würde ich sagen: Privat jederzeit wieder, beruflich darf man das anscheinend nicht machen.

Haben Sie noch Kontakt mit Mitgliedern aus dem Camp?

Kaum. Nur mit der Astrologin Antonia Langsdorf.

Sie haben inzwischen fast alles schon mal gemacht: Sie haben gesungen, geschauspielert, schreiben Bücher und treten als Kabarettistin auf. Was würde Sie noch reizen, zu tun?

Eines davon war das Schauspielen, das kam immer zu kurz. Da hat sich ein großer Traum von mir verwirklicht. Die meisten Fernsehermittler sind ja doch relativ humorfrei, bis auf den Bullen von Tölz. Der Humor ist die eine Sache, da ist die Serie auf mich zugeschrieben worden. Und dass ich endlich mal wieder schauspiele. Ich komme ja aus einer Schauspieler-Familie und bin auch entsprechend ausgebildet.

Interview: Carsten Heidböhmer