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RTL-Dschungelcamp 2011, Tag 5: Kuscheln in der Schlangengrube

Jay Khan und Indira Weis schmusen im Teich, Sensibelchen Sarah Knappik wird wieder feierlich in der Camp-Gemeinschaft aufgenommen: Im Dschungelcamp ist die große Harmonie ausgebrochen - doch der Zuschauer hat was dagegen.

Von Björn Erichsen

Wie toll ist das denn: Nach all den Kapriolen der letzten Tage ist Problemkind Sarah Knappik wieder in die Dschungelgemeinschaft aufgenommen worden, ganz offiziell. Da gibt es Bussis von Camp-Mutti Katy Karrenbauer, sie darf sogar wieder mit den anderen Insassen deutsche Schlager singen ("Ist es wahre Liebe? Uh-Uh-Uh"). Alles wieder gut also, vor allem als die zur Dschungelprüfung Dauernominierte einen Haufen (eher schmächtiger) Pythons aus dem Campteich fischt und dafür stolze neun Essensrationen mit nach Hause bringt. "Ein bisschen frustrierend" findet es Rainer Langhans aber schon, dass Sarahs Prüfungen immer so einfach sind, und richtig ist wohl auch: Als ehemalige "Topmodel"-Bewerberin bei Heidi Klum kennt sie sich mit Riesenschlangen aus.

Das Dschungelcamp als moralische Anstalt, wer hätte das gedacht? Doch in diesem Bootcamp der Scheinheiligkeit ist es mit der Resozialisierung natürlich nicht weit her: Die große Aussprache beginnt vollmundig ("Sarah, wie labil bist du heute?"), doch danach gibt es nur Kuschelkritik für das hypersensible Model: "Teamfähiger" solle sie sein, nicht immer "so eine Klappe ziehen“, und das ist natürlich ein Witz verglichen mit dem, was da schon über die 24-Jährige losgelassen wurde. Man kann ihr nur einen besonders stabilen Tag wünschen, wenn sie sich hinterher die Bänder der Show ansieht. "Von denen ist keiner ehrlich zu mir gewesen", beklagt sie sich, als habe sie eben erst registriert, dass die anderen Dschungelcamper nichts anderes sind als ihre Konkurrenten.

Aufgeben kostet das halbe Honorar

Nach dem Friedensgipfel wirkte Sarah dennoch aufgeräumter und gelassener als in den letzten Tagen. Vielleicht hat auch jemand von RTL sie mal beiseite genommen, und ihr erklärt, dass sie ein bisschen runterfahren muss. Dass sich die junge Bochumerin immer noch im Camp befindet, hat wohl auch einen ganz handfesten Grund: Bei einer vorzeitigen Flucht müsste sie laut Vertrag auf die Hälfte des verabredeten Honorars verzichten, das wären bei Sarah rund 15.000 Euro.

Um Geld geht es auch bei Katy Karrenbauer, daraus macht die "Hinter Gittern"-Darstellerin keinen Hehl, und erzählt bereitwillig noch einmal, wie sie vor ein paar Jahren ihr ganzes Vermögen verlor ("Fast zwei Millionen Euro"). Im Camp präsentiert sich die 48-Jährige mit zwei Gesichtern: mal betont integrativ, Küsschen für jedermann, sie spricht auch gern "für die Gruppe". Dann wieder röhrt sie los, als sei sie soeben aus dem Frauenknast geflohen. Von Anfang an hat sie die Hitze geplagte Ex-Frohnatur Eva Jacob auf dem Kieker, die sie diesmal wegen eines Nachschlags beim Essen anpatzte. Vielleicht liegt es an der Privatpleite, aber Katy nimmt den Wettbewerb im Dschungel noch ernster als die anderen. Immerhin gelingt es ihr als Schauspielerin besser, ihre wahren Emotionen zu verbergen als einem Küken wie Sarah, die "Schmuckdesignerin" für eine Berufsbezeichnung hält.

"Sie hat ein großes Herz"

Kaum etwas zu verbergen haben dagegen Jay Khan und Indira. Der Ex-Castingband-Boy und das Ex-Castingband-Girl sind jetzt so eine Art Pärchen, was perfekt zur neuen Harmonie im Camp passt. Sie sagt: "Er ist ein toller Mensch mit Facetten und reist gern", er meint: "Sie ist sexy und exotisch und hat ein großes Herz." Beide wissen: Im Camp vor der Kamera rummachen kommt immer gut. Und garantiert ein paar Minuten Sendezeit: Jay zieht Indira dieses Mal rücklings im Badeanzug durch den Dschungelcampteich. Praktisch für den neugierigen Zuschauer: Mit Mathieu Carrière und Peer Kusmagk werden ihm zwei Voyeure zur Seite gestellt: "Oh Mann, wir zwei alten Säcke spannen hier, hahaha, kommt das Wort eigentlich von spannend?"

Muss wohl so sein, denn die Ekel-Show mit der labilen Sarah, "Knastlesbe" Katy und dem neuen "Pärchen" Jay und Indira stellt Quotenrekorde auf, teilweise schauen mehr als acht Millionen Zuschauer zu. Fest steht: Fürs Dschungelcampgucken muss man sich schon lange nicht mehr rechtfertigen. Mit Harmonie aber wird man den Zuschauer dauerhaft nicht locken können. Denn wer wurde wohl am Ende für die nächste fiese Dschungelprüfung nominiert? Natürlich: Neben Katy Karrenbauer traf es wieder einmal die arme Sarah Knappik.

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