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"#Ibes - lasst mich wieder rein" : Das Sommerlochcamp

In der Auftaktsendung der Sommerloch-Sause "Ich bin ein Star - lasst mich wieder rein" exhumierte RTL drei Campbewohner der ersten Staffel - fürwahr eine zähe Zeitreise.

Von Ingo Scheel

Im Fernsehstudio sitzen Moderatoren Hartwich und Zietlow gegenüber Kandidaten Costa Cordalis, Dustin Semmelrogge, Werner Boehm

Sie waren mal 2004 einmal Bewohner des Dschungelcamps und davor mal Stars

Wie heißt es so schön? Man solle vorsichtig sein mit seinen Wünschen - sie könnten in Erfüllung gehen. Wer jemals am Ende von vierzehn Tagen Dschungelcamp gedacht hatte, Mensch, jetzt ein Jahr warten, wie schön wäre doch eine halbjährliche Camp-Zugabe als Mittsommer-Methadon, dem dürfte schon nach der ersten Folge von "Ich bin ein Star - lasst mich wieder rein" das Lachen vergangen sein.

Das Sommerlochcamp

Dabei fing alles verheißungsvoll an, die rasant geschnittenen Bilder aus einer Dekade Camp-Koller waren zum Zungeschnalzen. Und die O-Töne erst: "Manche Leuten gehn runten. Sterben sehn. Da war son Grundhass. Er is nis eine starke Mann. Nis im Kopf, nis im Körper" - man möchte sich vor lauter Begeisterung über solche Sätze mit Brigitte Nielsen zum Kleiner-Feigling-Saufen in eine öffentliche Grünanlage legen. Bis man die dynamische Dänin jedoch wiedersieht, vergehen noch ein paar Tage.

Aber auch die Premierensendung der Sommerloch-Überbrückung von RTL nahm zu Beginn gefangen. Ingrid van Bergen ohne Perücke - das löste Hochachtung aus. Zumindest so lange, bis man feststellen musste, dass es sich um Werner Böhm handelt. Dem Wendehals aus der ersten Staffel hatte man den unvergessenen Maden-Monarchen Costa Cordalis zur Seite gestellt und dazu Dustin Semmelrogge. Also, Martin Semmelrogge - okay. Aber hatte Dustin irgendjemand noch hier - klopfen an die Schläfe - abgesaved? Nicht wirklich. Schon gar nicht, wenn man bedenkt, was da möglich gewesen wäre: Daniel Küblböck. Caroline, das Beil. Lisa Fitz. Alles Lichtgestalten der ersten Staffel.

Stattdessen bekam man also genau jenen Vertreter, der zum allerersten Mal überhaupt jenen legendären Satz in den australischen Himmel gebrüllt hatte: Ich bin ein Star - holt mich hier raus.

Worauf sollte man neidisch sein? 

Genau dem sollte man nun abnehmen, dass er unbedingt noch einmal hinein wollte? Nicht wirklich, oder? Costa Cordalis war da schon aus ganz anderem Leder. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mannomann, der Wein von Samos - der König von 2004 sieht mittlerweile aus wie Gene Simmons unmasked, der als Michael Jackson zum Karneval geht. Dass der On-Off-Pleitier jedoch immer noch ein dickeres Fell hat als Varoufakis und Tsipras zusammen, dürfte spätestens am Ende der Sendung jedem klar geworden sein.

Nun hatte man ihm mit bereits erwähntem Semmelrogge junior und Werner Böhm nicht eben Gegner auf Augenhöhe zur Seite gestellt. "Es gibt keinen Neid unter uns", konstatierte ersterer und in der Tat: Worauf sollte man bei diesen Mitgefangenen neidisch sein? Und Böhms Werner? Der hatte zumindest ein paar knackige Zeilen auswendig gelernt: "Ganz Deutschland wird sagen: Da ist der wahre König Böhm". Nun gut, sagen kann man viel. Am Ende hatte der Grieche, wie schon einst anno 2004, da "Hartz IV" zum Wort des Jahres wurde, die gemachte Nase vorn.

Funktioniert hat das noch nicht wirklich, da konnte dem trüben Triple noch so viel Schlamm und Schmodder in der Duschkabine über den gebückten Körper geschüttet werden. Ohne Psychokrieg, nächtliches  In-den-Wald-fäkalieren und barbusiges Tümpeltauchen, ohne Pritschen-Getuschel und wehende Unterbüxen im Nachtwind, dazu vor einem Publikum, dass augenscheinlich schon drei Aufzeichnungen mit Oliver Geißen hinter sich hatte, ist das Dschungelcamp - dazu noch ohne Dschungel - nicht einmal der halbe Spaß. Jetzt müssen es Willy Herren, Spenge und der Rest der Gang richten.