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Tag 9 im Dschungelcamp: Das perfekte Kroko-Dinner

Eva folgt Froonck in die Freiheit, Jay und Indira verschlafen beim Bierchen die Schatzsuche und Peer Kusmagk stümpert sich durch die "härteste Prüfung der Welt". Am Ende des Tages aber ist alles beim Alten: Lady Knappik nervt das ganze Lager.

Von Ingo Scheel

Man schreibt Tag 9 im Dschungelcamp und es kommt etwas Bewegung in den müden, hungrigen Haufen. Sieht man einmal von Rainer Langhans ab, der sich dem Treiben im Camp täglich entgegenstellt wie einst das berühmte gallische Dorf den Römern. Oder besser gesagt: sich entzieht. Und wohltuend schweigt.

Es ist Tag 1 nach Froonck. Dem einstigen Weddingplanner hatte man den Abschied mit einer ohrenzerfräsenden Version von Froonck, Verzeihung, Fräänck Sinatras "My Way" zünftig erleichtert. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr und so fiel der Weg zurück zu Mama denn auch gar nicht mehr so schwer. Die Tränen, die noch im Camp vergossen wurden, schienen beim "gentil organisateur", O-Ton Carrière, auf der anderen Seite der Hängebrücke schon fast getrocknet. Froonck ist eben ein "positives Stück Karma", das hat Indira völlig richtig erkannt.

Eine Sanduhr alle zwanzig Minuten umdrehen

Apropos Indira. Und Karma. Und Kama Sutra. Die Schatzsuche wurde für die einstige Brosis-Sängerin diesmal zur Schätzchensuche. Und da dauerte es nicht lange, bis sie fündig wurde. Gemeinsam mit Jay sollte sie eine Nacht lang wach bleiben und dabei eine Sanduhr alle zwanzig Minuten umdrehen. Eine Aufgabe, die sich für die Ex-Diseuse und King Khan als zu schwierig erwies. Stattdessen hielten sich die Turteltauben am bereitgestellten Pils schadlos, übten sich als Petting-Planner im Schutze des Schlafsacks, bis sie einfach einratzten. Und kehrten schließlich frisch geduscht, mit fantasievoll geschönter Version ihres Versagens ins Camp zurück.

Nicht nur die vielgescholtene Sarah Palin, Verzeihung, Knappik zog dabei einen noch größeren Flunsch als gewohnt, auch Peer Kusmagk runzelte die Stirn, dass fast der Zylinder abfiel: "Als Boyband-Mitglied macht man doch auch andauernd die Nächte durch", beklagte der Ex-Was-war-es-noch-gleich den verschlafenen Nachteinsatz der Schatzsuchenden.

Nicht nur Indira und Jay, auch das andere Odd Couple des Camps, Kusmagk und Carrière, rückte wieder enger zusammen und tuschelte im Sprechzimmer über eingenähte Ballons. Dabei ging es diesmal jedoch nicht um Indira, sondern um Peers Stoffaffen Schotti. In dessen Bauch hatte der Schauspieler ein paar Luftballons ins Camp geschmuggelt, um damit Geburtstagskind Gitta zu erfreuen.

Der Abschied der alten Dame

Weniger erfreulich lief dann die Dschungelprüfung, wenn auch erfolgreicher als das halbe Dutzend Anläufe, mit dem Sarah Knappik das Camp um die ersehnten Mahlzeiten gebracht hatte. Gepickt hatten die Buschbewohner den hochmotivierten Peer Kusmagk. Der bekam es mit der mittlerweile bekannten "härtesten Prüfung aller Zeiten" zu tun. In dem Ekeltunnel voller Geschmeiss und Gewürm, in dem für Frau Knappik schon nach einer Minute Schicht im Schacht war, holte der Carrière-Kumpel zumindest noch fünf Sterne. Viel leckerer als Reis und Bohnen sollte es dafür aber nicht werden. Als Fünf-Sterne-Menü warfen die RTL-Macher mal eben ein halbes gehäutetes Krokodil ins Lager. Lecker geht anders. Das sahen auch die hartgesottenen Fleischesser unter den Bewohnern so.

Für die tägliche Portion Unmut sorgte schließlich wieder die übliche Verdächtige. Eigentlich für Holz und Feuer eingeteilt, kümmerte sich Sarah nur um den gelieferten Kürbis, die vegetarische Abendbrot-Alternative. Was für ein Geschenk für die Rest-Insassen, wäre ihnen doch nach sechs Dschungelprüfungen in Folge um ein Haar der tägliche Aufreger verlustig gegangen. So aber war Gott sei Dank erneut Murmeltiertag und der Ego-Express auf zwei Beinen gab wie gewohnt die adäquate Zielscheibe ab.

Weit weniger aufregend noch als Frooncks Abgang geriet dann der Abschied der alten Dame. Beim täglichen Kündigungsschreiben hatte es die Jacob-Schwester getroffen. Nicht Gitta Saxx, die schon mit der Heimreise liebäugelte. Auch nicht Thomas "Tarnkappe" Rupprath. Pudeldame Eva durfte gehen.

Der Taschentücher-Verbrauch unter den davongekommenen Insassen hielt sich jedoch in Grenzen. Vielleicht war man gedanklich schon beim eigenen Bettel-Battle im Sprechzimmer, beim Ausarbeiten des Lasst-mich-hier-drin-Mantras. Viel genützt hat es nicht. Indira fuchtelte mit Klopapier in die Kamera, Knast-Katy - im Dunkel der Nacht noch kurzzeitig Beziehungstherapeutin für die frisch verknallte Indira - kam mit einer sprechenden Socke, Rupprath appellierte an Meck-Pomm und der Langhans drohte damit, neue, alte Kamellen aus der Kommune zum Besten zu geben. Es bleibt dabei: Die Dschungelprüfung hat es in sich. Auf beiden Seiten des Bildschirms.