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Urteil gegen Monitordienst: Fox News darf nicht mehr mitgeschnitten werden

In den USA gibt es einen Service, der TV-Sendungen mitschneidet und durchsuchbar aufbereitet. Journalisten nutzen das. Und das Weiße Haus. Fox News aber ist gegen diese Form der Transparenz vorgegangen - und hat gewonnen.

Daily Briefing auf Fox News

Dana Perino, Moderatorin der Fox-News-Sendung "Daily Briefing", mit dem früheren Vizepräsidenten Dan Quayle

Picture Alliance

Fox News ist die mit Abstand erfolgreichste Nachrichten-TV-Station der USA, politisch erzkonservativ und zudem der Lieblingssender von Präsident Donald Trump. Es gibt also Gründe, immer mal wieder hinzuschauen, was dort eigentlich den ganzen Tag so über den Bildschirm flimmert. Zumal es Fox News mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt. In den USA gibt es einen Service dafür, der TV-Sender mitschneidet, und die Sendungen nach Schlagworten durchsuchbar aufbereitet. TVEyes ist sein Name und er wird rege von Journalisten für Recherche oder auch O-Töne genutzt. Die Inhalte von Fox News aber werden sie dort künftig vergeblich suchen.

Fox News gewinnt nach fünf Jahren

Donald Trump sagt live im Fernsehen, er habe das Weiße Haus seit Monaten nicht verlassen

Genaugenommen laufen schon seit März keine Fox-Sendungen mehr bei TVEyes ein, seitdem der Sender eine Unterlassung erwirkt hat. Nun hat ein Gericht endgültig entschieden, dass der Beobachtungsservice Fox aus dem Programm nehmen muss, wie der "Hollywood Reporter" berichtet. Damit endet ein fünfjähriger Gerichtsstreit. Die zuständigen Richter sind der Ansicht, dass der Service den "gesamten audiovisuellen Inhalt von Fox News verfügbar mache" und den Sender damit um Geld bringe. Das Oberste Gericht lehnte jüngst eine Beschwerde von TVEyes ab, damit wird das angefochtene Urteil rechtskräftig.

Medienanalyse untergraben

TVEyes, dessen Service auch vom Weißen Haus und dem US-Verteidigungsministerium genutzt wird, reagierte wenig überraschend enttäuscht. Der Umstand, dass der Service das Copyright verletzte, "untergräbt effektive Medienanalyse" heißt es beim US-Digitalrechte-Verband "Electronic Frontier Foundation". Und weiter: Fox News und anderen Inhalteanbietern sei es nun möglich, Kritik an ihrer Arbeit allein dadurch zu unterbinden, dass sie Lizenzen für die Weiterverwertung vergäben. Das gleiche gelte sogar für diejenigen Anbieter, die darauf verzichteten.

nik