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  • US-Kriegsminister Pete Hegseth: Skandale pflastern seinen Weg

Pete Hegseth
Trumps Minister für Schwierigkeiten: Skandale pflastern seinen Weg

  • von Niels Kruse
  • 03. Dezember 2025
  • 17:58 Uhr
Auftritt im Washingtoner Justizausschuss am 2. Juli 2010: Bei der Anhörung über die Besetzung einer Richterstelle am Obersten Gerichtshof wettert Pete Hegseth gegen die Kandidatin Elena Kagan. Er selbst ist zu der Zeit Aktivist bei der konservativen Veteranenorganisation "Vets for Freedom"
Auftritt im Washingtoner Justizausschuss am 2. Juli 2010: Bei der Anhörung über die Besetzung einer Richterstelle am Obersten Gerichtshof wettert Pete Hegseth gegen die Kandidatin Elena Kagan. Er selbst ist zu der Zeit Aktivist bei der konservativen Veteranenorganisation "Vets for Freedom"
© Pablo Martinez Monsivais/AP/Picture Alliance
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Auftritt im Washingtoner Justizausschuss am 2. Juli 2010: Bei der Anhörung über die Besetzung einer Richterstelle am Obersten Gerichtshof wettert Pete Hegseth gegen die Kandidatin Elena Kagan. Er selbst ist zu der Zeit Aktivist bei der konservativen Veteranenorganisation "Vets for Freedom"
Bei Fox News war Hegseth Publikumsliebling. In der populären Frühstücksshow "Fox & Friends" (hier vor Ort in Dubuque, Iowa) plauderte er hemdsärmelig über schwierige Themen
Nashville, Cowboyhut und Patriotismus. Der "Fox Nations Patriot Awards" ist für Mitarbeiter wie Pete Hegseth eine Pflichtveranstaltung. Hier steht er im November 2023 vor den Kameras, ein Jahr bevor Donald Trump erneut zum US-Präsidenten gewählt wird. Der hatte den Fox-Moderator schon Jahre zuvor als Veteranenminister im Visier
Bereits als Kandidat für das Amt des Verteidigungsministers bekommt Pete Hegseth ordentlich Gegenwind. Vorgeworfen werden ihm Alkoholmissbrauch, Vergewaltigung und ganz generell die Unfähigkeit, das größte Ministerium des Landes, zugleich größter Arbeitgeber der Welt, zu leiten. Nicht einmal alle republikanischen Senatoren stimmen für ihn. Am Ende ist Vizepräsident J. D. Vance das Zünglein an der Waage, das Hegseth den Posten sichert
Wegen seiner Tattoos stand Hegseth bei der Nationalgarde unter Verdacht, ein (Rechts-)Extremist zu sein. Auf dem Rücken trägt er ein riesiges Jerusalemkreuz, das an die Kreuzritter erinnert und in antiislamischen Kreisen beliebt ist  
Gestatten: Pete Hegseth, Secretary of War. Acht Monate nach Amtsantritt wird aus dem US-Verteidigungsminister (Secretary of Defence) der Kriegsminister. Kriegsministerium hieß das Pentagon bereits bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Hegseth sagte zur Umbenennung: "Von diesem Moment an ist die einzige Mission: Krieg führen, sich auf den Krieg vorbereiten und sich auf den Sieg vorbereiten. Nicht, weil wir Krieg wollten, sondern weil wir Frieden lieben"
Als im März der eigentlich geheime Austausch zwischen Regierungsmitgliedern über die US-Angriffe auf die Huthi-Milizen in einer erstaunlich ungeheimen Chatgruppe öffentlich wird, gerät Hegseth erneut in die Kritik. Seine Rechtfertigung folgt der Blaupause für alle Rechtfertigungen der US-Regierung: Schuld seien "Medien", "Sabotage" und "anonyme Verleumdungen"
Donald Trump (r.), der seinen Mann einst gegen alle Widerstände durchgesetzt hat, hält ihm bislang die Treue. Sein Rezept gegen Kritik an Hegseth: Die Presse soll nur noch über das US-Militär berichten dürfen, wenn die Informationen zuvor genehmigt wurden – vom US-Militär. Wie lange der US-Präsident seinen "Secretary of Trouble" so vor weiterem Ärger schützen kann, ist offen
Pete Hegseth ist US-Kriegsminister und ein Garant für Ärger. Nun wird der Ex-TV-Mann sogar mit Kriegsverbrechen in Verbindung gebracht. Wann lässt US-Präsident Trump ihn fallen?

Ende April dieses Jahres, Pete Hegseth, ehemaliger Moderator des erzkonservativen Senders Fox News, stand gerade drei Monate an der Spitze des US-Verteidigungsministeriums, da wurde er mal wieder öffentlich angezählt — diesmal von seinem ehemaligen Pressesprecher. Einen Monat voll des totalen Chaos' im Pentagon will John Ullyot beobachtet haben und so prognostizierte er den baldigen Rauswurf seines ehemaligen Chefs.

Seitdem ist mehr als ein halbes Jahr vergangen, Hegseth ist immer noch im Amt, doch es wächst kein Vertrauen in den 45-Jährigen, sondern nur der Verdruss. Mittlerweile wird sein Name sogar mit einem möglichen Kriegsverbrechen in Verbindung gebracht. 

Sollten alle Insassen getötet werden?

Vor einigen Wochen wurden zwei Menschen vor der Küste Venezuelas von US-Soldaten getötet. Sie gehörten zur Besatzung eines mutmaßlichen Drogenbootes, das zuvor durch ein amerikanisches Schiff beschossen worden war. Verletzt, aber am Leben, hätten sie sich an das brennende Wrack geklammert, wie die "Washington Post" und CNN berichten. Da Verteidigungsminister Hegseth jedoch angeordnet habe, alle Bootsinsassen zu töten, seien sie erneut attackiert und getötet worden.

Nun haben Pete Hegseth und auch US-Präsident Donald Trump die Debatte am Hals, ob und wie die Angriffe rechtlich abgesichert waren. Menschenrechtler sprechen von "außergerichtlichen Tötungen". Trump sagt, dass er nichts über den zweiten Schlag gewusst habe und die Tötung von Überlebenden "nicht gewollt" hätte, die Regierungssprecherin sieht den zuständigen Admiral Frank Bradley in der Verantwortung und der Verteidigungsminister selbst behauptet, er habe weder Überlebende noch den zweiten Angriff gesehen, stehe aber hinter Bradley.

Pete Hegseth auch in den eigenen Reihen unter Druck

Der Einsatz von Anfang September geschah im Zuge des Kampfes gegen die "Narko-Terroristen", wie das Weiße Haus sie nennt, in dessen Mittelpunkt Venezuela steht. Das US-Militär hat bislang rund 20 Angriffe auf mutmaßliche Drogenboote in der Karibik und im Pazifik durchgeführt und dabei mindestens 83 Menschen getötet. Auch in der Regierungspartei ist Trumps Kurs umstritten. Der republikanische Senator Mike Turner sagte, sollte es stimmen, dass zwei Überlebende getötet wurden, wäre das eine illegale Handlung. Eine parteiübergreifende Untersuchung soll die Vorfälle nun klären.

Zu welchem Ergebnis die Untersuchung auch immer kommen wird, sicher ist schon jetzt, dass Pete Hegseth schon vor seiner Ernennung zum Verteidigungsminister für viele und meist unrühmliche Schlagzeilen gesorgt hat.

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