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TV-Star feiert Geburtstag Günther Jauch wird 65: "Ich habe mich selbst noch nie im Fernsehen gesehen"

Günther Jauch als Moderator bei der Show "Wer Wird Millionär?".
Günther Jauch während der RTL-Quizsendung "Wer wird Millionär?" im Jahr 2004 − er moderiert die Show seit knapp 22 Jahren.
© Jörg Carstensen / DPA
Einer der erfolgreichsten TV-Moderatoren Deutschlands wird 65 Jahre alt. Viele seiner Fans stellen sich die Frage: Wie lange macht Günther Jauch noch weiter? Ein Rückblick auf eine Karriere voller Höhen und Tiefen.
Ralf Isermann

Günther Jauch  wird 65 Jahre alt. Früher stand dieses Alter für den Eintritt in die Rente − doch ein Ende seiner Fernseh-Karriere scheint noch nicht in Sicht. Trotz der Dauerpräsenz des Show-Moderators im deutschen Fernsehen, dürften sich manche seiner vielen Fans dennoch allmählich Gedanken machen, wie lange eine der größten Fernsehkarrieren Deutschlands wohl noch gehen wird.

Die Eine-Million-Euro-Frage: Wie lange macht er noch?

Jauch selbst nannte kürzlich in einem Interview zur 1500. Folge seines Dauerbrenners "Wer wird Millionär?" eine Marke, die einen Hinweis auf seine eigenen Zukunftspläne geben könnte. In dem Gespräch mit dem Internetportal der Goldenen Kamera wich Jauch der Antwort, wie lange er die Sendung noch moderieren wird, zwar aus. 

"Das ist die Eine-Million-Euro-Frage - sicher so lange, wie das Publikum, der Sender und ich selbst Freude daran haben", sagte Jauch. Ein mögliches Enddatum nannte er dann aber doch - auf die Frage, ob es "WWM" in zehn Jahren noch geben wird, sagte der Moderator: "Das halte ich für unwahrscheinlich."

Gelingt Jauch ein besserer Abschied als Thomas Gottschalk?

Und offensichtlich macht er sich auch Gedanken über einen Ausstieg, der überraschend kommt und mit Bedauern aufgenommen wird. "Irgendwann ist es gut − und noch besser, wenn man selbst den richtigen Zeitpunkt für die allerletzte Sendung findet." Sollte ihm das gelingen, würde er es besser machen als sein 71 Jahre alter Freund Thomas Gottschalk − von dessen Projekten der vergangenen Jahre endeten mehrere angesichts schlechter Quoten sehr schnell.

Bei Jauch stehen in seiner langen Karriere deutlich mehr Höhen als Tiefen. Und auch Ermüdungserscheinungen zeigt er ebenso wenig wie Anzeichen für eine vorzeitige Alterung. Eine Corona-Infektion bescherte ihm kürzlich allerdings die ersten krankheitsbedingten Ausfälle seit Ewigkeiten.

Der Sohn eines Journalisten macht Karriere im TV

Jauch kam am 13. Juli 1956 in Münster zur Welt. Sein Vater Ernst-Alfred Jauch war ein katholischer Journalist und Publizist. Über das Wirken seines Sohns ist vom Vater ein spöttisches Zitat überliefert: "Was Günther macht, verstehe ich zwar nicht, aber es wird wohl gut bezahlt - kein Mensch weiß, warum."

Günther Jauch moderiert die beliebte Quizshow "Wer wird Millionär?" seit 1999.

Tatsächlich stand Vater Jauch für hochseriösen Journalismus, während sein Sohn sich eher im Unterhaltungsbereich einen Namen machte. Ein Jurastudium brach er ab, nach der Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule Mitte der 70er Jahre fand er schnell den Zugang zu Radio und Fernsehen.

Das Karriere-Tief: Rauswurf beim Sender nach kritischen Äußerungen

Von Gottschalk übernahm Jauch 1987 die Show "Na sowas" und führte sie als "Na siehste" weiter. Auch ein fristloser Rauswurf beim Bayerischen Rundfunk wegen öffentlicher Kritik an seinen Vorgesetzten 1989 stoppte Jauch dann nicht mehr. 

Zu dieser Zeit war er längst eine eigene, starke Marke geworden. Er moderierte im ZDF Erfolge wie "Das aktuelle Sportstudio" oder die "Menschen"-Reihe, bei RTL 20 Jahre lang "Stern TV", dazu bis heute den Jahresrückblick "Menschen, Bilder, Emotionen" oder "5 gegen Jauch".

Und immer wieder übernahm Jauch den Sport: Als RTL die Rechte an der Champions League hatte, moderierte selbstverständlich Jauch und kommentierte mit "das erste Tor ist schon gefallen" in einer preisgekrönten Moderation 1998 den Bruch eines Torpfostens beim Spiel von Real Madrid gegen Borussia Dortmund.

Viel Kritik trotz guter Quoten

Auch seine Moderation des ARD-Sonntagstalks wurde ein Quotenerfolg. Allerdings bekam er auch viel Kritik für die journalistische Qualität auf dem Sendeplatz, den inzwischen "Anne Will" wieder ausfüllt. Er selbst sah sich seine eigene Talkshow im Nachhinein nie an, auch seine anderen Fernseherfolge nicht.

"Ich kann mit Fug und Recht von mir behaupten, dass ich mich selbst noch nie im Fernsehen gesehen habe", sagte er einmal im Deutschlandfunk. Damit dürfte Jauch einer von ganz wenigen Deutschen sein, der Jauch noch nie im Fernsehen sah.

ldh DPA

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