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"Guidos Deko Queen" Guido über die schlimmsten Einrichtungs-Sünden aus Videocalls

Guido
Guido Maria Kretschmer startet auf Vox die neue Sendung "Guidos Deko Queen"
© Daniel Bockwoldt/ / Picture Alliance
Guido Maria Kretschmer bekommt mit "Guidos Deko Queen" eine neue Einrichtungs-Show auf Vox. Im Interview verrät er, wie man sich das Home-Office gemütlich macht, was die neuesten Interior-Trends sind und warum er als Handwerker-Schreck gilt.

Modedesigner Guido Maria Kretschmer wird künftig nicht nur "Shopping Queens" krönen, sondern auch "Guidos Deko Queen": Die gleichnamige TV-Sendung startet am Samstag um 17 Uhr auf Vox, statt um Mode dreht sich dort alles um Interior-Design. Das Prinzip bleibt ähnlich: Die Kandidatinnen bekommen von Guido ein Motto, und müssen danach ein Zimmer ihrer Wohnung umdekorieren. Passend dazu erscheint auch ein Print-Magazin zur Sendung - neben "Guido" schon der zweite Hefttitel für den Designer. Im Interview verrät Kretschmer, welche Einrichtungs-Sünden er während Videocalls schon so entdeckt hat und gibt Tipps für praktische Home-Office-Lösungen.

Viele Menschen nutzen den Lockdown, um zuhause umzudekorieren. Ging’s Ihnen auch so?

Nein, was die Deko angeht, war ich gut auf die Krise vorbereitet. Ich hatte es auch schon vorher gemütlich. Aber ich habe bei vielen Leuten im Videocall gesehen, dass da dringend was getan werden müsste. Der Lockdown ist ja auch eine intime Zeit, weil viele zeigen, wie sie wohnen. Bei manchen war ich wirklich erstaunt wie sie wohnen.  Mittlerweile gibt‘s ja digitale Fototapeten aber am Anfang hat man da teilweise schon sehr viele Einblicke in das Zuhause der anderen bekommen.

Was sind denn das für Einrichtungs-Sünden gewesen, die Sie in den Videocalls entdeckt haben?

Einige haben zum Beispiel ganz fieses Licht. Wenn man dann nachfragt, kommt oft raus, dass sie das schon länger ändern wollten. Die Leute möchten es in der Krise gemütlich in der Wohnung haben und haben gemerkt, dass jetzt die Zeit für Farbe und Veränderung ist.

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In vielen Haushalten ist das Thema Homeoffice bzw. Homeschooling ein Thema. Haben Sie Tipps, um sich eine Büroecke gut einzurichten?

Es braucht zum einen eine gute optische Abtrennung vom Rest des Raums – einen Paravent vielleicht, oder einen gut gestellten Tisch. Manchmal hilft es schon, wenn man einen neuen Stuhl an den Küchentisch schiebt und den etwas anders ausrichtet. Und man darf ruhig kreativ werden bei der Raumsuche: Eine Freundin von mir arbeitet jetzt im Badezimmer, weil sie dort das beste Licht und Ruhe hat. Die Idee finde ich gut, dann dort ein mobiles Tischlein zu nutzen. Wichtig ist nur, dass man nicht im Bett arbeitet und Schlaf und Arbeit trennt. Ich würde jedem empfehlen, sich gutes Licht zu holen und optische Momente zu schaffen, die daran erinnern, dass man im Büro ist und nicht privat.

Wie würden Sie Ihren Einrichtungsstil beschreiben?

Mein Stil ist elegant, mit Kunst durchzogen, lässig und reduziert. Ich lebe mit vielen Dingen, die ich schon lange habe, trotzdem ist es nicht still, es ist viel los. Ich mag gern Dinge, die aus meiner Vergangenheit kommen und ich lebe sehr gern mit Kunst, mit Bildern und Skulpturen. Ich mag ruhige Farben und wenn alles in der Wohnung aus einer Welt kommt und nicht hinter jeder Tür ein neues Farbexperiment steckt. Ich hab zum Beispiel in allen Räumen die gleichen Vorhänge – tolle Samtgardinen in mauve. Und trotzdem wirken die Zimmer unterschiedlich, weil sie immer andere Highlights haben.

Guidos Deko Queen
"Guidos Deko Queen": Das Heft zur Sendung erscheint beim Verlag Gruner + Jahr, zu dem auch der stern gehört
© PR

Apropos Highlights: Was sind denn die momentanen Interior-Trends?

Petrolfarben sind immer noch da, auch bei spießigeren Wohnungen, die ein wenig mutiger werden. Was früher eine ochsenblutrote Wand war, ist jetzt häufig ein tiefes Petrol. Das ist ein schöner Kontrast zu schwarzen Möbeln, die auch wieder kommen. Oder auch schwarze Passepartouts bei Bildern. Naturholz ist auch wieder da, sowie gebürstetes Holz. Dann Porzellan und Steingut. Aber ein ganz wichtiger Trend ist die Tapete. Das finde ich toll, denn damit kann man ein gutes Raumklima schaffen. Wenn nur eine Wand eine Tapete mit tollem Muster hat, macht das gleich etwas her. Gleichzeit ist auch dieses "hyggelige" beliebt, selbst bei Menschen, die eher minimalistisch unterwegs waren. Die holen sich dann auch mal Blumen nach Hause oder merken: Ach, so ein kleines Schafsfell ist doch ganz gemütlich!

Macht "Guidos Deko Queen" jetzt der "Shopping Queen" Konkurrenz?

Nein, "Shopping Queen" und "Deko Queen" haben ja beide die gleiche Intention: Mit Freude und Humor zu unterhalten. Ich bin erstaunt, wie schnell mich die "Deko Queen" abgeholt hat. Es ist sehr persönlich aber doch etwas ganz anderes. Ich kann sehr viel von mir erzählen, und es fällt mir leicht, über Einrichtung zu sprechen. Ich kenne mich gut aus mit Möbeln, Stil, Kunst ,Formen und Farbe. In letzter Konsequenz ist es aber die Freude am schönen Leben, die beides verbindet. Das große Glück ist ja auch, dass wir parallel zur Sendung ein gleichnamiges Magazin rausbringen, was sich mit all den schönen Dingen rund um die Themen Wohnen, Einrichten, Dekorieren, Beauty und Lifestyle beschäftigt. Da ist auch ganz viel Persönliches von mir drin.

In der Sendung müssen die Kandidatinnen auch DIY-Projekte umsetzen. Sind Sie selbst handwerklich begabt?

Ich kann nichts, was wahnsinnig Krach macht, bei einem Wanddurchbruch bin ich also nicht dabei. Aber ansonsten bin ich gut. Ich kann gut so Klein-Fummel-Dinger, nähe Gardinen oder Bettwäsche, stricke auch gern. Aber es muss schnell gehen! Ich kann schlecht warten. Wenn ich die Wand streiche, dann hänge ich gleich die Bilder auf – auch wenn man vielleicht lieber noch kurz gewartet hätte. Ich habe bei mir zuhause auch die Handwerker aus dem Haus raus dekoriert. Ich hatte hier alles so clean und fertig eingerichtet auf der Baustelle, dass die gar nicht mehr weiter machen wollten.

Und welches Möbelstück sollte ganz dringend aus deutschen Wohnzimmern verschwinden?

Das schlechteste Möbelstück, das man haben kann, ist ein Partner, den man nicht gern um sich hat. Man sollte sich mit Menschen umgeben, die man mag!

sst

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