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TV-Kritik

Start der dritten Staffel: Happy End oder trauriger Abschied: Wie geht "Club der roten Bänder" aus?

Ab Montag zeigt Vox die dritte und letzte Staffel von "Club der roten Bänder". Auch zum Finale spielt die Serie ihre Stärken aus und erkundet den Grenzbereich zwischen Tragik und Komik.

Club der roten Bänder

Toni (Ivo Kortlang), Jonas (Damian Hardung), Hugo (Nick Julius Schuck), Leo (Tim Oliver Schultz), Emma (Luise Befort) und Alex (Timur Bartels), besser bekannt als der Club der roten Bänder, sind aus dem Krankenhaus ausgebüxt - und haben sich dabei verfahren.

Es ist eine einfache Weisheit, und doch so schwer einzuhalten: Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist. Viele Serienproduzenten scheitern daran, produzieren Staffel um Staffel, bis sich irgendwann die treuesten Zuschauer abwenden. 

Einen anderen Weg beschreitet der Privatsender mit "Club der toten Bänder". Obwohl die Serie hervorragende Quoten einfährt, ist mit der nun startenden dritten Staffel Schluss: "Die Geschichte liegt uns zu sehr am Herzen, als dass wir sie nun darüber hinaus strecken und dadurch verwässern würden", sagte Vox-Geschäftsführer Bernd Reichart im vergangenen Jahr.

So heißt es ab Montagabend für die Zuschauer Abschied nehmen von Leo, Jonas, Hugo, Emma und Toni - jenen kranken und wiedergenesenen Jugendlichen, die das Beste aus ihrem Klinikaufenthalt machen und zusammen den Club der roten Bänder gegründet haben. Zu Beginn der dritten Staffel sind die Clubmitglieder aus ihrem Krankenhaus ausgebüxt, um die den letzten Wunsch ihres verstorbenen Freundes Benito zu erfüllen und seine Asche ins Meer zu streuen.

Der Club der roten Bänder landet auf einem Festival

Es war schon immer der schwarze Humor, der diese Serie ausgezeichnet ist. Und auch in dieser ersten Folge liegen Trauer und Komik ganz nah beieinander. Denn kurz nach dem tränenreichen Abschied von Benito verfahren sich die Freunde auf dem Heimweg und landen bei einem Rock-Festival. Wo man ihre roten Krankenhausfesseln für VIP-Bänder hält und ihnen Zutritt zum Luxusbereich gewährt. Auf diese Weise kommen die Patienten in den Genuss einer rauschenden Party. Dabei kommen sich Leo und Emma näher - und verbringen ihre erste gemeinsame Liebesnacht. 

Was in einer anderen Serie kitschig geraten wäre, wird auch hier von schwarzem Humor durchbrochen. "Machen wir’s mit oder ohne?", fragt Leo kurz vor dem Liebesakt. "Kondom?", erwidert Emma. Doch der krebskranke Junge meint etwas ganz anders: "Mein Bein." Er trägt eine Prothese.

Wie es die Jugendlichen immer wieder schaffen, aus ihrer Situation Humor zu ziehen und trotz der schweren Krankheit Lebensfreude zu finden - das macht "Club der roten Bänder" auch in der dritten Staffel so sehenswert.

Gibt es ein Happy End?

Am Ende der ersten Folge kehren die Fünf wieder ins Krankenhaus zurück, wo sie von Ärzten und Angehörigen sehnlichst erwartet werden. Damit sind auch die alten Probleme wieder da. Leo, der durch seine Liebe zu Emma neuen Lebensmut gewonnen hat und wegen ihr 150 Jahre alt werden will, steht eine riskante Operation bevor. 

Noch ist nicht absehbar, wie es ausgehen wird: Gibt es ein Happy End für die Freunde, oder müssen sie am Ende ein weiteres Clubmitglied beerdigen? Egal, welches Ende es nehmen wird, eines kann ihnen keiner mehr nehmen: "Gemeinsam kehrten wir vom besten Trip zurück, den wir jemals hatten", heißt es am Ende von Folge 1. Einige von ihnen mögen dem Tode geweiht sein. Doch sie haben das Beste daraus gemacht.

Vox sendet die dritte Staffel von "Club der roten Bänder" ab dem 13. November immer montags ab 20.15 Uhr in Doppelfolgen.


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