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Joko und Klaas: Eine Welt aus Komik, Kommerz und Kalkül

Auch wenn sie "Circus HalliGalli" im Juni beenden: Joko und Klaas werden gefeiert als Heilsbringer des Fernsehens. Sie wagen sich vor bis an die Grenzen des Möglichen. Über das Erfolgsgeheimnis des Comedy-Duos.

Von Rolf-Herbert Peters

Joko und Klaas

Schick sein und schocken: Das ist das Geschäftsmodell von Joachim "Joko" Winterscheidt (l.) und Klaas Heufer-Umlauf.

Und dann humpelt Klaas Heufer-Umlauf herein. Er hat die Fliege abgelegt, der blaue Anzug hängt müde an ihm herab. Er lächelt sein breites Klaas-Lächeln: "Puh, das war ein Marathon."

Achteinhalb Stunden Aufzeichnung für "Die beste Show der Welt" hat er hinter sich. Plus Proben. Das zweite Mal in dieser Woche schon. Jetzt ist es 0.55 Uhr, draußen pfeift der Winterwind um das Studio 52 in Köln. Im Catering-Saal hält sich Komödiant Oliver Kalkofe stumm an einem Glas fest. Eine Frau mit Headset bückt sich nach der letzten Dose Granini-Limo auf einer Palette.

Klaas streicht sich übers Schienbein. Im ersten Spiel der Show hat ihm sein Showpartner Joachim "Joko" Winterscheidt die Knochen poliert. "Schienbeintreter-WM" . Joko hatte vorher gefordert: "Komm, Alter, lassen wir die Schienbeinschoner weg!" Ehrensache, keine Rücksicht auf die Schmerzgrenze, das ist Teil des Konzepts. "Schschsch, tut richtig weh!"

Am 4. Februar beginnt die neue Staffel auf Pro Sieben - es wird die letzte sein. Vier Stunden Fernsehen, inklusive rund einer Stunde Werbeunterbrechung. Wenn es läuft wie bisher, werden wieder mehr als anderthalb Millionen junge Leute einschalten. Genau die konsumfreudigen Zuschauer also, um die sich alle Sender reißen, weil sie für die Vermarktung am lukrativsten sind - und die eigentlich kaum mehr klassisch fernsehen, sondern lieber vorm Smartphone chillen.

Joko und Klaas sind Spaßfabrikanten. Für das Unterhaltungsfernsehen sind sie das, was Jauch und Gottschalk einmal waren. Sie sollen es in die Zukunft führen. Doch während Jauch und Gottschalk noch die geduldigen Nachkriegsjahrgänge amüsierten, haben J & K es mit der Generation Y zu tun, mit digital sozialisierten, medial überfütterten Zappelkindern der Achtziger und Neunziger. Sie liefern ein wohlkalkuliertes Produkt – perfekt zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Zuschauern und Werbekunden. Lustvoll verkaufen sie sich und ihre Ideen – bis an die Grenzen des Möglichen. Komik und Kommerz.

In der Branche werden sie bejubelt als Heilsbringer der jungen, modernen Unterhaltung. Den Deutschen Fernsehpreis haben sie mehrfach gewonnen, Rose d'Or, Deutschen Comedypreis, 1 Live Krone, Echo, sogar den Grimme-Preis. In der Laudatio hieß es: "Weit und breit ist niemand in Sicht, der ihnen das Wasser reichen könnte." Gerade erst wurden sie abermals nominiert.

Was ist das Erfolgsgeheimnis von Joko und Klaas? Wie wurden sie zur vielleicht heißesten Marke der TV-Branche?

Schämen und fremdschämen

Köln, MMC Studios, ein Freitagnachmittag im Dezember. Rund 600 Zuschauer kauern vor Beginn der Aufzeichnung auf Bänken und Böden im Foyer. Kaum jemand ist älter als 30. Alle sind schwarz gekleidet, wie es auf der Eintrittskarte verlangt wird. Sie posten, twittern und daddeln, bis es losgeht. Typische Zielgruppe.

Alles nur Show?: Das sollten Sie über Joko und Klaas wissen


"Die beste Show der Welt" besteht aus acht Spielen. Das Saalpublikum entscheidet per Fernbedienung, Hit oder Flop. Hinten im Catering-Sektor sitzen bereits drei Kandidaten und betrinken sich. Sie werden gleich Geschicklichkeitsaufgaben bewältigen müssen, bis zum Kotzen; ihre nüchternen Frauen wetten auf ihren Erfolg. Scham und Fremdscham, Unfug und Ekel. Joko sagt: "Wir sind Meister im Andere-in-die-Scheiße-Reiten."

Solche TV-Produkte spuckt die Spaßmaschine zuverlässig aus. Bei Pro Sieben ist das Duo nahezu dauerpräsent, auf den Webseiten des Senders ohnehin. Neben den Samstagabendshows, zu denen auch das "Duell um die Welt" gehört, läuft montags ihre Late-Night-Show "Circus Halligalli", ein Mix aus Talk, Musik und Nickeligkeiten. Es gilt das alte Kaufmannsprinzip: Man muss das Rad nicht neu erfinden, um erfolgreich zu sein. Fast alle Formate gab es im Kern schon einmal. In den Sechzigern bei "Vorsicht Kamera!", in den Achtzigern bei Jauchs "Rätselflug", bei "Wetten, dass ..?", "Raab in Gefahr" oder im Dschungelcamp. Nur: Joko und Klaas legen immer noch eine Schippe drauf und fertigen daraus Filmchen in Blockbuster-Qualität. Im Internet werden die Videos ihrer Sendungen bis zu acht Millionen Mal geklickt.

Seit 2009 stehen Joko und Klaas gemeinsam vor der Kamera. Was dabei spontan und leicht wirkt, ist meist wohlkalkuliert. Hier zu sehen bei einem Battle in ihrer Sendung "Circus Halligalli". Die neue Staffel startet am 14. Februar auf ProSieben. Bereits am 4. Februar geht es los mit "Die beste Show der Welt".

Seit 2009 stehen Joko und Klaas gemeinsam vor der Kamera. Was dabei spontan und leicht wirkt, ist meist wohlkalkuliert. Hier zu sehen bei einem Battle in ihrer Sendung "Circus Halligalli". Die neue Staffel startet am 14. Februar auf ProSieben. Bereits am 4. Februar geht es los mit "Die beste Show der Welt".


Auf der Bühne laufen die letzten Vorbereitungen, Männer mit Vollbart und Hipsterbrillen laufen aufgeregt umher. Am Rand beobachtet ein Herr mit verschränkten Armen die Szene: Arno Schneppenheim, 45. Er ist Geschäftsführer von Florida TV und damit der Chef der Spaßfabrik, der Stratege hinter Joko und Klaas. "Bei der Florida versuchen wir zu planen, was die beiden in den nächsten fünf Jahren im Fernsehen so alles anstellen", sagt er. Die Firma produziert alle J & K-Sendungen, 2015 machte sie 10,6 Millionen Euro Umsatz.

"Die Gnadenlosigkeit der beiden ist äußerst modern"

Haupteigner der Florida ist eine Tochter des niederländischen Endemol-Konzerns – eines der größten Fernsehproduzenten der Welt ("Wer wird Millionär?" , "Big Brother"). Wenn man irgendwo weiß, wie das TV-Geschäft funktioniert, wie man ein paar Blödelideen zu Geld macht, dann hier. Schneppenheim handelt mit Pro Sieben die Etats für die Shows aus. Die großen Abendsendungen verschlingen bis zu einer Million Euro, eine Folge "Circus Hallgalli" kostet fast 100.000. Er wacht auch darüber, dass Joko und Klaas gut ausfallversichert sind. Schließlich sei "zum Teil lebensgefährlich", was die veranstalteten. "Aber die Gnadenlosigkeit, mit der die beiden Fernsehen machen, ist äußerst modern. Das wird von den Jugendlichen honoriert."

Joko und Klaas betreten die Bühne. Zum Aufwärmen ein paar Witze. Sie veralbern den TV-Komiker Mario Barth, das Publikum juchzt. Treffer! Klaas grinst. Der Gag war auch ein Test. Er wird ihn in die nächste "Circus Hallgalli"-Sendung einbauen. Spontan kommen ihre Sprüche sowieso eher selten. Sie laufen zuvor fast alle durch die Kontrolle eines wortgewaltigen Mannes, der Joko gerade letzte Anweisungen ins Ohr flüstert: Jakob Lundt. Der 30-Jährige sorgt als Redaktionsleiter dafür, dass die Pointen sitzen. Denn es gilt der alte Satz von Rudi Carrell, den hier viele verehren: "Wenn du ein Ass aus dem Ärmel ziehen willst, musst du es vorher reinstecken." Klaas würde sich nie nur auf seine Tagesform verlassen. Er sagt: "Wenn man das Geschäft ein paar Jahre macht, könnte man denken, die haben mich genommen, weil mir immer so gute Sachen einfallen. Aber das ist natürlich Quatsch." Wie viele Gags sind vorgegeben? Joko: "100 Prozent Spielraum, 100 Prozent Vorbereitung."

Joko Winterscheid moderiert die Promi Dart WM


Der wichtigste Mann im Hintergrund ist Kreativchef Thomas Schmitt, 37. Das komödiantische Großhirn. Er studierte einst Film und wollte nie zum Fernsehen. Nun schmiedet er seit elf Jahren Spielideen. Zu neuen Vorschlägen hat er sofort die Bilder im Kopf: Was lässt sich spektakulär umsetzen? Er verhandelt mit den philippinischen Polizisten, bevor sie Klaas in einer "Challenge" für vier Tage in den Drogenknast werfen. Er reist mit, wenn sich Joko an einer Traube bunter Luftballons in den Himmel Nevadas hieven lässt – und sich mit einer Pistole wieder runterballert. "Je spektakulärer, desto besser" , sagt er. Schmitt schneidet auch viele der Einspielfilme, die oft mehr als 15 Minuten dauern - lang für das Häppchen-gewohnte Publikum. Und er sorgt für eine warme, fast funzelige Bühnenbeleuchtung. "Wir haben immer nur das gemacht, was uns selbst gefällt, Halligalli ist für uns Heimat." Bisweilen wirkt es hinter den Kulissen wie in einer Studenten-WG. Ein Teil der fast 50 Mitarbeiter ist seit über zehn Jahren dabei. Klaas sagt: "Wir sind, wie man bei 'Ice Age' sagen würde, ne krasse Herde."

Die Aufzeichnung beginnt. Heute wird für ein Spiel mit peinlichen Fragen und Ekel-Lebensmitteln Matthias Schweighöfer zugeschaltet. Er gehört zum J & K-Kosmos, so wie Komödiant Olli Schulz, Filmstar Nora Tschirner und manche mehr.

"Die haben schon sehr früh ihren Marktwert entdeckt"

Man kennt sich, man hilft sich, das ganze Business ein Beziehungsgeflecht. Das zeigen schon die Beteiligungsverhältnisse bei Florida TV. 51 Prozent gehören dem Endemol-Konzern. Jeweils 19,6 Prozent halten Joko und Klaas. 4,9 Prozent hat Klaas' Manager Ansa Seidenstücker inne, ein Promiagent, der auch Schulz und Tschirner unter Vertrag hat. Die restlichen 4,9 Prozent liegen bei der Firma Creative Cosmos 15, einer Münchner Werbeagentur. Und die wiederum gehört: Joko und Schweighöfer. Es ist eine auf vielen Ebenen verschränkte Verkaufsmaschine rund um die Marke Joko & Klaas.

Joko Winterscheidt, mit 38 der Ältere von beiden, stammt aus Waldniel, einem Nest bei Mönchengladbach. Als er sechs war, starb seine Mutter an Brustkrebs. "Ich würde alles dafür hergeben, sie wiederzubekommen", sagt er. Sein Vater war oft auf Dienstreise, seine ältere Schwester kümmerte sich um ihn. In der achten Klasse kam er ins Internat, hing mit Kleinkriminellen ab. "Ich wusste echt nicht, was ich mit meinem Leben anstellen sollte." Er schmiss seine Ausbildung zum Werbekaufmann und rutschte über ein Praktikum zum Musiksender MTV.

Klaas Heufer-Umlauf freut sich zusammen mit Moderatorin Jeannine Michaelsen und Florida-TV-Chef Arno Schneppenheim

Klaas Heufer-Umlauf freut sich zusammen mit Moderatorin Jeannine Michaelsen und Florida-TV-Chef Arno Schneppenheim über den Deutschen Fernsehpreis, den es Anfang 2016 für "Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt" gab


Dort traf er Klaas, heute 33. Dessen Eltern trennten sich, als der Vater den Job verlor. Seine Mutter schuftete als Krankenpflegerin. Nach der Realschule wurde Klaas Friseur, sehnte sich aber nach dem Rampenlicht: "Auf einem meiner frühen Wunschzettel steht auf Platz eins: ein Rudi-Carrell-Mikrofon." Ein paar Rollen am Staatstheater, dann zu Viva. Als der Sender 2009 mit MTV verschmolz, fusionierte Klaas mit Joko. Als Duo moderierten sie "MTV Home", später "Neo Paradise" bei ZDF Neo. Das alles für ein paar Tausend Euro pro Show.

Mit ihrem Humor treffen sie den Zeitgeist. Sie strahlen Nestwärme aus in einer sich versingelnden Welt. Tragen Scheitel, karierte Hemden, Pullover und gepflegte Vollbärte – und agieren so unerschrocken, wie es die Zuschauer gern wären. Vor allem haben sie verstanden, sich in dieser Rolle zu inszenieren. Frank Zervos, der sie zu ZDF Neo holte und heute Chef vom Dienst beim ZDF ist, sagt: "Die haben schon sehr früh ihren Marktwert entdeckt."

Während Pro Sieben ihrer Firma die Showproduktion finanziert, haben sie persönlich Exklusivverträge mit dem Sender. Wie Top-Fußballer erhalten sie ein so hohes Grundgehalt plus Leistungsprämien für die Zahl der Sendungen, dass niemand mehr darüber sprechen will. Beim Sender heißt es nur: "Die spielen in der Champions League." In einem Promi-Portal wird Jokos Vermögen auf 20 Millionen Euro geschätzt. "Ach, viel zu wenig!", scherzt er. Und Klaas: "Wenn's im Internet steht, wird's wohl stimmen."

Strahlkraft für den Sender

Für die Aktiengesellschaft Pro Sieben Sat 1 sind die Millionen jedenfalls gut investiert. Joko und Klaas liefern dem Sender – nüchtern betrachtet – das Rahmenprogramm für die Werbekundschaft. Die Plätze sind gut gebucht. Und wer die Generation Y vor den Fernseher bekommt, kann hohe Preise verlangen, denn nur noch 60 Prozent der Jugendlichen schalten das Gerät regelmäßig ein. Wie nebenbei fungiert "Die beste Show der Welt" auch als Teil der Forschungsabteilung. Wenn eines der Einzelspiele die Zuschauer im Saal überzeugt, könnte es auch eigenständig laufen, so das Kalkül. Im November ist das gelungen: "My Idiot Friend" lockte auch allein über eine Million junge Zuschauer an.

Das alles stärkt das Image des Senders. Für Pro Sieben sind J & K Assets, wie Ökonomen das nennen. "Sie haben für uns eine ikonische Strahlkraft", sagt Senderchef Daniel Rosemann, "ihren Erfolg muss man über die Quoten hinaus bewerten." Laut Studien des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest ist Pro Sieben bei 51 Prozent der jungen Zuschauer beliebt, RTL, ARD und ZDF liegen mit sieben, vier und drei Prozent weit abgeschlagen.

Längst testet der Sender mit den beiden die nächste Stufe bei der Vermarktung. "Die Jungs haben keine Berührungsängste mit Werbung", sagt Florida-Chef Schneppenheim. Bei Gottschalk waren die Gummibärchen für die Gäste noch ein Skandal – Joko und Klaas machen aus so was Kult.

Im Sommer zum Beispiel lief ihr erster "TV-Live-Werbeblock", erfunden von der Pro-Sieben-Tochter Seven-One Ad Factory. Statt einer gewöhnlichen Werbepause präsentierten die beiden die Produkte während "Circus Halligalli" persönlich. Sie hielten ein Schild hoch, "Werbung", stellten sich hinter einen Tresen und priesen an. Salami von Rügenwalder (Klaas: "Ich stehe so gerne nachts besoffen vor dem Kühlschrank und esse die Wurst aus der Packung"), Mentos, Gillette-Rasierer, Bahlsen-Cookies. Die Hersteller hatten dafür bezahlt, alles war im Vorfeld mit der Medienaufsicht abgestimmt. Sonja van Daelen, Brand Managerin bei Bahlsen, hatte erst "ein wenig gezittert", wie sie erzählt, fand das Format am Ende aber "höchst kreativ und unterhaltsam" . Bald soll es eine Neuauflage geben. Fernsehwerbung an der Grenze des rechtlich Möglichen.

Das Unterhaltungsprodukt der Zukunft

Im Internet, wo die Reklamevorschriften längst nicht so eng sind, können J & K noch weiter gehen. Dort agieren sie so wie die Youtube- oder Instagram-Stars, bei denen sich Unterhaltung und Werbung längst mischen. Da gelten sie als "Influencer". Ihr Wort zählt bei der Generation Y. Mitte September sitzen Joko und Klaas in einem kleinen Aufnahmestudio im Obergeschoss der Berliner Union Film, es ist ausstaffiert wie ein feiner Salon. Unten im Studio 1 wird gleich die letzte Halligalli-Show vor der Winterpause gedreht. Klaas trägt einen edlen Anzug, Joko steckt in spitzen, grauen Wildlederschuhen und gebügelter Stoffhose. Sie könnten auch Manager sein, die ihren Whisky schwenken. Joko, der selbst in ein paar Firmen investiert hat (Mode, Alkohol, Dienstleistungen), sagt: "Gestern Abend habe ich in der Badewanne das ‚Manager Magazin' gelesen." Klaas: "So startet ja praktisch jede erfolgreiche Unternehmerkarriere, weiß man ja!" Joko: "Nee, ich hab's echt verschlungen!" Die Story über den Airbnb-Gründer. "Diese Leidenschaft! Was die gemacht haben, gab es alles schon, sie haben es nur auf eine andere Ebene gehoben."

Im März will er auf der Münchner "Content-Marketing"-Messe die Fachwelt lehren, wie man "herausragendes Entertainment und erstklassige Werbung aus einer Hand" gestaltet. Erzählen wird er über sich. Und über Granini und VW.

Für beide Marken hat er Kleinserien gedreht, die nun im Internet zu sehen sind: "Die Limo" und "Der Spediteur". Dabei fusionieren Kunst und Reklame restlos. Branded Entertainment nennt sich das. Es gilt als ideale Web-Verkaufsplattform für die Generation Y. Die Filmchen sind so amüsant und professionell, dass sie in jeder J & K-Show laufen könnten – was sie wegen der Werbegesetze nicht dürfen. Bei "Die Limo" inszeniert er sich mit Klaas als Werbefigur. Bei "Der Spediteur" übernimmt er derbe Transportaufträge in einem VW E-Up. Er rast zum Beispiel mit einem offenen Fischsuppentopf über eine Rallyestrecke. Künftig sollen diese Filmchen ein starkes Geschäftsfeld ihrer Firma Florida TV werden. Das Unterhaltungsprodukt der Zukunft.

Klaas schaut Joko schief an, während der erzählt. Wenn es mal nicht mehr laufe im Fernsehen der Jetztzeit, würde er sein Geld lieber mit seiner Band "Gloria" verdienen. "Alternativ würde ich auch darüber nachdenken arbeiten zu gehen." Sagt er. Gerade tüftelt er mit an der dritten Granini-Staffel. Breites Klaas-Lächeln: "Ein sehr, sehr leckeres Getränk. Sollte man trinken, wenn man viel Sport macht. Oder besser andersrum: Wenn man viel davon trinkt, sollte man auch Sport machen."

Übernommen aus dem stern