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Niedliches Pausenvideo aus den 70ern: Wie der Hessische Rundfunk den Catcontent erfand

Wer glaubt, erst mit dem Internet kam die Katzenliebe, liegt falsch: Der Hessische Rundfunk hatte bereits in den 70er-Jahren die Macht von Catcontent erkannt.

HR Katzen

Die niedlichen HR-Kätzchen sollten eigentlich getötet werden.

Katzen regieren die Welt - und zwar via Internet. Nichts kommt im Netz besser an, als Fotos und Videos von den flauschigen Tierchen. Die Social-Media-Timelines sind voll davon: hier ein lustiger Clip mit Katzenbabys, denen liebevoll auf das Köpfchen gehauen wird, dort ein Bild von Grumpy Cat. Wer will, kann sich sogar einen Schnurr-Soundtrack basteln oder stundenlang Katzen hüpfen lassen

Doch wer jetzt denkt, die Faszination mit den kleinen Tigern sei ein reines Netz-Phänomen, liegt falsch. Der Hessische Rundfunk war in den 70er-Jahren seiner Zeit weit voraus: Um die damaligen Pausen zwischen einzelnen Sendungen zu füllen, drehte der Sender ein simples Video. Zum Klarinettstück "Wild Cats Blues" ließen sie einen Wurf Katzenbabys in einer Würfelpyramide umhertollen. Süße Kätzchen beim Spielen, Klettern, Fell lecken - der Catcontent war geboren. Bis heute strahlt der HR zu Randzeiten das Video in unterschiedlicher Länge aus, es wurde sogar mit Fernsehpreisen ausgezeichnet. 


Der Dreh sei gar nicht so einfach gewesen, berichtet der Hessische Rundfunk auf seiner Website. Im warmen Studiolicht seien die Kleinen ständig eingeschlafen, mussten mit Bällen und Schnüren in Bewegung gehalten werden. Was heute Klicks bringt, brachte damals Zuschauer. Und die Pausenkatzen hatten noch eine Gemeinsamkeit mit heutigen Internetphänomenen: Sie teilten eine emotionale Geschichte. Denn eigentlich sollten die Jungkatzen getötet werden. Die damalige Redakteurin Eva Demski rettete die Tiere zu sich, drehte den Kurzfilm und schuf damit die wohl niedlichste Werbung überhaupt für die Kätzchen. Beim Sender meldeten sich zahlreiche Katzenfans, so dass jedes Fellknäuel bald ein Zuhause fand. Ganz nebenbei entstand so auch die Idee für die beliebte Sendung "Herrchen gesucht". Ein Happy End mit schnurrenden Katzen - besser kann es das Internet heute auch nicht.