HOME

"Making a Murderer": Steven Avery bricht sein Schweigen: "Der wahre Mörder ist noch da draußen"

Seit dem Hype um die Netflix-Doku "Making a Murderer" hat inzwischen fast jeder seine Meinung zu dem umstrittenen Mordfall gesagt - bis auf den verurteilten Steven Avery selbst. Jetzt äußert er sich erstmals und betont seine Unschuld.

Steven Avery aus "Making a Murderer"

Hat sich aus dem Gefängnis gemeldet: Steven Avery, dessen Fall im Zentrum der Doku "Making a Murderer" steht

Seit Wochen wird über die Netflix-Dokumentation "Making a Murderer" diskutiert. Die seltsamen Zustände in der US-amerikanischen Strafjustiz schockieren viele Zuschauer - aber die Frage, die am hitzigsten diskutiert wird, dreht sich um die Schuld von Steven Avery: Hat der inzwischen 53-Jährige die junge Fotografin Theresa Halbach ermordet? Oder ist er bloß das bemitleidenswerte Opfer eines Komplotts?

Alle haben in den letzten Wochen ihre Meinung zum Fall geäußert: Fernsehzuschauer, Juristen, Menschen aus dem engeren Umfeld des vermeintlichen Täters, der seine lebenslange Haftstrafe derzeit im Gefängnis von Waupun im US-Bundesstaat Wisconsin absitzt. Nur einer schwieg beharrlich: Avery selbst. Bis jetzt.

Steven Avery: "Ich bin wirklich unschuldig"

Wie die Nachrichten-Webseite "The Daily Beast" berichtet, hat Avery sich in einem dreiseitigen Brief an die Nachrichtenreporterin Colleen Henry gewendet. Henry hatte ihn zuvor um ein Interview gebeten. "Der wahre Mörder ist immer noch da draußen", schreibt Avery. "Wen stalkt er jetzt? Ich bin wirklich unschuldig und das ist die Wahrheit!!!"

Vielleicht haben die jüngsten Ereignisse Avery dazu motiviert, sein Schweigen zu brechen. Erst in der letzten Woche hatte sich Averys Ex-Verlobte Jodi Stachowski mit sehr klaren Worten an die Öffentlichkeit gewagt und ihn in einer Talkshow als "Monster" bezeichnet, das die Tat auf jeden Fall begangen habe. In seinem Brief wirft Avery die sarkastisch gemeinte Frage auf, wie viel Geld Stachowski für dieses Interview wohl erhalten habe.

Ein abermaliger Antrag Averys, gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt zu werden, wurde vom Staat Wisconsin abgelehnt. Averys Anwälte hatten argumentiert, dass ihr Mandant das Recht auf eine neue Verhandlung habe, da sein Grundstück im Rahmen der Ermittlung illegal durchsucht worden sei. Außerdem sei einer der Geschworenen unter Druck gesetzt worden, auf schuldig zu plädieren. Begründet wird die Ablehnung des Antrags mit dem erhöhten Fluchtrisiko: Avery habe nichts mehr zu verlieren.

Themen in diesem Artikel