HOME

Neuer Comedy-Star: Krömer ersetzt Dittsche

Sechs Mal müssen "Dittsche"-Fans auf den Komiker Olli Dittrich im Nachtprogramm der ARD verzichten. Und sechs Mal bekommen sie dafür Krömer, den hoffnungsvollen Comedy-Preisträger aus Neukölln.

Neuzugang in der Comedy-Sparte der ARD: Der Berliner Anarcho-Kabarettist Kurt Krömer gibt am 4. September sein Showdebüt im Ersten. Zur nächtlichen Stunde ist dann wöchentlich eine Folge seiner Comedy-Talkshow "Bei Krömers" zu sehen, bei der er mit seiner schrägen Verwandtschaft prominente Gäste empfängt, darunter Sarah Wiener, Norbert Blüm, Hera Lind, Katharina Thalbach und Joachim Król. Krömer war 2005 beim Deutschen Comedy Preis als bester Newcomer ausgezeichnet worden. Bekannt wurde der 31-Jährige auch mit dem "Quatsch Comedy Club".

"Funny Bones" und Talent zum Improvisieren

Die Show des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), bei der die Schauspieler ohne festes Drehbuch improvisieren, ersetzt sechs Folgen lang "Dittsche" mit Olli Dittrich. Krömer sieht in dem späten Sendepunkt keinen Nachteil. Der Erfolgsdruck sei nicht so hoch, meint er. "Um 0.20 Uhr hört die ARD auf, Quoten zu zählen." Im Spießerambiente ihrer Berliner Wohnung lädt "Familie Krömer" in der halbstündigen Sendung je zwei Gäste zu sich ein. Mit von der Partie sind Mutter Ingrid Krömer (Marie Gruber), Opa Gerd (Achim Wolff) und Schwester Anja (Maxine Schulze). Im Studio Adlershof waren bei den Aufzeichnungen jeweils 300 Zuschauer dabei. Ihm seien die direkten Reaktionen des Publikums wichtig, sagt Krömer. Außerdem legt er Wert darauf, die Gäste vor der Impro-Show nicht zu sehen, damit alles schön spontan bleibt.

Berlinern und Kabarett-Kennern ist der Mann mit der dunklen Hornbrille schon länger ein Begriff. Seine frühen Vorbilder: Klaus Kinski und Louis de Funes. Seine Markenzeichen: listiger Proletenwitz und ein Talent zum Improvisieren, das seine prominenten Gäste ins Schwitzen bringt. Er hat die britischen "Funny Bones", also die Gabe, witzig zu sein, ohne etwas dafür tun zu müssen, attestieren ihm Kritiker. Der RBB nennt ihn einen "Ausnahmekünstler". Manchen Harald-Schmidt- oder "Dittsche"-Fan hat Krömer bereits auf seiner Seite.

"Ick lass ma nicht verbiegen!"

Das Publikum wiehert vor Vergnügen, wenn in seiner neuen Show die Köchin Sarah Wiener in der Krömerschen Wohnung die Schuhe ausziehen muss oder wenn Ex-Minister Norbert Blüm versucht, witziger zu sein als der Gastgeber. Dazu spricht Krömer bollerigen Berliner Dialekt, gern kokettiert der "Robbie Williams vom Hermannplatz" auch mit seinem Heimatkiez Neukölln. Sein Motto: "Krömer muss Krömer bleiben! Ick lass ma nicht verbiegen! Keine Verkleidungen und keine Doktorsketche!"

Als Comedian hat er mehr als ein Jahrzehnt auf der Bühne hinter sich. Seine Shows heißen "Na Du Alte Kackbratze" oder "Kröm de la Kröm", er tritt in der UFA-Fabrik, im Quatsch Comedy Club, in den Berliner Wühlmäusen und auf vielen anderen namhaften deutschen Kleinkunstbühnen auf. Seine "Kurt Krömer Show" lief auch überregional. Der Sprung aus dem dritten Programm in die ARD war da wohl nur eine Frage der Zeit. Jetzt hat er vielleicht die Chance, sich einen günstigeren Sendeplatz zu erspielen.

Caroline Bock/DPA / DPA