HOME

Nach Twitter-Auseinandersetzung: "Ihr fischt am rechten Rand": Oliver Pocher und ein AfD-Abgeordneter treffen sich zum Streitgespräch

Ein Tweet von Alice Weidel veranlasste Oliver Pocher, sich gegen die AfD zu positionieren. Jetzt hat sich der Comedian mit dem Abgeordneten Martin Vincentz zum Streitgespräch getroffen - und wurde wieder eindeutig. 

Oliver Pocher kontert gegen Alice Weidel

Normalerweise ist er eher für die seichte Unterhaltung bekannt - nach der tödlichen Attacke von Frankfurt sah sich Oliver Pocher allerdings gezwungen, auf Twitter Stellung zu beziehen. Nach einem viel diskutierten Tweet von AfD-Fraktionschefin Alice Weidel positionierte sich der Comedian klar, schrieb: "Die Herkunft des Täters mit dieser Straftat in Verbindung zu bringen, um hier rechtspopulistische Weisheiten zu verbreiten, ist einfach nur dumm und ekelhaft."

Oliver Pocher trifft sich zum AfD-Streitgespräch

Es folgte ein regelrechter Twitter-Krieg. Pocher nannte die Partei "gefühlskalten Abschaum", bekam dafür zahlreiche Drohungen und Beschimpfungen seitens der Anhänger. Jetzt hat sich der 41-Jährige erneut mit der AfD auseinandergesetzt. Bei "Guten Morgen Deutschland" traf Pocher auf den AfD-Abgeordneten Dr. med. Martin Vincentz. 

Während Vincentz versuchte, zu relativieren, gab Pocher einen interessanten Einblick in seine vergangenen Tage. Was passiert, wenn man die AfD öffentlich kritisiert? "Es gibt nachweislich Menschen, die nichts anderes zu tun haben, als nur zu beschimpfen. Und dann bist du sofort eine linksliberale Zecke und ein Spinner und was mit meinen Kindern alles passieren soll. Das geht alles drüber hinaus", offenbarte er. "Man muss einfach ab und zu als Prominenter mal gegensteuern. Es gibt eine Entgleisung nach der anderen bei der AfD", erklärte er seine Gründe. Dass die Tat von Frankfurt genutzt würde, um sich politisch zu positionieren, findet er "komplett falsch". 

AfD-Abgeordneter Vincentz gibt Alice Weidel recht

"Solche Eindrücke traumatisieren alle", versuche Vincentz die Reaktionen seiner Parteifreunde zu relativieren und sprach den Hinterbliebenen sein Mitgefühl aus. Ob es von seinen Kollegen richtig sei, den Vorfall zu benutzen, dazu wollte der AfD-Abgeordnete allerdings nicht konkret werden. "Der Vorwurf der Instrumentalisierung ist natürlich schnell im Raum", sagte er und gab Alice Weidel dann tatsächlich recht. Er halte es für falsch, dass der Täter aus der Schweiz nach Deutschland kommen konnte, obwohl er zur Fahndung ausgeschrieben war. 

Es war allerdings nicht nur Weidels Tweet, der Pocher empörte. Die AfD-Abgeordnete Verena Hartmann veröffentlichte einen Beitrag, über den ebenfalls heftig diskutiert wurde. "Frau Merkel, was wollen Sie uns noch antun? Sie werden nie wissen, was es bedeutet, Mutter zu sein, weder für ein Kind, noch für dieses Land! Aber ich verfluche den Tag Ihrer Geburt!", schrieb sie. "Das darfst du als Abgeordnete des Bundestages nicht machen", sagte Pocher bei RTL. "Und da möchte ich auch einfach mal, dass sich so jemand wie du davon eindeutig distanziert", forderte er von Vincentz. Erst nach mehrfachem Nachfragen sagte der Abgeordnete, er selbst würde sich so "definitiv nicht" äußern. 

Oliver Pocher AfD

Oliver Pocher und der AfD-Abgeordnete Dr. med. Martin Vincentz trafen bei "Guten Morgen Deutschland" aufeinander

"Ihr fischt am rechten Rand"

Anschließend wollte er Pocher davor warnen zu pauschalisieren. "Ihr fischt am rechten Rand", erwiderte dieser. "Und ihr wollt das ja. Ihr nehmt das ja gerne mit auf. (...) Solange ein Kollege wie der Höcke bei euch in der Partei ist und man nicht sagt: 'Der Spinner, der ist jetzt einfach mal weg' - nachweislich habt ihr immer mit Rechtsradikalismus zu tun. Und da mit muss sich deutlicher positionieren", forderte Pocher. "Es wird immer mit Angst gearbeitet."

Vincentz sah in Pochers Twitter-Argumentation jedoch etwas anderes. "Ich habe manchmal den Eindruck, da wird auch mal viel mit kokettiert: 'Der AfD gebe ich mal einen mit - das gibt so ein bisschen Gratisapplaus'", sagte er. 

Während der Twitter-Streit zwischen Pocher und AfD deutlich angriffslustiger vonstatten ging, war das Streitgespräch in der Talksendung ruhiger. Freunde werden Pocher und die Parteimitglieder aber - so viel ist sicher - nicht. 

Quelle: "Guten Morgen Deutschland"

ls