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Promi-"Wer wird Millionär?": Horst Schlämmer übernimmt

Ungewohnter Rollentausch: Weil Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling "Rücken" hatte, musste Moderator Günther Jauch auf dem Kandidatenstuhl Platz nehmen. 13 Millionen Deutsche sahen zu, wie sich Schlämmers "Schätzelein" nach vorne zockte.

Günther Jauch musste am Sonntagabend auf dem Ratestuhl seines RTL-Quiz "Wer wird Millionär?" Platz nehmen, weil Hape Kerkeling (verkleidet als Enthüllungsreporter Horst Schlämmer) mit einem Trick plötzlich die Quizmasterrolle übernahm. Jauch schaffte es in der Prominenten-Sonderausgabe anlässlich der Fußball-WM bis zur Millionen-Frage, bei der er aber passen musste und gewann somit 500.000 Euro. Vox-Koch Tim Mälzer erspielte 500.000, Komikerin Barbara Schöneberger und Ex-DFB-Teamchef Rudi Völler jeweils 125.000 Euro. Das Geld kommt nach RTL-Angaben der Deutschen Aids Stiftung zu Gute.

"Herr Jauch, wollen wir beide nicht ´Du´ zueinander sagen?" Reporter Horst Schlämmer, der sein Alter mit 48 angibt (Kerkeling ist 41) trank vor 13.75 Millionen Zusachuer an den Fernsehschirmen mit Jauch Brüderschaft und küsste ihn auf die Wange. Der Moderator schien wenig begeistert: "Ich habe ja schon einiges erdulden müssen, aber das ist heute Abend zuschlagspflichtig." Die ganze Zeit klagte Schlämmer über Rückenprobleme und führte seine "Katzenbuckel-Gymnastik" vor. Nach der neunten Frage machte der Rücken wieder Probleme: "Ich muss einmal eine Runde laufen, denn mein Stuhl hat keine Schaumstoffpolsterung", klagte Schlämmer. Auch Günther Jauch stand auf. Doch das hätte er lieber nicht tun sollen. Denn Schlämmer nahm sofort auf Günther Jauchs Stuhl Platz und wollte nicht mehr aufstehen.

"Ich spiele nicht mehr. Spielen Sie doch selber."

"Ihr Stuhl ist viel bequemer, ich bleibe hier sitzen, ich habe es am Rücken und ich habe ein Attest dabei." Und so musste Günther Jauch selbst auf den Ratestuhl. "Herr Jauch, es hat mit mir doch keinen Sinn. Es ist doch für einen guten Zweck. Da kommen Sie doch weiter als ich. Ich spiele nicht mehr. Spielen Sie doch selber", forderte Schlämmer. Dann ließ er im Studio darüber abstimmen, ob Jauch weiter spielen sollte und das Publikum ließ keinen Zweifel. Alle wollten Jauch in der Kandidatenrolle sehen und dieser war kein Spielverderber.

Bei der elften Frage setzte Günther Jauch seinen 50:50 Joker: "Was werden am 9.6. gegen 18 Uhr einige Menschen in München-Fröttmaning im Chor singen?" A: Fratelli d'Italia..., B: Du gamla, du fria..., C: Jeszcze Polska..., D: Noble patria, tu... (richtige Antwort D). Antwort A und D blieben übrig, er antwortete richtig und kam weiter. Bei der zwölften Frage setzte Günther Jauch seinen Publikumsjoker: Was darf es laut "Jenaer Regeln" von 1896 auf offiziellen Fußballfeldern in Deutschland nicht geben?" A: Kühe und Schweine, B: Tümpel und Teiche, C: Bäume und Sträucher, D: Frauen und Kinder (richtige Antwort C). Die Studiozuschauer konnten jedoch nicht eindeutig helfen (A:13 Prozent, B:14 Prozent, C:34 Prozent, D:39 Prozent). Doch er wählte die richtige Antwort. Bei der vierzehnten Frage rief Günther Jauch Jörg Wontorra an: "Was war seitens des DFB bis 1970 verboten?" A: Abseitsfalle, B: lange Unterhosen, C: Stehplätze im Stadion, D: Frauenfußball (richtige Antwort D). Und der Telefonjoker konnte helfen.

Er schaffte es bis zur Millionen-Frage, die da lautete: "Wer stellt in einem Gedicht fest: "Der Fußballwahn ist eine Krankheit, aber selten, Gott sei Dank!?" A: Kurt Tucholsky, B: Erich Kästner, C: Heinz Erhardt, D: Joachim Ringelnatz (richtige Antwort D). Jauch überlegte kurz, ging jedoch für den guten Zweck kein Risiko ein und stieg mit einem Gewinn von 500.000 Euro aus.

Barbara Schöneberger räumt ab

Bereits vorher stellte sich als erste Kandidatin Barbara Schöneberger den Fußballfragen von Günther Jauch. Charmant spielte sie sich bis zur elften Frage: "Wo muss man um 3 Uhr morgens den Fernseher einschalten, um das WM-Finale live zu sehen?" A: Iran, B: Südkorea, C: Togo, D: Costa Rica (richtige Antwort B). Klug setzte sie ihren 50:50 Joker. B und C blieben übrig und sie wählte die richtige Antwort. Den Publikumsjoker setzte sie bei der dreizehnten Frage: "Wer stand in seiner Jugend beim polnischen FC Wadowice im Tor?" A: Roman Polanski, B: Lech Walesa, C: Marcel Reich-Ranicki, D: Johannes Paul II (richtige Antwort D). Die Studiozuschauer konnten eindeutig helfen (A:5 Prozent, B:19 Prozent, C:6 Prozent, D:70 Prozent).

Bei der vierzehnten Frage rief Barbara Schöneberger ihren Telefonjoker Jens Todt an: "Was hat Jürgen Klinsmann als aktiver Spieler nicht gewonnen?" A: DFB-Pokal, B: Weltmeistertitel, C: UEFA-Cup, D: Olympiamedaille (richtige Antwort A). Doch der Ex-Fußballprofi konnte nicht helfen und die Wahlberlinerin stieg bei 125.000 EUR für "terre des hommes Deutschland e.V." aus.

Tim Mälzer kam als zweiter Kandidat ins Spiel. Im deutschen Fußballtrikot spielte sich der HSV-Fan sportlich bis zur elften Frage: "Welcher Verein war in der DDR Fußball-Rekordmeister?" A: Dynamo Berlin, B: Lokomotive Leipzig, C: Turbine Potsdam, D: Traktor Schwerin (richtige Antwort A). Hier musste der Fußballfan und Hobbykicker gleich zwei Joker setzen. Zuerst antwortete das Publikum nicht eindeutig (A:37 Prozent, B:56 Prozent, C:4 Prozent, D:3 Prozent). Doch der 50:50 Joker half (A und C blieben übrig) weiter. Bei der dreizehnten Frage rief Tim Mälzer Reiner Calmund an: "Welcher Verein benannte sich nach seiner ersten Spiel- und Trainingsstätte?" A: Arminia Bielefeld, B: Werder Bremen, C: Hertha BSC Berlin, D: FC Schalke 04 (richtige Antwort B). Und der RTL-WM-Experte half kompetent weiter. Bei der fünfzehnten Frage ging der Fernsehkoch kein Risiko ein: "Welches Team versuchte nicht, sich für die WM 2006 zu qualifizieren?" A: Hongkong, B: Grönland, C: Tahiti, D: Palästina (B). Er stieg aus und gewann 500.000 EUR (Spenden gehen an: Mukoviszidose e.V., Hamburger Tafel und NCL - Stiftung).

Dichter, Denker, Fußball

Rudi Völler musste bei der 125.000-Euro-Frage alle Joker einsetzen: "Welches Land spielt bei der WM gegen seine ehemalige Kolonie Angola?" A: Portugal, B: Niederlande, C: Frankreich, D: England (richtige Antwort A). Zuerst entschied er sich für den 50:50 Joker - A und D blieben übrig. Der Ex-Teamchef fragte das Publikum, das sich mehrheitlich für A entschied. Schließlich rief er Ulrich Dost an. Und der Bayer.04 Leverkusen-Pressechef konnte helfen. Überfragt war Völler bei Frage 14: "Wer fand heraus: Beim Fußball verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit des Gegners?" A: Aristoteles, B: Karl Marx, C: Friedrich Nietzsche, D: Jean-Paul Sartre - die richtige Antwort war: Sartre.

DPA / DPA