HOME

Serie "Strike Back": Giftgas Nowichok - wenn das Fernsehen die Realität überholt

Keiner kannte das obskure Giftgas Nowichok - außer Freunde von Action-Serien. Wenige Wochen vor dem Anschlag in Salisbury, drehte sich die britische Agenten-Serie "Strike Back" um das Teufelszeug.

Coole Sprüche, Frauen (und Männer) mit Muskel und jede Menge Explosionen - so wird bei "Strike Back" die Welt gerettet.

Coole Sprüche, Frauen (und Männer) mit Muskel und jede Menge Explosionen - so wird bei "Strike Back" die Welt gerettet.

Noch vor einem Monat kannten in Deutschland nur wenige Experten den binären Kampfstoff Nowichok - ganz anders in Großbritannien. Das Teufelszeug aus den Giftküchen der UdSSR war für britische Seriengucker ein alter Bekannter. Schon seit Oktober 2017 dreht sich die Serie "Strike Back" um das mörderische Gas.

Mehr Action als Logik

"Strike Back" ist ein Dauerbrenner von Sky One, 2017 lief die sechste Staffel "Retribution".

Ein Ende des Action-Krachers ist nicht abzusehen. Das Rezept ist immer das gleiche: Eine kleine, strenge geheime Kommando-Gruppe, Section 20, muss die Welt retten. Statt komplizierter Charaktere wie in der US-Serie "Homeland", herrscht die einfache Kumpel-Kultur unter Soldaten. Rau, aber herzlich und immer einen Spruch auf den Lippen.

Wo in der Spy-Serie "Berlin Station" ewig nach undichten Stellen und Doppelagenten geforscht wird, setzt "Strike Back" auf Non-Stop-Action. Dazu werden weltweit abwechselnd die schönsten und die gruseligsten Drehorte aufgesucht, die dann mit jeder Menge Explosionen verwüstet werden. Das Spektakel erinnert an die frühen James-Bond-Filme, inklusive einer gewissen britischen post-kolonialen Selbstherrlichkeit.

Und wie bei James Bond gibt es auch jede Menge Erotik. Motto - je größer die Explosion, umso schärfer der Sex. Allerdings haben die klassischen Bond-Gespielinnen ausgedient. Die Frauen von Section 20 punkten mit den gleichen Reizen wie die Herren: Kampfstärke, Oberarme und eine stahlharte Bauchdecke.

Islamisten, Nazis und ein russischer Chemiker 

Nachdem in vorhergehenden Staffeln die Welt entweder vor einer Drogenflut oder einer Terror-Atombombe gerettet wurde, bedroht in der Staffel "Retribution" das Giftgas Nowitschok die Welt. Der Kampfstoff, mit dem aller Wahrscheinlichkeit nach der Anschlag von Salisbury verübt wurde. Doch bei "Strike Back" steht mehr auf dem Spiel als ein einzelner alter Doppelagent. 

Zum Auftakt der Staffel zieht das Kommando eine Ladung Stinger-Luftabwehrraketen aus dem Verkehr, die sich islamische Terroristen besorgen konnten. Der Startschuss der Staffel endet mit dem Abwurf eines Bunker-Busters und einem riesigen Knall. Erst später kommt der wahre Bösewicht ins Spiel, Karim Markov, ein russisch-tschetschenischer Wissenschaftler und der Vater des Kampfgases.

Fieslinge aus jeder Richtung

Ihn will die islamische Oberterroristin mit Hilfe von ungarischen Nazis entführen. Markov, der zunächst sehr freundlich wirkt und als Arzt in Budapest untergetaucht ist, hat es aber in sich. Zuerst hat der Fiesling mit den freundlichen Augen seine Kollegen in der Giftgasentwicklung umgebracht, nur will er sein tödliches Wissen verkaufen. 

Im weiteren Verlauf der Staffel kommen den tapferen Kämpfern von Section 20 noch westliche Waffenhändler, korrupte Whitehallbeamte, Söldnerfirmen, russische Kommando-Soldaten und weißrussische Drogenbosse in die Quere. Und kein Spoiler: Die Welt wird am Ende doch gerettet.