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Raketen-Batterien: Iskander - so gefährlich sind Putins Hyperschall-Raketen für Europa

Die USA bauen ihren Raketenabwehrschild in Ost-Europa auf. Putin stationiert Iskander-Raketen in Kaliningrad - sie können Atomwaffen transportieren und fliegen bis nach Berlin.

Iskander-Batterien auf einer Übung

Iskander-Batterien auf einer Übung

In Syrien stehen USA und Russland am Rande eines offenen Konflikts. Die Schlagzeilen aus Aleppo haben den Krisenherd Europa aus den Medien verdrängt. Aber dabei schreitet die Konfrontation auch vor der deutschen Haustür unaufhörlich voran. Die neueste Eskalation geschah in der Enklave Kaliningrad, dem ehemaligen Ost-Preußen. Der Flecken ist zwischen Polen und Ostsee eingeklemmt, gehört aber zum russischen Staatsgebiet. Es ist der westliche Außenposten Russland und wird nun offenbar zu einer Bastion ausgebaut.

Vor wenigen Tagen hat Russland Iskander-Raketen in den Außenposten verlegt. Diese Raketen sind auch in der Lage Atomsprengköpfe zu tragen. Überraschend kam die Entsendung der Raketen nicht. Der Kreml hat immer einen Zusammenhang zwischen der Stationierung eines US-Raketenschildes in Osteuropa und der Aufrüstung in Kaliningrad hergestellt. Nach dem Scheitern der Verhandlungen wegen des Raketenschildes war es absehbar, dass diese Raketen an der Ostgrenze auftauchen. Irgendwelche Abkommen werden davon nicht verletzt.

Die Iskander gibt es in mehreren Ausführungen. Offiziell besitzen die Raketen in der Enklave eine Reichweite von 500 Kilometern. Durchaus denkbar ist aber auch, dass die Reichweite deutlich höher ist. Damit wäre ganz Polen, aber auch Ostdeutschland und insbesondere Berlin innerhalb ihres Wirkungsbereiches.

Ein nuklearer Gefechtskopf könnte die deutsche Hauptstadt also problemlos erreichen. Experten gehen davon aus, dass die derzeitigen US-Awehrsysteme die Iskander nicht abfangen können. Sie ist wegen ihrer relativ flachen Flugbahn von vornherein schwer auszumachen, verfügt zudem über Störsender und einen Stealth-Tarnanstrich. Vor allem aber soll die Rakete in der Lage sein, im Zielanflug so abrupte Ausweichbewegungen auszuführen, dass sie mögliche Abfangraketen ausmanövrieren würde.

Der Einsatzzweck der mobilen Iskander-Systeme dürfte aber kaum der große nukleare Schlagabtausch sein. Sie wurde speziell dafür konstruiert, militärische Einrichtungen des Gegners auszuschalten. Insbesondere die Einrichtungen des US-Raketenabwehrschildes werden vermutlich von der Iskander ins Visier genommen.

Die Enklave Kaliningrad dürfte der Nato weiterhin massives Kopfzerbrechen bereiten. Schon zuvor hat Moskau das weitreichende Luftabwehrsystem S-400 Triumph dorthin entsandt. Das gleiche System, das den Luftraum über Syrien sperren kann. Mit einer S-400 Triumph direkt an Polens Grenze kontrollierte Moskau den Luftraum über der halben Ostsee und bis nach Berlin.

Geht die gegenseitige Aufrüstung weiter wie bisher, dürften neu in Dienst gestellte Anti-Schiffsraketen vom Typ K-300P Bastion-P wohl auch in Kaliningrad aufgestellt werden. Die Reichweite der Bastion-P von 600 Kilometern würde dann die gesamte Ostsee erfassen. Großes Aufsehen erregte das Erscheinen der Waffe im März 2015 auf der Krim. Zusammengenommen würden diese Waffen die drei baltischen Staaten wirkungsvoll abschneiden können.