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Super RTL: Leichtes Minus und aggressiver Wettbewerb

Super RTL hatte bislang in punkto Kinderfernsehen immer die Nase vorn. Doch seit es den Disney-Channel gibt, muss der Kölner Privatsender um seine Spitzenposition fürchten.

Super RTL war bislang ungekrönter König des Kinderprogramms

Super RTL war bislang ungekrönter König des Kinderprogramms

Der Kölner Privatsender Super RTL, lange Zeit unbestrittener Platzhirsch im Kinderfernsehen, muss um seine Vorrangstellung bangen.

In diesem Jahr wird es nach Marktanteilen bei der Zielgruppe der 3- bis 13-jährigen Zuschauer gemessen an der Spitze ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem öffentlich-rechtlichen KiKA geben. Auch Umsatz und Gewinn gehen nach Angaben von Geschäftsführer Claude Schmit leicht zurück, wie er in Köln sagte.

Grund für die Veränderungen ist der neue Disney Channel, der am 17. Januar seinen Betrieb aufnahm und bereits beim jüngsten Publikum auf die 10 Prozent Marktanteil zusteuert. Super RTL erwartet um die 20 Prozent, auch der KiKA. Beim Umsatz wird Super RTL (der Kanal gehört zu 50 Prozent der RTL-Gruppe und zu 50 Prozent dem Widersacher Disney) um gut 1 Prozent abgeben und bei etwa 280 Millionen Euro brutto landen. Gleiches gilt für den Gewinn, dessen Höhe Schmit nicht bezifferte.

Agressives Vorgehen erwartet

Der Geschäftsführer erwartet für das kommende Jahr ungefähr gleichbleibende Marktanteile, zumal der Vormarsch des Disney Channels allmählich nachlasse. Schmit hält jedoch im nächsten Jahr ein deutlich aggressiveres Disney-Vorgehen auf dem Werbemarkt für möglich. Vorteilhaft für Super RTL werde sich auswirken, dass der Sender weiter - wie seit Jahresbeginn - keine Disney-Programme mehr ausstrahlen werde. Denn sie seien deutlich teurer als andere wie zum Beispiel von den US-Anbietern Dreamworks oder Warner Bros.

Zu den Programm-Höhepunkten zählt laut Programmdirektor Carsten Göttel unter anderem das Remake der Serie "Inspector Gadget" ab Januar sowie die Produktionen "Der gestiefelte Kater" und "King Julien". Und in der Serie "Da Vinci’s Demons" wird die fiktive Geschichte des 25-jährigen Leonardo Da Vinci (dargestellt von Tom Riley) erzählt, der im Florenz der Renaissance-Zeit auf historische Persönlichkeiten wie die Familie Medici trifft. Für Göttel gilt angesichts der schwer absehbaren Marktlage: "Ein Sichtflug ist wegen Disney bei geschlossener Wolkendecke nicht möglich."

yps/DPA / DPA