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"Tatort" aus Niedersachsen: Lindholm unter Druck – ein Krimi über männliche Gewalt

Charlotte Lindholm wird in diesem als Wiederholung gezeigten "Tatort" Opfer männlicher Gewalt - und plötzlich ist alle Souveränität bei der sonst so kühlen und kontrollierten Kommissarin dahin. Das beeinflusst auch ihre Ermittlungen in einem Entführungsfall.

Tatort aus Hannover

Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) ermittelt in diesem "Tatort" in einem Entführungsfall. Doch sie ist diesmal nicht ganz im Vollbesitz ihrer Fähigkeiten.

Bewertung:

  • 5 von 5 Punkten
  • Ein intensiver, bedrückender "Tatort", der noch lange nachhallt.


Worum geht's in diesem "Tatort"?

Zu Beginn dieser "Tatort"-Folge wird Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) von drei Männern verprügelt. Eine Gewalterfahrung, die ihr weiteres Verhalten in den Ermittlungen dominieren wird. Denn obwohl sie sich eigentlich krank gemeldet hat, wird sie zu einem Entführungsfall hinzugezogen: Die Frau des Leiters der örtlichen Volksbank ist verschwunden. Ihr Mann Frank Holdt (herausragend: Aljoscha Stadelmann) hat 300.000 Euro Lösegeld übergeben, doch sie bleibt verschwunden. Im Laufe der Ermittlungen kommen einige unangenehme Details ans Licht: So stand die Ehe der Holdts vor dem Aus, Julia Holdt hatte eine Affäre. Als Hinweise auf häusliche Gewalt dazukommen, scheint für Lindholm der Fall klar: Sie verdächtigt den cholerischen Ehemann. Ist es wirklich so einfach - oder lässt sie sich von ihrer eigenen Gewalterfahrung beeinflussen?

Warum lohnt sich der Krimi?

Wie in einer antiken Tragödie steuern hier die Ereignisse unaufhaltsam auf die Katastrophe zu. "Der Fall Holdt" gewinnt seine Wucht vor allem aus der Präzision, mit der die Kamera den Ermittlern und Angehörigen zuschaut, die quälend lange Stunden zwischen Hoffen und Bangen (Buch: Jan Braren, Regie: Anne Zohra Berrached) verbringen und zunehmend gereizter reagieren.

Was nervt?

Dieser Fall geht an die Nieren und legt menschliche Abgründe offen, die nicht jeder verkraftet. Wer zarter besaitet ist, sollte an diesem Abend den Fernseher besser auslassen.

Die Kommissarin?

"Irgendjemand hat die so richtig vermöbelt", sagt eine Kollegin über Charlotte Lindholm, die von der erlittenen Gewalt sichtlich angeschlagen ist und im Laufe der Ermittlungen nicht immer souverän reagiert und sich zusehends in diesen Fall verbeißt. Ihre jüngere Mitarbeiterin Frauke Schäfer (Susanne Bormann) nutzt das aus - und versucht sich auf Kosten von Lindholm zu profilieren. 

Ein- oder Ausschalten?

Unbedingt einschalten! Dies ist der bislang beste Lindholm-"Tatort", der gesendet wurde.

"Der Fall Holdt" wurde erstmals am 5. November 2017 ausgestrahlt.

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