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"Tatort": Borowski und Lindholm in den Fängen eines irren Taxifahrers

Die ARD wiederholt in der Sommerpause den Jubiläums-"Tatort". Der 1000. Fall ist ein düsteres Psycho-Kammerspiel, das zwei Kommissare vereint: Borowski und Lindholm sind hier einem irren Taxifahrer ausgeliefert.

Tatort: Taxi nach Leipzig

In der "Tatort"-Jubiläumsfolge "Taxi nach Leipzig" sind die Ermittler Klaus Borowski (Axel Milberg) und Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) Opfer eines irren Taxifahrers

Worum geht's in diesem "Tatort"?

(Axel Milberg) und Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) besuchen ein Polizei-Seminar in Braunschweig. Auf der Heimfahrt zum Hotel teilen sie sich mit einem weiteren Kollegen ein Taxi - doch sie geraten an einen Psychopathen: Fahrer Rainald Klapproth (Florian Bartholomäi) ist ein ehemaliger Soldat, der traumatisiert aus seinem Afghanistan-Einsatz zurückgekehrt ist. Dort hat er aufgrund von Fehlinformationen eines Vorgesetzten eine unschuldige Familie getötet. Ausgerechnet diesen Vorgesetzten will seine Ex-Freundin nun heiraten. Rainald sinnt auf Rache. Doch auf seinem Weg nach Leipzig steigen ausgerechnet drei Polizeibeamte in sein Taxi. Einen tötet er sofort, Borowski und Lindholm nimmt er als Geiseln mit auf die Reise. Es entspinnt sich ein intensives Kammerspiel - das abwechselnd die Perspektiven der drei Hauptfiguren einnimmt.

Warum lohnt sich der Krimi?

Wer wollte nicht schon immer mal in Klaus Borowskis Kopf schauen? Wissen, wie Charlotte Lindholm als Kind war und wovor sie sich fürchtet? Dieser " " macht's möglich. Zudem liefert Florian Bartholomäi eine beeindruckende Performance als vom Kriegseinsatz nachhaltig beschädigter Taxifahrer.

Florian Bartholomäi im "Tatort"

Florian Bartholomäi als Taxifahrer Rainald Klapproth im Jubiläums-"Tatort"

Was stört?

Dieser "Tatort" hat seinen humoristischen Höhepunkt gleich zu Beginn, als dem hungrigen Borowski das letzte Brötchen vor der Nase wegschnappt. Danach gibt es nichts mehr zu lachen. Nicht für die Charaktere, und auch nicht für die Zuschauer. Angesichts der fast durchgehenden Düsternis dieses bei Nacht spielenden "Tatorts" wäre zwischendurch etwas Humor als Stimmungsaufheller nicht schlecht gewesen.

Die Kommissare?

Zeigen sich zunächst von ihrer schlechten Seite. Borowski ist der schwer erträgliche Muffel, der er hin und wieder sein kann. Lindholm gibt einmal mehr die unnahbare, kühle Blonde. Beide sind von Natur aus keine Teamplayer. Im Laufe der Taxifahrt raufen sich die beiden allerdings zusammen und machen die Erfahrung, dass Kooperation sinnvoll sein kann. Ob sie daraus für ihre nächsten Fälle lernen werden?

Ein- oder Ausschalten?

" nach Leipzig" ist gutes Fernsehen, mit einem wichtigen Thema (Buch und Regie: Alexander Adolph), tollen Schauspielern und einer spannenden Handlung. Einschalten lohnt sich. Und Kenner der "Tatort"-Historie werden sich über den ein oder anderen Cameo-Auftritt freuen.

"Taxi nach Leipzig" war die 1000. "Tatort"-Folge und wurde erstmals 13. November 2016 ausgestrahlt.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo