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TV-Kritik "Let's Dance" Falsche Brüste, echte Gefühle


Larissa Marolt oder Carmen Geiss, das war die Frage. Nur eine von ihnen hatte sich bei "Let's Dance" in die Herzen der Zuschauer getanzt. Sylvie Meis sicherte sich den Platz als Nervensäge.
Von Sylvie-Sophie Schindler

Da half auch ihr pseudo-verruchtes Lederoutfit nichts: Larissa Marolt ist raus. Die Dschungelprinzessin kämpfte zwar in der siebten Folge der RTL-Tanzshow "Let's dance 2014" verbissener denn je, auch die Jury zollte große Anerkennung, doch die Anrufer hatten anderes im Sinn. So kam es, dass Carmen Geiss, mehr überraschend als erwartet, gerade noch ins Halbfinale rutschte und am nächsten Freitag gegen die erklärten Tanz-Titanen dieser Staffel anschwofen wird, gegen Alexander Klaws und Tanja Szewczenko.

Während Carmen, die es selbst kaum fassen konnte, ihre persönlichen Daumendrückerinnen Davina und Shania umarmte, ihre beiden Töchter, kicherte Sylvie Meis bei der Abmoderation wie ein Schulmädchen ins Mikrofon. Grund: Die 10.000 Euro, die jedes Mal unter allen Anrufern verlost werden, gingen dieses Mal an eine Zuschauerin aus dem Ort Penig. Ha, ha, Penig, stimmt das wirklich.

Sylvie hat es eben gerne schlüpfrig. Und wäre es nach ihr gegangen, hätte sie ihrem Moderatorenkollegen Daniel Hartwich am liebsten noch die Zunge in den Rachen gesteckt. Denn der hatte prompt offeriert: "Sollen wir uns vor der Kamera einen Zungenkuss geben?" Aus Spaß allerdings. Und wegen der kursierenden Mobbinggerüchte, die besagen, Daniel würde hinter den Kulissen kein gutes Haar an Sylvie lassen. Jedenfalls, Sylvie hätte es getan, alleine schon um sich eine nächste Schlagzeile zu sichern, denn das ist ihr Business. Daniel aber kasperlte sich gerade noch aus der Nummer raus. Und Sylvie experimentierte mal wieder, denn anderes gab es dann nicht mehr zu tun, mit der deutschen Sprache: "Wir sehen uns nächste Woche ins Halbfinale". Nein, man weiß wirklich nicht, was diese Ex-Spielerfrau in der Sendung überhaupt soll. Was sie allerdings gut kann: Den Umschlag mit dem Abstimmungsergebnis von A nach B tragen.

Standig Ovations von der Jury

Warum aber über Sylvie reden, wenn es doch ums Tanzen geht? Obwohl, man mache sich bitte keine Illusionen. Insbesondere nicht nach dieser Sendung, in der die Bewertung der Jury nicht nur ein Mal äußerst fragwürdig daherkam. Juror Joachim Llambi etwa schien sich plötzlich auf Alexander Klaws eingeschossen zu haben und schien förmlich nach der Nadel im Heuhaufen zu suchen, um kritisieren zu können. Was in Punkten gesprochen dazu führte, dass der bravourös abliefernde EX-DSDS-Star letztlich mit der zwar ernsthaft bemühten, aber deutlich schwächeren Larissa gleichauf stand: Beide hatten 45 Punkte im Gesamtergebnis.

Dank ihrer eisernen Eiskunstläuferinnen-Disziplin sicherte sich hingegen Tanja Szewcenko den obersten Platz auf dem Siegertreppchen. Insbesondere ihr gemeinsamer Tanz mit Willi Gabalier zu Whitney Houstons "Run To You" brachte enorme Pluspunkte. "Besser kann man einen Langsamen Walzer hier auf diesem Parkett als Promi nicht tanzen", lobte Llambi. Und obendrauf gab es Standig Ovations von der Jury – wie es zuletzt nur bei Sophia Thomalla im Jahre 2010 der Fall war. Gewiss, Szewcenko hat es drauf, um es so lapidar zu sagen. Doch letztlich ist sie vor allem eins: Eine Perfektionsmaschine. Und wie es eben mit Maschinen ist: Sie lassen einen kalt.

Da kommt noch was

Carmen Geiss hingegen, und vielleicht ist das ihr Erfolgsgeheimnis auch für diese Show, ist die Berührbare. Mögen auch ihre Brüste nicht echt sein, ihre Gefühle sind es. Auch wenn sie, und da ist der Jury Recht zu geben, ein bisschen mehr davon während ihrer Performances zeigen könnte. "Lass dich fallen", forderte Jurorin Motsi Mabuse.

Als es für die Kandidaten darum ging, Freestyle zu ihren ausgewählten Lieblingssongs zu tanzen, entschied sich Carmen für "Unforgettable" von Nat King Cole & Natalie - das Lied zu dem sie mit ihrem Robert in Las Vegas zum Traualtar schritt. Kein Wunder, dass die toughe Bling-Bling-Queen besonders berührt schien. Auch Ehemann Robert meldete sich aus dem Publikum: "Der Tanz hat mir sehr gut gefallen. Nach 20 Jahren hat sie endlich ihren Hochzeitstanz bekommen." Denn der sei damals ausgefallen. "Robert kann nicht tanzen", plauderte Carmen aus. Also wurde mit dem professionellen Tanzpartner Christian Polanc nachgeholt, was damals verpasst worden war. Lediglich 17 Punkte gab es jedoch von der Jury für den Auftritt.

Auch der Quickstep zu "Diamonds Are A Girl's Best Friend" brachte nur 19 Punkte. "Du hast alles gegeben", resümierte Sylvie. Carmen widersprach sofort: "Nein, noch nicht alles." Hört sich also an, als kommt da noch was. Und auch Llambi will für Aufregung sorgen. Er stellte in Aussicht, mit nacktem Oberkörper zu tanzen. Vielleicht im Finale. Jurorenkollege Jorge Gonzales wehrte allerdings schnell ab: "Das will ich nicht sehen."


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