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TV-Serie "Borgia" im ZDF: Mord, Macht und viel Sex

Inzest, Korruption, Mord und Macht - der Ruf des Borgia-Clans ist so berühmt wie berüchtigt. In einem opulenten Sechsteiler widmet sich das ZDF den Intrigen des Adelsgeschlechts, das vor 500 Jahren zwei Päpste stellte - mit Rekordbudget und viel nackter Haut.

Es ist eine der teuersten Fernsehproduktionen Europas überhaupt: 25 Millionen Euro hat der TV-Sechsteiler "Borgia" gekostet, der ab diesen Montag im Zweiten zu sehen ist. Neben dem ZDF haben sich unter anderem der ORF und Canal+ aus Frankreich beteiligt, 126 Darsteller aus 18 Nationen standen vor den Kameras. Aus Deutschland sind Andrea Sawatzki, Udo Kier und Vadim Glowna dabei.

Gleich mehrere Regisseure sind für den opulenten Sechsteiler verantwortlich. Die ersten beiden Folgen hat der deutsche Regisseur Oliver Hirschbiegel ("Der Untergang") gedreht. Die Serie erzählt von Aufstieg und Niedergang des Borgia-Clans, der 1492 seinen Zenit erreicht hatte: In dem Jahr bestieg Rodrigo Borgia (John Doman) als Alexander VI. den Papstthron.

Andrea Sawatzki spielt Adriana de Mila, Rodrigos Cousine und Ziehmutter seiner Tochter Lucrezia Borgia.

340 Kostüme, 4000 Kerzen und 157 Liter Filmblut

Udo Kier spielt Papst Innozenz VIII., den Vorgänger von Alexander VI. "Borgia" lässt die Zeit der Renaissance in Italien mit viel Aufwand wiederauferstehen: Für die Materialschlacht wurden zwölf Kilometer Stoff für 340 Kostüme, 4000 Kerzen und 157 Liter Filmblut verwendet.

Rodrigo liebt seine Tochter Lucrezia (Isolda Dychauk) über alles. Dennoch missbraucht er sie immer wieder für seine Machtspiele, indem er sie mit verschiedenen Männern verlobt und verheiratet.

Der Sechsteiler ist vollgepackt mit drastischen Bildern von Gewalt- und Ekelszenen, Sex und nackten Tatsachen: So sieht man den todkranken Papst Innozenz VIII., wie er an einer Frauenbrust saugt. Die Muttermilch, so glaubte man, könne ihm helfen.

Gedreht wurde nur selten an Originalorten: Die meisten Schauplätze, darunter die Sixtinische Kapelle, die päpstlichen Gemächer, der Petersplatz und die spätmittelalterlichen Straßenzüge Roms wurden in den Prager Barrandov-Studios nachgebaut.

Das Thema des Herbstes

Im Apostolischen Palast wird die Hochzeit von Lucrezia (Isolda Dychauk) und Giovanni Sforza (Manuel Rubey) gefeiert. Die Serie strotzt vor deftigen Szenen. Das ZDF zeigt allerdings eine "leicht entschärfte Version", wie der Sender erklärt. Unter anderem ist eine Hinrichtungsszene für die TV-Ausstrahlung gekürzt worden. Die DVD-Fassung liefert dagegen das volle Gedeck - und ist deshalb erst ab 18 Jahren freigegeben.

Für Andrea Sawatzki ist der hohe Anteil an Sex and Crime kein Problem: "In dem Fall sehe ich dafür eine gewisse Notwendigkeit", sagte die Schauspielerin dem "Spiegel". "Die Schamgrenze war in der Renaissance geringer. Es ging einfach schneller zur Sache. Das gilt auch für die brutalen Szenen: Der Umgang war roher. Ich fände es falsch, das in ein weiches Fernsehlicht zu tauchen und mit Romantik zu übersprühen".

Die Borgias sind das Thema dieses Herbstes: Nach dem ZDF hat sich auch ProSieben der Familie angenommen: Am 9. November sendet der Privatsender ebenfalls zur Hauptsendezeit die US-Produktion "Die Borgias - Sex. Macht. Mord. Amen", die an vier Mittwochabenden zu sehen sein wird. In der mehrfach für den Emmy nominierten Serie spielt Jeremy Irons den Rodrigo Borgia.

Der ZDF-Sechsteiler "Borgia" läuft ab Montag, den 17. Oktober zwei Wochen lang jeweils montags, mittwochs und donnerstags 100 Minuten um 20.15 Uhr.

che