HOME

Stern Logo Der TV-Tipp des Tages

TV-Tipp: "Türkisch für Anfänger": Elyas M'Barek gibt den Obermacho

Wer sich vor Silvester ausruhen möchte, sollte heute einen Fernsehabend machen: Die ARD zeigt um 20:15 Uhr die Filmversion von "Türkisch für Anfänger". Ein Spaß für Fans und Neueinsteiger.

"Türkisch für Anfänger"
20:15 Uhr, ARD

KOMÖDIE Als ich damals hörte, dass aus der ARD-Serie "Türkisch für Anfänger" ein Kinofilm werden sollte, war ich skeptisch. Ich hatte noch Bauchschmerzen von den "Sex and the City"-Verlängerungen, die das Niveau der Serie bei weitem verfehlten. Außerdem sollte die Liebesgeschichte von Oberproll Cem (Elyas M’Barek) und der verklemmten Lena (Josefine Preuß) nicht weiter, sondern von vorne erzählt werden - nur in Filmlänge.

Was sich ziemlich billig anhört, funktioniert jedoch großartig: Selbst wer die Serie nicht geguckt hat, weiß gleich, dass die Konstellation Spaß macht. Keiner kann so schön politisch unkorrekt streiten wie Cem und Lena, und das bleibt auch so. Statt der Patchworkfamilie bringt das ungleiche Paar im Film ein Flugzeugabsturz näher. "Da strandet man einmal auf 'ner einsamen Insel und dann sind keine geilen Frauen dabei," motzt Obermacho Cem. "Lena, du musst jetzt ganz stark sein. Du bist vermutlich die Einzige mit Abitur hier," spricht sich Lena Mut zu. Auch Cems Schwester Yagmur (Pegah Ferydoni) und den jungen Griechen Costa (Arnel Taciat) hat es auf das Inselparadies verschlagen. Alle drei gehen Lena schnell noch mehr auf die Nerven als die einheimischen Kannibalen...

Viel Klamauk und Elyas M'Barek in Badehose

Hier ist zwar viel Klamauk dabei, trotzdem ist "Türkisch für Anfänger" eine sehr unterhaltsame deutsche Komödie mit bissigen Dialogen und sympathischen Darstellern. Preuß und M’Barek sind mittlerweile aus der deutschen Schauspielwelt nicht mehr wegzudenken, hier kehren sie zu ihren Anfängen zurück. Und auch wenn sie in "Türkisch für Anfänger" nicht mehr wirklich wie Teenager aussehen -  ihre Rollen beherrschen sie im Schlaf.

Es war der erste Ausflug ins Kinofach für den Serien-Schöpfer Bora Dagtekin ("Doctor's Diary"). und ein voller Erfolg beim Publikum. Das führte dazu, dass Dagtekin mit "Fuck Ju Göthe" und der Fortsetzung davon weitere Kino-Hits landen konnte. Seine Spezialität ist es, typisch deutsche Eigenarten ins Komische zu ziehen. Wer das und seine übliche Darstellerriege mag, der wird auch bei "Türkisch für Anfänger" lachen können. Insgesamt ein gelungenes Beispiel, wie man einen Serienstoff unterhaltsam auf die große Leinwand bringt.