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Bewährungsstrafe offiziell beendet: Lindsay Lohan ist ein freier Mensch

Nach fünf langen Jahren darf Lindsay Lohan endlich wieder tun und lassen, was sie will -­ solange die 25-Jährige die Gesetze beachtet. Sonst droht erneut Gefängnis.

Von Frank Siering, Los Angeles

Als Richterin Stephanie Sautner die Bewährungsstrafe von Lindsay Lohan am Donnerstag in Los Angeles als offiziell für beendet erklärte, musste Lilo in ihrem blauen Designer-Hosenanzug erst einmal tief durchatmen.

Der sichtlichen Erleichterung folgte ein befreites Lächeln und ein herzliches Dankeschön: "Vielen Dank. Vielen Dank dafür, dass Sie fair zu mir waren. Es hat mir viele neue Türen geöffnet", so eine ungewöhnlich erwachsen wirkende Lohan Richtung Sautner.

Die hatte vorher erklärt, dass Lohan "alles getan hat, was das Gericht von ihr verlangt hatte", und auch deshalb kein Grund mehr dafür bestehe, dass die Schauspielerin erneut vor Gericht erscheinen müsse.

Lindsay soll endlich erwachsen werden

Tatsächlich liegen fünf sehr turbulente Jahre hinter Lohan, in denen sie mehr Gerichtssäle denn Moviesets gesehen hat. 2007 wurde sie das erste Mal wegen Trunkenheit am Steuer ("DUI") verurteilt. Eine weitere "DUI" folgte kurze Zeit später. Nach diversen Aufenthalten in Rehakliniken, fünf Kurzausflügen ins Gefängnis und einer weiteren Anklage wegen Diebstahls einer Halskette soll es das mit den "wilden Zeiten" also nun gewesen sein.

"Sie müssen ihr Leben wie eine Erwachsene führen", warnte Sautner dann allerdings doch noch ein letztes Mal. "Hören sie mit diesen Nachtclubgeschichten auf, konzentrieren sie sich endlich auf ihre Arbeit. Ich möchte sie hier nie wieder sehen", so Sautner in einer fast mütterlichen Ansprache gegenüber Lohan. Seit November hat der "Mean Girl"-Star mehr als 50 Tage als Putzkraft in der LA Leichenhalle verbacht, und in 18 Therapiesitzungen hat Lohan demnach erfahren, dass es wichtig ist im Leben, Verantwortung für seine Taten zu übernehmen.

"Informelle Bewährung" bis Mai 2014

Erste Anzeichen, dass die vom Gericht auferlegten Aufgaben Wirkung zeigten, gab es schon seit geraumer Zeit. Lohan war kaum noch im Nachtleben von Los Angeles oder New York präsent, gab zu Protokoll, dass sie dieser Tage "lieber zuhause sitzt, statt auf Parties herumzuturnen". Auch soll sie angeblich nur noch Wasser trinken.

Eine weitere gute Nachricht für Lohan: Sie erhielt das Einreisevisum nach Kanada. Dort wird der Film "Liz and Dick" abgedreht. In dem TV-Film soll Lohan die junge Liz Taylor spielen.

Und so bleibt nur noch eine einzige kleine Auflage, die die 25-Jährige erfüllen muss. Für den Diebstahl der Halskette wurde ihre "informelle Bewährung" bis zum 24. Mai 2014 verlängert. Solange Lohan sich an alle Gesetze hält (Richterin Sautner: "Es ist nicht so schwer."), ist diese winzige Auflage erfüllt. Sollte Lohan allerdings erneut mit dem Gesetz in Konflikt geraten, so drohen ihr bis zu 245 Tage Gefängnisstrafe.

Ein bisschen Sympathie für das turbulente Promileben der Lindsay Lohan hatte die Richterin dann auch noch. "Ich weiß, dass es nicht leicht sein kann, ein normales Leben zu führen, wenn einem ständig Leute hinterherrennen", so Sautner. "Aber das ist nun einmal das Leben, das sie sich ausgesucht haben", fasste die Richterin einen recht fröhlichen Tag vor Gericht zusammen.

Von Frank Siering, Los Angeles