Reaktionen auf Vorwürfe
„Die Mutigste bist Du“ – viele Prominente unterstützen Collien Fernandes

Moderatorin Collien Fernandes
„Täter war ganze Zeit ziemlich nah“ – Collien Fernandes zeigt Ex-Mann an
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Sehen Sie im Video: „Täter war ganze Zeit ziemlich nah“ – Collien Fernandes zeigt Ex-Mann Christian Ulmen an.
Foto: Imago/Star-Media
Collien Fernandes wirft Ex-Mann Christian Ulmen „digitale Vergewaltigung“ und Körperverletzung vor. Zahlreiche Prominente zeigen sich solidarisch mit der Schauspielerin.

In den sozialen Medien rollt derzeit eine Welle der Solidarität mit Collien Fernandes. Zahlreiche Prominente und Politiker haben sich geäußert und der Schauspielerin und Moderatorin ihre Unterstützung zugesichert.

Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Der Schauspieler und Produzent soll sich mit digitalen Fake-Profilen als Fernandes ausgegeben und unter anderem mit Männern Telefon-Sex gehabt haben. Fernandes spricht im „Spiegel“ von „digitaler Vergewaltigung“, die zehn Jahre angedauert haben soll. Hinzu kommen schwere Vorwürfe der körperlichen Gewalt.

Eine Person sitzt am Laptop
Deepfake-Pornos: Wie ist die aktuelle Gesetzeslage?
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Auf eine Anfrage des stern antworteten Ulmens Anwälte mit einer Mail, aus der nicht zitiert werden darf. Fragen zu den Vorwürfen gegen Ulmen blieben unbeantwortet. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Collien Fernandes äußert sich auch bei Instagram

In einem Instagram-Post hat Fernandes die Vorwürfe erneut beschrieben. Aktuell (Stand 8.30 Uhr am 20. März) haben 315.000 User den Beitrag gelikt, 18.500 haben ihn kommentiert, darunter sind zahlreiche Prominente. Aber auch Politiker äußerten sich an anderer Stelle. 

So sagte der hessische Ministerpräsident Boris Rhein der „Bild“: „Die Berichte über die Leidensgeschichte von Collien Fernandes machen mich betroffen. Das zeigt einmal mehr auf schreckliche Weise, dass sexualisierte Gewalt und Unterdrückung wirklich jede Frau treffen kann. Gegen solche Straf- und Schandtaten müssen wir mit aller Härte vorgehen. Deshalb haben wir als Hessen beim letzten Ministerpräsidentengipfel die Forderung durchgesetzt, Betreiber von Internet- und Social-Media-Plattformen für die Verbreitung intimer Bilder und KI-Deepfakes härter zu bestrafen und eine Beweislastumkehr zulasten der Täter einzuführen.“

Und so äußerten sich weitere Prominente und Politiker:

Ex-SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert: „Hochachtung für den Mut, sich über Jahre hinweg zu wehren und jetzt auch noch diesen großen Schritt zu gehen und das ganze Ausmaß transparent zu machen. Es sind diese Taten, die beweisen, dass der Satz ,Die Scham muss die Seiten wechseln‘ nicht in irgendwelche Sprüchekalender gehört, sondern in unser Bewusstsein.“

Die Grünen-Politikerin Ricarda Lang: „Ich hab gar keine Worte dafür, wie schlimm das ist. Danke für deinen Mut ❤️.“

Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt: „So grausam, so unermesslich brutal, es ist kaum zu erfassen, was das zu bedeuten hat. Danke für den Mut und die Entschlossenheit. Ich sende Kraft und Dank zugleich.“

Klimaschutz-Aktivistin Luisa Neubauer: „Den größten Dank im Namen von so vielen von uns ❤️.“

Podcasterin Stefanie Giesinger: „Ich denke an dich! Danke für deinen Mut ❤️.“

Autorin Sophie Passmann: „Die Mutigste bist Du.“ 

Regisseurin Anika Decker (50, „Keinohrhasen“) schrieb: „Ich wünsche dir ganz viel Kraft. Es tut mir unendlich leid, was dir passiert ist.“

Schauspielerin Gesine Cukrowski: „Ich hab’ gar keine Worte dafür, wie schlimm das ist. Danke für deinen Mut. Du zeigst damit ganz vielen Betroffenen, dass sie nicht allein mit diesen Erfahrungen sind. Das Ganze hat System. Und vor allem machst du darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, dass wir digitale Gewalt endlich ernst nehmen und die Gesetzeslücken, die Frauen schutzlos zurücklassen, schließen!“

Schauspielerin Susan Sideropoulos: „Sprachlos. Ich glaub’, mein Herz hat für einen Augenblick aufgehört zu schlagen. Umarme dich fest.“

Autorin und Fernsehjournalistin Düzen Tekkal: „Wie wichtig, wie mutig ist es, dass Collien Fernandes das Schweigen gebrochen hat? Und wir hören zu und stehen hinter Dir! Die Scham muss die Seiten wechseln – und sie wird es. Wir Frauen werden uns wehren.“

Autorin und Influencerin Louisa Dellert: „Nicht alle Männer, aber wenn, dann eigentlich immer Männer.“

Das Unternehmen Shop Apotheke, das mit Fernandes und Ulmen Werbespots geschaltet hatte, beendete die Ausstrahlung. Dem Sender RTL teilte die Versandapotheke mit: „Aus gegebenem Anlass werden wir die Werbung mit den betroffenen Personen vorerst aussetzen.“

Transparenzhinweis: Der stern gehört zu RTL Deutschland.

Quellen: „Spiegel“, „Bild“, Instagram

tis

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