Kopfschutz
E-Bike-Helme: Welche Modelle es gibt und worauf Sie achten sollten

Zwei Personen fahren auf E-Bikes durch die Hamburger Speicherstadt. Beide tragen einen Helm
Schnelles Tempo, schnellerer Kontrollverlust: Für E-Bikes gibt es aufgrund der erhöhten Verletzungsgefahr inzwischen zertifizierte Helme
© Westend61 / Getty Images
Wer sich aufs E-Bike schwingt, ist in der Regel flotter unterwegs als auf dem klassischen Fahrrad. Das sollten Sie auch beim Kauf eines passenden Helms berücksichtigen.

Mit einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern erscheinen E-Bikes auf den ersten Blick wie ein vergleichsweise harmloses Fortbewegungsmittel. Allerdings wird dieses Tempo dank des elektrischen Hilfsmotors ohne großen Aufwand erreicht und deshalb oft unterschätzt. Viele Menschen sind in Alltagssituationen schneller unterwegs als es ihnen bewusst ist. Eine häufige Konsequenz: Unerwarteter Kontrollverlust und schwere Stürze. Ein Helm sollte deshalb auf dem E-Bike Pflicht sein.

Nicht jeder Helm fürs E-Bike geeignet

Dabei ist jeder Helm besser als keiner. Wer seinen Kopf allerdings zuverlässig vor schweren Verletzungen schützen will, sollte nicht zu einem herkömmlichen Modell fürs Fahrrad greifen. Spezielle E-Bike-Helme sind in der Regel die bessere Wahl. Diese Exemplare sind für den Einsatz bei höheren Geschwindigkeiten konzipiert und absorbieren Stürze durch verstärkte Polsterung und eine robustere Außenschale besser. Helme für den E-Bike-Einsatz erkennen Sie an einem speziellen Prüfsiegel.

E-Bike-Helm: Auf spezielles Prüfsiegel achten

Neben der für alle in Europa zugelassenen Fahrradhelme verpflichtenden EN-1078-Norm weisen E-Bike-taugliche Helme das niederländische Zertifikat NTA 8776 auf. Das bescheinigt der Helmschale eine zehn Prozent größere Schutzfläche im Bereich des Hinterkopfs und des Schläfenbereichs. Diese Helme sind sogar für das Fahren sogenannter S-Pedelecs mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde geeignet. Premium-Modelle sind neben umfassender rückwärtiger Beleuchtung in Form heller LED-Leisten mit einem Visier und einem Frontlicht ausgestattet, kosten allerdings auch mehrere hundert Euro.

Es geht auch günstiger

Wer seine Ansprüche geringfügig zurückschraubt und etwa ohne Visier und große Markennamen auskommt, findet aber auch solide ausgestattete und optisch dennoch ansprechende Mittelklassemodelle zu moderaten Kostenpunkten rund um die 100-Euro-Marke. Dank des NTA-Zertifikats ist die ausreichende Schutzwirkung auch bei günstigeren Modellen stets gegeben.

Doch lieber sportlich und simpel?

E-Bike-Helme müssen im Übrigen nicht zwangsläufig wie halbe Motorradhelme anmuten und ein gewaltiges Loch ins Portemonnaie reißen. Es gibt auch sportliche und aerodynamische Modelle mit einfacherer Ausstattung, die sich optisch kaum von herkömmlichen Fahrradhelmen unterscheiden und dennoch die Sicherheitsansprüche des NTA-8776-Standards erfüllen. Zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Beleuchtung suchen Sie hier allerdings oft vergebens.

Besonderer Luxus für lange E-Bike-Touren

Abseits von Sicherheit und Design gibt es weitere Komfort-Features für E-Bike-Helme, die das Leben auf dem elektrifizierten Drahtesel deutlich erleichtern können. Wer regelmäßig in Gruppen längere E-Bike-Touren unternimmt und über größere Distanzen hinweg mit seinen Begleitern kommunizieren möchte, könnte etwa über ein Modell mit integrierter Funksprechanlage nachdenken.

Guter Sitz ist das A und O

Unabhängig von der Optik und der Ausstattung sollte stets die Passform im Vordergrund stehen. Der teuerste Helm schützt nicht in vollem Umfang, wenn er nicht fest sitzt oder nicht getragen wird, weil er bei längerer Nutzung drückt. Auch auf gute Belüftung sollten Sie achten, sonst wird der Helm an wärmeren Tagen schnell zum schweißtreibenden Störfaktor. Im Idealfall probieren Sie einen Helm zunächst für einige Stunden auf, bevor Sie sich dazu entscheiden, ihn dauerhaft zu behalten.

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