Alessandra Meyer-Wölden über ihre Familie
Wofür es Regeln gibt und wo Vertrauen vorgeht

Alessandra Meyer-Wölden mit Super Mario und Luigi - Charakteren aus ihrer Kindheit.
Alessandra Meyer-Wölden mit Super Mario und Luigi - Charakteren aus ihrer Kindheit.
© Nintendo
Alessandra Meyer-Wölden gibt Einblicke in ihr Familienleben und verrät, wo Regeln notwendig sind und warum meistens Vertrauen wichtiger ist.

Als Mutter von fünf Kindern, zeitweise alleinerziehend, weiß Alessandra Meyer-Wölden (43), was es heißt, den Alltag zu organisieren, konsequent zu bleiben und trotzdem loszulassen. "Ich bin auch CEO und Geschäftsführerin meiner eigenen Familie", lacht die 43-Jährige bei der Eröffnung des ersten Nintendo Pop-up-Stores im Westfield Ruhr Park in Bochum.

Bei dem Event wurden die geladenen Gäste, darunter auch André Dietz (50) und Nina Moghaddam (45), selbst wieder ein Stück weit zum Kind. "Ich habe mit Super Mario und Luigi und Donkey Kong meine Kindheit und Jugend verbracht und meine fünf Kinder wachsen jetzt genau mit den gleichen Charakteren auf", erklärt Meyer-Wölden.

Klare Regeln, aber mit Augenmaß

Inzwischen sehe sie das Thema Gaming und Medienkonsum deutlich entspannter als noch vor einigen Jahren. Ihre Kinder seien mittlerweile älter, viele schon im Teenageralter, und hätten gelernt, das richtige Maß einzuschätzen. "Ich habe meinen Kindern über die Jahre beigebracht, ihren Konsum gut einzuordnen und nicht zu übertreiben", sagt sie. Darauf sei sie stolz: "Sie haben ein gutes Gefühl dafür entwickelt, was ihnen guttut." Ihre Kinder wüssten inzwischen sehr genau, "wie viel sie konsumieren und wann es Zeit ist, das Gerät beiseitezulegen".

Ganz ohne Regeln gehe es in einem so lebhaften Haushalt natürlich trotzdem nicht. "Vier Jungs, die haben richtig Power", sagt Meyer-Wölden. "Da muss man schon lernen, liebevoll Grenzen zu setzen." Unterstützung bekomme sie dabei auch von ihrer einzigen Tochter. Die 16-Jährige schlüpfe "gerne mal in die Mutterrolle" und helfe dabei, Grenzen zu setzen. "Das ist immer ganz lustig zu beobachten." Am wichtigsten sei ihr jedoch, dass ihre Kinder lernen, sich selbst zu regulieren. Hilfreich seien dabei auch Funktionen wie die bei Nintendo integrierten Parental Controls, mit denen Eltern Spielzeiten und Inhalte im Blick behalten können. Es gehe nicht um Strafen oder starre Verbote, sondern darum, ihnen ein gesundes Maß und ein Gefühl für Ausgleich mitzugeben.

Patchwork als Teamarbeit

Mit ihrem Ex-Mann Oliver Pocher (48), dem Vater ihrer drei ältesten Kinder, setzt Meyer-Wölden auf ein eingespieltes Miteinander. "Es ist immer ein Zusammenspiel, es ist immer ein Miteinander", sagt sie über ihre Patchwork-Familie. Dabei dürften sich die Rollen auch verschieben: Mal übernehme der eine den strengeren Part, mal der andere. Entscheidend sei, dass alle im Sinne der Kinder an einem Strang zögen. Ihr Ziel: Dass die Kinder trotz Trennung auf ihre Familie zurückblicken und das Gefühl haben, dass ihnen nichts gefehlt hat.

In Erziehungsfragen seien ihre Ansätze dabei durchaus unterschiedlich. "Ich bin viel strenger. Olli ist tiefenentspannt", sagt Meyer-Wölden. Teilweise lägen sie damit "Welten auseinander". Gleichzeitig hätten sich beide im Laufe der Jahre weiterentwickelt: Während Pocher an der einen oder anderen Stelle gemerkt habe, dass mehr Konsequenz mitunter sinnvoll gewesen wäre, habe sie selbst gelernt, entspannter zu werden. Einen festen Leitfaden fürs Elternsein gebe es ohnehin nicht, betont sie. Vieles werde auch davon geprägt, was man aus dem eigenen Elternhaus mitbringe - ob man bestimmte Muster übernehme oder sich bewusst davon abgrenze.

Im Alltag hätten sich dabei durchaus unterschiedliche Schwerpunkte herausgebildet. "Olli ist viel mit den Kindern unterwegs, reist mit ihnen und ermöglicht ihnen besondere Erlebnisse", sagt Meyer-Wölden. Dazu zählten Konzerte ebenso wie große Fernreisen: "Die Kinder fliegen jetzt mit ihm nach Australien und nach Japan." Sie selbst übernehme dagegen eher den Part zu Hause. Weite Reisen mit so vielen Kindern seien ihr inzwischen zu anstrengend. Stattdessen setze sie auf gemeinsame Zeit im Alltag: spielen, kochen und das Familienleben im vertrauten Umfeld gestalten.

Klare Haltung bei Social Media

Beim Thema Öffentlichkeit verfolgt Meyer-Wölden seit Jahren eine klare Linie. Sie versuche, ihre Kinder weitgehend aus Schlagzeilen und sozialen Netzwerken herauszuhalten, auch wenn das, wie sie selbst einräumt, nie vollständig möglich sei. Wichtig sei ihr vor allem, dass die Profile ihrer Kinder nicht öffentlich sind.

Social Media grundsätzlich zu verbieten, komme für sie jedoch nicht infrage. "Ich möchte ihnen das nicht verwehren", betont sie. Es sei nicht fair, "wenn alle Freunde auf Social Media unterwegs sind" und nur sie wegen ihrer bekannten Eltern auf etwas verzichten müssten, das für Gleichaltrige selbstverständlich sei. Stattdessen setze sie auf Aufklärung und spreche viel mit ihren Kindern über die Vor- und Nachteile öffentlicher und privater Accounts.

Ihre Tochter soll ihren eigenen Weg finden

Vor allem bei ihrer Tochter werde dieses Thema inzwischen konkreter. "Meine Tochter ist jetzt 16, da rückt das natürlich stärker in den Fokus", sagt Meyer-Wölden. Sie begegne dieser Entwicklung jedoch gelassen, weil sie das Gefühl habe, die Grundlagen dafür längst gelegt zu haben. Wenn ihre Tochter sich irgendwann entscheide, diesen Schritt zu gehen, werde sie dabei unterstützt - entscheide sie sich dagegen, ebenso. Wichtig sei ihr vor allem, dass diese Entscheidung gut überlegt ist. "Sie darf sich dafür Zeit lassen, denn der Weg zurück ist sehr schwierig."

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